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Reiterlicher Starrsinn vom 02.04.2011

Ja, auch privat habe ich leider mit dem ein oder anderen Reiter zu tun. Warum leider? Nun, weil ich die Meinungen vieler Leute einfach nicht teilen kann und gerade mit meiner Einstellung über einen bestimmten Guru ecke ich sehr oft an.

 

Er, der berühmteste Pferdeflüsterer, Popstar unter den Pferdeflüsterern und Gurus, der Heilige, das Allheilmittel für jedes Pferd.

 

Jedesmal spule ich die Argumente gegen diesen Mann wie eine kaputte Schallplatte ab und stoße auf Menschen, die diesen Mann mit Zähnen und Klauen verteidigen. Warum denn eigentlich? Weil es so einfach ist? Weil man sein Pferd nur ein paar Minuten im Kreis schicken muss, damit das Tier sich "freiwillig" anschließt und ALLES für einen tut?

 

Meine Einwände sind klar, oder? Es ist keineswegs freiwillig, denn allein, isoliert, in einem Round Pen eingesperrt und ohne Ausweg ist es genau so freiwillig, wie eine Androhung mit vorgehaltener Waffe. Auch das tut nicht weh, verletzt das Gegenüber nicht... aber es macht Angst und baut Druck auf, wie man ihn schlimmer nicht aufbauen könnte. Ein Pferd allein in der Wildnis überlebt nicht. Sein wichtigster Instinkt ist der Herdentrieb. In der Herde wird es kurzfristig weg gejagt, wenn es unglaublich respektlos war, allerdings nur wenige Meter und auch nicht auf lange Sicht. Es gibt Fälle, in denen ein wirkliches Verjagen statt findet: Alte Tiere oder dauerhafte Konkurrenten werden gezielt ausgesondert. Hier ist es dem Dominanten Herdenchef egal, was mit dem Tier danach passiert. Das alte Tier ist hier ein Überlebensrisiko für die Gruppe, lockt Fressfeinde an und muss raus. Läuft es nicht schnell genug weg, wird es sogar mitunter getötet. In jedem Fall stirbt es aber später allein. Ohne die Herde kann man sich nicht zum Ruhen und Schlafen hinlegen, was schnell zur totalen Erschöpfung führt oder so weit schwächt, dass Fressfeinde leichtes Spiel haben.

 

Also jagt der Mensch das Pferd in diesem Areal immer und immer wieder von sich fort, bis das Tier starke Signale der Unterwerfung zeigt. Der Mensch ist in dem Fall die einzige Person, die einer Herde ähnlich ist und es will sich anschließen. Der Mensch lässt dies so lange nicht zu, bis das Tier sich unterwirft. Der Mensch hat sich bis dahin in keiner Weise als geeignet erwiesen, eine Herde zu führen. Er besitzt nicht das Vertrauen des Tieres sondern lässt ihm einfach keine Wahl. Dies funktioniert, allerdings bei so manchem Pferd nur so lange, bis ein würdiger Chef vorbei kommt oder eine Situation entsteht, in der der Mensch beweist, dass er doch nicht zum Führen taugt.

 

Nun, natürlich ist die Natur kein Kinderspielplatz und die Tiere müssen nunmal folgen. Dennoch ist es ein Unding, dies als sanft oder freundschaftlich zu verkaufen.

 

Und nicht nur das: Fiese Methoden wie Masken mit kleinen Sehschlitzen und Seilkonstruktionen, die das Tier schmerzhaft am Buckeln hindern (sogenannte Buckstopper), Halfter, die auf Zug und Druck setzen, das Abschneiden von Fluchtwegen durch enge Panelsysteme... all das zwingt das Tier in eine Ausweglosigkeit und sind das Gegenteil einer fundierten und richtigen Pferdeausbildung.

 

Meine Pferde bekommen bei Fehlverhalten mal einen Klaps auf den Po oder vor den Bug und ich werde auch mal kurz laut. Der Rest läuft über Motivation. Und wenn mir noch einer kommt und meint, ich sollte doch nach diesem Pferdeflüsterer arbeiten, weil der macht das ja viel sanfter... dann dreh ich durch.

1.2.15 13:29
 
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