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Die Sache mit der Erziehung vom 08.08.2010

Meine Regeln sind klar, sie sind strukturiert und sie gelten immer. Das macht es für ein Pferd einfach, sie zu befolgen. Nein, ich bin kein Diktator, ein Pferd darf bei mir gerne Pferd sein. Allerdings erleichtern diese Regeln gerade den Umgang mit der etwas selbstbewussteren Pferdespezies.

 

Eine Regel besagt z.B., dass ich entscheide, wo das Tier hingeht. So etwas nennt man Führen. Ich führe und das Pferd folgt. Sehr einfach, oder?

Andere Leute scheinen es mit dieser Regel nicht so genau zu nehmen. Sie folgen eher am Strick dem ohnehin zufällig gerade in diese Richtung gehenden Pferd. Schlägt es mal eine andere Richtung ein, dann folgt Mensch entweder freiwillig (während er verzweifelt versucht es so aussehen zu lassen, als ob er genau dahin eh wollte) oder er wird mitgerissen.

Wieder anderen Leuten wird in dem Moment dann plötzlich wieder klar, wo sie eigentlich hin wollten und das sie sich ja durchsetzen müssen und zerren das (nun unwillige) Pferd hinter sich her.

 

Selbstbewusstere Pferde stemmen sich her gerne mal dagegen. Nun sind sechshundert Kilo Vierhufantrieb gegen sechzig Kilo Zweibeinantrieb ziemlich überlegen. Und sie können das merken und daraus lernen. Schlecht nur, wenn sie in Zukunft auch versuchen ihren Willen auf der nächsten Straße gegen ein paar Tonnen Lastwagen versuchen durchzusetzen.

 

Dafür habe ich meine Regeln. Sie gelten immer und so wird schon im Ansatz dafür gesorgt, dass sie befolgt werden. Mit dem richtigen Auftreten und je nach Pferdetyp abgestimmter Dosierung  nimmt man im täglichen Umgang gleich den Wind aus den Segeln. Und fühlt sich das Pferd schlecht dabei? Ich denke nicht, denn es kann sich in meinen Grenzen sicher und frei bewegen, kennt diese und kann einschätzen, was es tun darf und was nicht. Das gibt Sicherheit.

 

Und nun war ich heute das erste Mal nach Wochen wieder mit Puppi draußen. Sie war in Lauflaune und entsprechend kernig. Auf die alte Oma im Schlepptau wollte sie nicht so recht warten und schritt fleißig aus. Nur hieß das, dass sie alle fünf Minuten anhalten und auf die Oma warten musste. Die Regel war klar. Frauchen sagt halt und Puppi steht. Das ging etwa eine halbe Stunde gut. Dann wurde sie warm, fühlte sich in ihrem Bewegungsdrang gestört und meckerte doch sehr, was das Stehenbleiben anging. Sie war immer noch haltbar, aber man merkte klar, dass man sich bei ihr an Grenzen bewegte, die man besser nicht überschreiten wollte. Nun bestand der Balanceakt darin, sie nicht merken zu lassen, dass sie einem kräftemäßig überlegen war und man sie zum Anhalten eh kaum zwingen konnte, sie aber so lange zurückzuhalten, dass sie wenigstens kurz zum Stehen kam und man seinen Willen durchgesetzt bekam.

 

Man hatte den Eindruck bei zu viel Härte würde sie richtig fies werden. Gezickt wurde auf jeden Fall schon ordentlich.

Nun dieser Balanceakt war heute schon ein Anfang. Aber das muss weiter geübt werden. Es kann nicht sein, dass sie beim Anhalten kurz innehält und dann versucht sich mit buckeln und steigen zu entziehen, wenn sie nicht gleich loslaufen kann.

 

Der Galopp am heutigen Tag sollte daher auch kontrolliert gesetzt erfolgen. Sie wurde angetrabt und aus dem Trab heraus sollte sie in den Galopp. Die erste Hilfe ignorierte sie, da die Hand nicht vorgab (meine Schuld). Beim zweiten Mal ließ ich die Hand vor und sie buckelte sich ihren aufgestauten Frust erstmal ab. Mist. Genau das hab ich mir gedacht. Kaum hat die Dame mal ein paar Wochen eine Reitbeteiligung vergisst sie ihr gutes Benehmen.

 

Die RB war auf der Oma knapp hinter uns und ich erklärte ihr, warum es zu diesen Bucklern gekommen war. Ein Pferd verspürt bei klaren Regeln selten Frust. Es kennt seine Grenzen, testet sie mal ab und zu aus und dann wars das wieder. Ein Pferd, welches einige Tage oder Wochen diese Regeln nicht befolgen muss (weil die Mädels sie im Gelände nicht stehen und warten lassen und sie im Galopp rennen lassen), ist dann frustriert, wenn es nicht darf.

Ich hoffe die RB hat sich das gemerkt und arbeitet jetzt mit mir gemeinsam an der Erziehung. Puppi ist da zu eigensinnig und temperamentvoll, um sie ohne Bremse durchs Gelände laufen zu lassen.

 

In diesem Sinne, achtet auf die Erziehung eurer Pferde, sonst schicke ich euch ein abschreckendes Beispiel vorbei .

1.2.15 12:59
 
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