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Wo sind die Verlasspferde? vom 29.09.2010

Kennt ihr echte Verlasspferde? Ich meine jetzt keine halbtoten Tiere, die man zu jedem Schritt zwingen muss und die deswegen schon ungfährlich sind, weil sie lieber stehen bleiben, als sich zu erschrecken.

 

Nun, in meinem Leben bin ich schon so einigen Verlasspferden begegnet und leider begegne ich immer weniger solcher Tiere.

Wo sind die Pferde, die einfach Spaß machen, die einfach jeden Blödsinn mitmachen, ohne mit der Wimper zu zucken auch an bösen Dingen vorbei gehen, einfach weil der Mensch es richtig findet.

 

Wo sind die Ponys, die nach einem flotten Galopp auf normale Hilfen wieder runter kommen, und auch danach ohne Probleme im ruhigeren Tempo bleiben?

 

Wo sind die Pferde, die auch nach einer Stunde Schweifverlesen immer noch brav am Anbinder stehen, auch wenn der Rest der Herde über die Prärie prescht?

 

Was ist mit den Ponys passiert die auch beim zwanzigsten Kind auf dem Rücken noch anständig blieben und ohne zu buckeln oder zu beißen ihren nicht ganz einfachen Job machten.

 

In meiner Jugend sah ich viele solcher Pferde. Vielleicht weil man Jugendliche eher mit dieser Spezies Pferde allein lässt, als mit den ganzen hochgepuschten und aufgedrehten Sensibelchen. Da machte Reiten noch Spaß, da musste man sich vor dem Galopp keine Gedanken machen, ob der Bremsweg auch reicht und wenn der Heimweg an einer Hauptstraße vorbei führte, dann war das eben so. Da wurde sich kein Gedanke über eventuelles Verkehrsaufkommen gemacht, da wurde eben dort geritten.

 

Und heute? Heute denkt man über den Verkehr nach, welche Uhrzeit man gerade hat, ob Berufsverkehr unterwegs ist und ob der Bus um diese Zeit hier lang fährt. Und wenns nicht passt, geht man diesen Weg dann nicht.

 

Auch die Kuh-Frage stellte sich damals nicht. Wenn der Bauer Kühe zur Weidepflege einsetzte, dann stand das Pferd halt dazwischen. Da wurde nicht gefragt, ob es Angst davor haben könnte.

 

Und wenn die Boxen getauscht wurden, dann wurden sie getauscht. Meine Mädels haben mir bei einem ähnlichen Versuch neulich nen Vogel gezeigt.

 

Also woran liegt es, dass die Pferde heute einfach nicht mehr so einfach sind, wie damals? Warum ist alles so kompliziert?

 

Habe ich mir tendenziell schwierigere Pferde ausgesucht, weil ich mich als erfahrener Reiter nach der größeren Aufgabe sehne?

 

Ist es meine Lebenserfahrung und die damit einhergehende Vorsicht mit allen Bedenken, die sich auf meinen Umgang mit den Pferden und damit ihr Verhalten auswirkt (kurz: macht meine eigene Vorsicht die Gäule kirre?)

 

Sind die Pferde heute im Gegensatz zu damals einfach mehr auf Reaktion und Leistung gezüchtet und damit der Reiter dem nicht mehr gewachsen?

 

Wurden die Pferde damals noch professionell gezogen, erzogen und ausgebildet und ist das heutige Problem durch laienhafte Ausbildung und Defizite in der Aufzucht entstanden?

 

Man sagt mir nach, ich hätte ein Händchen für Pferde, da ich für gewöhnlich die Ruhe behalte, den Überblick habe und meine phlegmatische Art die verrücktesten Gäule wieder auf den Boden zurück holt. Ist es daher verwerflich, dass ich mir langsam wünsche, was jeder Depp haben könnte - sprich, ein ruhiges Anfängerpferd ohne Allüren?

Doch würde das Anfängerpferd bei meiner inzwischen fehlenden Unbefangenheit nicht auch wieder zu dem werden, was ich ohnehin im Stall stehen habe (sprich, ein leicht schwieriges Sensibelchen)?

 

Denke ich zu viel nach?

 

Nun, einerseits bestimmt nicht. Meine Pferde haben ihren eigenen Kopf und den hätten sie auch, wenn ich meinen alten Mut und Übermut noch hätte. Doch denke ich, würde es mir weit weniger ausmachen.

 

Junge Pferde für den alten Reiter und alte Pferde für den jungen Reiter? Nun, ich bin ein alter Reiter und sehne mich nach einem erfahrenen Pferdeveteranen. Mögen sich die jungen Reiter die Hörner an den Pferden abstoßen, die vor Energie nur so strotzen und deren Reaktionsvermögen und Kraft meine derzeit weit übersteigt. Ich wünsche mir ein wenig reiterliche Langeweile. Auch das kanns geben.

1.2.15 13:05
 
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