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Trends in der Pferdeszene vom 09.01.2011

Damit meine ich ausnahmsweise mal nicht die Eskadron-Fuzzies mit ihrem Deckchen- und Fliegenmützchen-Wahn.

 

Wobei, einen kleinen Abstecher kann ich ja auch mal dahin einlegen.

Es ist Winter und was braucht man da zum Ausreiten? Genau, eine Fliegenmütze. Gerade im Winter ist das sehr wichtig! *Achtung ironie*

Das ist nur eines von ganz vielen Fotos, die ich gefunden habe. Und genau darum geht es. Neuerdings gibt es den Kollektionen-Trend. Dass dies vor einigen Jahren noch peinlich gewesen wäre, dass man sich völlig overdressed niemals auf einen Ausritt begeben hätte und lieber dafür gesorgt hätte, dass das Ross glänzt und vernünftig in Form ist... das hatte ich ja schonmal geschrieben.

 

Aber es gibt auch sonst sehr viele Trends, denen die Pferdeszene unterworfen ist. Ritt vor vielen Jahren noch jeder Englisch (damals hieß es noch deutsch. Mittlerweile hat sich nur durch die Bezeichnung englisches Reithalfter und englischer Sattel diese Bezeichnung auch auf die Reitweise erweitert), kam irgendwann das Ponyreiten auf Isländern und somit das Gangpferdereiten auf. Dann wurde Westernreiten zum Trend und es kamen auch weitere Randgruppen hinzu. Die Barockreitweise und die französische Legerte gesellten sich hinzu... und jede Reitweise bekam einmal ihren Platz ganz oben in den Berichterstattungen. Jede Reitweise hatte ihre berühmten 10 Minuten.

 

So bekam auch Horsemanship seinen Ruhmeszeitraum. Angefangen bei Linda Tellington-Jones über Pat Parelli und Monty Roberts. Sie alle wurden bejubelt und durften sich im Ruhm sonnen. Einige, wie Linda, bekamen Kritik wegen leicht esoterischer Züge, wieder andere wurden als zu konsumorientiert abgestempelt.

 

War zu Anfangszeiten meines Pferdepsychopathen noch der erste Tip, es mit Guru xy zu versuchen, so würde mir heute davon abgeraten. Nun, da auch Gurus dem Tier nicht zu helfen wussten und ich eh nach jedem Strohhalm gegriffen habe, hätte es keinen Unterschied gemacht. Dennoch bin ich verwundert, wie sich eine Meinung von damals heute so grundlegend ändern kann.

 

Und ebendies ist auch z.B. beim Sattel der Fall: Vor einigen Jahren gab es einen Trend: Die Auflagefläche bei fast allen Sätteln wurde wie beim Trachten- oder Wanderreitsattel vergrößert. Dies traf seltsamerweise gleichzeitig mit dem Höhepunkt der Westernpopularität zusammen. Obwohl, so seltsam scheint es in dem Zusammenhang gar nicht, denn gerade Westernsättel zeichnen sich durch ihre große Auflagefläche aus.

 

Tatsächlich hatte ich damals einfach einen passenden VSD-Sattel mit recht kurzen Kissen. Eigentlich war ich mit ihm zufrieden, schielte aber dennoch immer öfter zu den Wanderreit- und Trachtensätteln. Ein Militärsattel, mit dem meine damalige Reitbeteiligung geritten wurde, schien für mich das Optimum.

 

Und heute ist es genau umgekehrt. Waren die letzten Jahre Keilkissen der letzte Schrei (egal ob sie zur Rückenform passen oder nicht), sind es nun die Bananenkissen (bzw. kurzen Kissen). Die Auflagefläche soll nun so kurz wie möglich und der Kissenkanal so breit wie möglich sein. Dadurch verkleinert sie sich aber nicht unerheblich. Der Preis für die große Freiheit im Wirbelbereich und dem Bereich der hinteren Rippen ist eine sehr viel höhere Belastung auf dem restlichen Auflagebereich. Ob dies so gut ist? Nun, nach wie vor fragt hier niemand nach. Die Argumente sind ja auch logisch. Übrigens genau so logisch, wie damals die Argumente FÜR eine größere Auflagefläche.

 

Die gleichen Trends findet man ständig, sei es beim Reithalfter (Hannoversche sind ja sooooo böse und verschleiern ja nur schlechtes Reiten), den Gebissen (heute sind es anatomisch geschwungene, dünne Gebisse aus Aurigan) und Bandagen und Gamaschen (eine Zeitlang waren es feste Gamaschen, dann Kunststoff, dann Neopren, dann Fesselkopfgamaschen und heute Lammfellunterlegt).

 

Der Trend geht auch immer mehr ins Extreme. Die Flauschereiter sind auf ihrem Höhepunkt. Reitweisen werden nun nicht mehr mit Disziplin, Gymnastizierung, Gesunderhaltung und Gehorsam definiert, sondern mit Pferdefreundlichkeit, Freundschaft, Gleichberechtigung mit dem Pferd. Wer wirft mit den weichesten Wattebällchen? Wer streichelt sein Pferd am Besten zum Sieg?

Ich hoffe, dass diese Trends ganz schnell wieder verschwinden. Den Pferden zu liebe.

1.2.15 13:21
 
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