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Ein paar Gedanken zur Pferdetelepathie und meinem Pferdepsychopathen- Der Abschied vom 29.01.2011

... wie ihr euch denken könnt, habe ich vor einigen Jahren alles ausprobiert. Mein kleiner Pferdepsychopath brachte mich an meine Grenzen und in meiner Hilflosigkeit habe ich wohl alles ausprobieren wollen und ausprobiert. Dennoch, ich bin ein Mensch der Beweise braucht, der einen Handwerker auch erst einstellt, nachdem er weiß, dass er gut arbeitet.

 

Also suchte ich damals nach einem TK (Tierkommunikator). Und da es ja doch Foren gab, schaute ich auch in den Threads nach vertrauenswürdiger Hilfe. Ich nahm ein Foto von einem Pferd, von dem ich alles wusste, das ich auswendig kannte und ließ einige TKs ihre Gespräche führen. Doch sie haben versagt. Nicht einer von ihnen hat in der Nähe gelegen. Natürlich hatte ich meine Fragen und Schilderungen so gehalten, dass man nichts daraus erdenken und erahnen konnte und so mussten sie im dunkeln tappen. Bei einem richtigen Gespräch hätten ich das Pferd aus den Antworten erkennen müssen. Und ich erkannte es nicht.

Nicht auszudenken dies wäre bei meinem Pferdepsychopathen gewesen. Ich hätte keine Chance gehabt, Fragen zu stellen, ohne von unserem Problem zu berichten. Ich hätte ihn fragen wollen, warum er vor allem so viel Angst hat und warum so plötzlich. Warum Dinge den einen Tag so normal waren und er mir doch so vertrauen konnte und am nächsten Tag in Todesangst absolute Panik bekam, nur weil ein Vogel aufflog. Ich wollte ihn verstehen, ihm helfen und einfach wissen, was ich tun sollte. Und diese Möglichkeit, einfach mit ihm sprechen zu können, war einfach verlockend und schien unsere Lösung zu sein... wenn da nicht dieser Zweifel gewesen wäre. Und dieser Zweifel bestätigte sich mit jedem TK, den ich nach dem anderen Pferd befragte.

 

Warum beweisen sie ihr Können nicht? Warum können sie nicht einfach sagen, was es zu sagen gibt und so für die ganze Welt klar stellen, ob sie Blender oder Könner sind? Wäre es nicht in ihrem eignen Interesse, die schwarzen Schafe auszusortieren? Oder sind sie vielleicht doch alle schwarze Schafe und bilden sich vielleicht auch nur ein, dass sie es wirklich können?

 

Ich habe ein Gespür für fast alle Tiere. Mit Empathie und Beobachtungsgabe erkenne ich die Gedanken meiner Lieben. Und auch bei einigen Menschen ist mir dies nicht fremd. Doch Menschen sind falsch. Ihre Masken sitzen fest und täuschen mich das ein oder andere Mal. Aber Tiere sind ehrlich, gerade heraus. Und damit kann ich umgehen. Sie verstehe ich.

Und warum konnte ich ihn nicht lesen? In jedem normalen Moment, jeden Tag, wusste ich was er dachte. Wir waren trozt allem sehr verbunden und ja, ich konnte in diesen Zeiten in ihm lesen, wie in einem Buch. Und er las mich. Und da uns beiden der andere vertraut war, waren wir eine Familie, ein Team. Und dann passierte wieder irgend etwas und ich war plötzlich nicht mehr in der Lage, ihn zu erkennen, zu lesen und zu wissen, was er tat und warum. Ich versuchte mich in Schadensbegrenzung, versuchte ihn aufzuhalten, zu beruhigen, nicht unter die Hufe oder unters Pferd zu kommen und auch ich schien ihm in diesen Momenten fremd zu sein. Jedes Vertrauen, das ihn noch Augenblicke zuvor mit mir durch die Hölle hätte gehen lassen, war komplett weg. Als hätte es mich nie gegeben.

 

Dann war er tot und ich fühlte mich schlecht. Nicht nur seine gefährliche Seite war dort gestorben, sondern vor allem seine geliebte und vertraute Seite.

 

Und ja, ich wüsste heute gern, ob er mir verzeihen kann. Mein Verrat, mein Mord an ihm. Gründe hin oder her, aber ich tötete ihn an einem guten Tag, tötete ihn mit seiner guten Seite vor Augen. Ich las ihn bis zuletzt. Sein Vertrauen, seine Freundschaft, seine Zuneigung hatte ich vor Augen. Ich bin mir sicher, dass auch er bemerkte, dass etwas nicht stimmt. Aber er blieb bei mir, brav und folgsam. Im einzig gefährlichen Moment seines Lebens hatte er keine Angst. Und ich war die jenige, die ihn nun nicht mehr beschützte, sondern die Gefahr zu ihm gebracht hatte.

 

Ich weiß heute, dass ich einen Fehler gemacht habe. Und es tut mir leid. Ja, es tut mir leid. Ich habe einen riesen Fehler begangen und er hat meinem besten Freund das Leben gekostet. Ich habe ihn töten lassen, habe ihn ins Messer laufen lassen.

 

Ich bin nicht perfekt. Ich habe das Beste getan, was ich tun konnte. Ich kann nicht sagen, ob jemand anderer ihn hätte heilen können. Ich habe niemenden gefunden, der es konnte. Vielleicht hätte jemand anderer mehr Glück oder mehr Können bewiesen. Ich weiß es nicht.

 

Ich weiß nicht, ob es jemand anderer geschafft hätte, aber besser hätten es bestimmt viele machen können. Ich bin nicht schlecht, aber ich war nicht gut genug. Es hat nicht gereicht. Und er musste dafür bezahlen.

 

Viele Jahre hat es nun gedauert, bis ich mit ihm und mir einigermaßen im Reinen bin. So lange ich mich damit gequält habe, was ich hätte besser machen können, war ich blockiert. Ich kann die Vergangenheit aber nicht ändern. Davon wird er nicht mehr lebendig.

 

Aber ich kann ihm sagen, dass ich ihn geliebt habe und wohl immer noch liebe. Er war mein Freund und ich kann sagen, dass es mir leid tut. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich weiß immer noch nicht, was ich hätte besser machen können, anders machen können. Doch diese Frage führt zu nichts. Ich kann nur noch eingestehen, dass all mein Können und all meine Bemühungen nicht gereicht haben und dass ich viele Fehler gemacht habe. Und das tut mir leid.

 

Wenn ich heute einen TK finden würde, falls es wirklich einen gibt, dann wüsste ich nur eines gern: Kannst Du mir verzeihen?

1.2.15 13:25
 
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