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Stallbetreiber - Tyrann und Alleinherrscher aus Leidenschaft? 30.10.10

Nun, als Pferdehalter in einem Pensionsbetrieb hat man es nicht einfach. Inzwischen habe ich einige Ställe durch und möchte meinen jetzigen nicht verlassen müssen. Denn bei meinem jetzigen stimmt einfach das Verhältnis mit den Stallbesitzern. Warum das so wichtig ist? Ich plaudere dann mal ein wenig aus dem Nähkästchen:

 

Vor vielen, vielen Jahren stellte ich mein erstes Pferd in einen Pensionsstall ein. Ich kannte den Pferdezüchter, er hat sehr gute Pferde und ich habe ihm vorher ein paar Mal auf Stutenschauen geholfen und war gerne bei ihm im Stall. Dass die Pferde im Winter in Boxen standen und gar nicht raus kamen, habe ich damals nicht gefragt oder gesehen. Ich war recht naiv.

 

Nun, ich fragte damals beim Pferdekauf nach einer Box und wurde somit Einsteller in seinem Stall. Und die Tortour begann:

 

Mein Pferd durfte mit seinen teuren Zuchtstuten nicht auf die selbe Weide. Die Junghengste standen auch für sich, die Jungstuten bei den Zuchtstuten und so stand mein Pferd alleine. Ganz alleine. Er rannte regelmäßig Furchen in den Boden, immer am Zaun entlang. Er durfte nicht zu den anderen.

 

Im November wurde dann eingestallt. Die Pferde durften nun gar nicht mehr raus. Mein Pferd bekam, trotz der mehrfachen Aufforderung, es zu lassen, jeden Tag den Trog voll Hafer und da ich nach der Arbeit immer erst spät auf dem Hof war, war an Reiten nicht zu denken. Das Pferd ging permanent durch. Kein Auslauf, viel Hafer, wen wunderts.

 

Misten durfte ich auch nicht. Nur drei Rippen eines kleinen Handballens Stroh durfte ich pro Tag benutzen und keinen Mist entfernen (einen Misthaufen gab es nicht).

 

Ich suchte also so schnell wie möglich einen neuen Stall. Als ich ging, wurde ich beschimpft und bedroht. Ich solle mich ja nicht wieder blicken lassen... als ob ich das gewollt hätte.

 

Nun stand ich in einem neuen Stall und irgendwie kam ich vom Regen in die Traufe. Zu Anfang war noch alles perfekt. Die Pferde standen im Winter auch auf der Weide, ich durfte jeden Tag misten, mein Pferd stand in der Herde und die Fütterung mit Kraftfutter bestimmte ich selbst. Doch hier gab es einen anderen Knackpunkt: Die SBs waren einfach größenwahnsinnig.

 

Sie nahmen sich jedes Recht gegenüber den Einstellerpferden heraus. Wirklich JEDES. Und auch die Ausrüstung wurde je nach Laune benutzt. Wohl gemerkt, die Ausrüstung der Einsteller von den Stallbetreibern.

So war dann öfters der Sattel nicht da, wenn man selbst reiten wollte oder die Pferdedecke lag auf deren Pferden, Halfter verschwanden und tauchten in deren Verein (zu dem sie täglich in die Halle fuhren) wieder auf...

Und auch vor den Pferden wurde nicht halt gemacht. Jetzt haltet euch fest, denn sowas werdet ihr hoffentlich nicht nochmal lesen:

 

- Sie stellten die Herden nach gutdünken immer wieder neu zusammen. Ein dominanter Wallach, der nur mit rangniedrigen verträglich war, wurde einen Tag ohne Einverständnis oder Wissen der Besitzer mal eben mit einem ebenfalls dominanten, vollbeschlagenen Wallach auf die Weide gestellt. Sie wollten den Besitzern zeigen, dass diese wohl keine Ahnung hätten und die SBs im Recht seien. Der unbeschlagene Wallach war danach tot.

Sie drohten, wenn jemand erzählen würde, dass das andere Pferd auf der Weide war, würde man sehen, was man davon hat... sehr nett. Die Besitzerin des toten Pferdes hat es dennoch von mir erfahren.

 

- Als eines ihrer Pferde die Tränke so beschädigt hatte, dass seine Box und der ganze Stalltrakt unter Wasser stand, da stellten sie ihre Pferde einfach in die Boxen der Einsteller. Die Einsteller mussten sich nun mit anderen Einstellern die Boxen teilen oder sie auf der Stallgasse lassen.

 

- Als sie für einen Sankt-Martins-Umzug ein Pferd brauchten, fragten sie einen Einsteller. Der lehnte ab. Sein Pferd wäre nicht nervenfest genug. Blaskapelle, Fackeln und Laternen und viele, viele Leute... das wäre nichts für sein Pferd.

Einen Tag nach dem Umzug wurde der Einsteller angesprochen, dass ein Pferd ja toll mitgemacht hätte. Die SBs hatten es trotzdem genommen. Der Einsteller ging sofort auf die Barrikaden und meinte, es wäre unverantwortlich, da hätte alles mögliche passieren können, das Pferd wäre zu nervös für so etwas. Die SB lachte nur und sagte: "Bayer machts möglich!". Ein klarer Hinweis auf die Verwendung von Beruhigungsmitteln.

 

- Dann noch die Kleinigkeiten: Einem Wallach wurde beim Gang auf die Wiese mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen, weil er drängelte. Stoh wurde nachts aus den Boxen wieder rausgenommen, wenn es knapp war. Verletzte Pferde wurden dem Besitzer nicht gemeldet und verletzt auf der Wiese stehen gelassen. Wenn der Besitzer abends dann kam, wurde ihm vor Aufsuchen der Weide kurz mitgeteilt, dass das Tier eine blutende Verletzung habe, er solle sich das mal ansehen.

 

- Ein Pferd, welches psychisch einfach völlig durch war, wurde in Abwesenheit der Besitzer heimlich trainiert. Man sah ihn ihm eine Herausforderung und war der Meinung, das Tier brechen zu können und so seine Ängste überwinden zu können. Das Tier wurde heimlich mit Hengstkette und Steigergebiss und Gerten zum Gehorsam gezwungen... bzw. sollte gezwungen werden. Die Sache flog auf , als das Tier es trotz der Zwangsmaßnahmen schaffte, sich loszureißen und Flurschaden beim Nachbarn anrichtete.

Als dieser dann seinen Schaden anmeldete, hängten sich die SB gleich mit dran. Während dieser "Trainingsmaßnahmen" hatte das Tier deren Zäune, Zäume und einen Sattel zerstört. Nun wo es aufgeflogen war, wollten sie sowohl fürs Training als auch für die zerstörten Dinge Geld haben...

 

So etwas ist krank?

Nun, ich kenne diese Geschichten nicht nur von diesem Stall. Vielleicht ist es der Menschenschlag in meiner Gegend, die so ein Großherrentum hervorbringt. Oder eine ansteckende psychische Krankheit wird hier mit dem Pferdefutter verbreitet. Aber diese Geschichten sind wahr. Und es gäbe noch viel mehr zu erzählen...

 

Und? Sind deren Ställe leer?

Da sich hier anscheinend jeder zum Diktator aufschwingt, der einen Pferdestall vermietet oder als Stallbetreiber fungiert, ist es wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Ich wüsste außer meinem jetzigen KEINEN Stall, in dem ich stehen möchte. Dennoch, die Ställe sind besetzt. Und so dringen immer wieder neue Schauergeschichten an mein Ohr.

Die gruseligsten Geschichten schreibt doch echt das Leben selbst.

Happy Halloween.

1.2.15 13:12
 
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