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Tragödie und kein Geld vom 29.05.2010

Vorhin kamen mir die Operationsbilder einer offensichtlich verpfuschten Operation an einem im Bauchraum liegenden Hoden auf den Bildschirm. Ich habe sie ausgiebig betrachtet und mir die Hintergrundgeschichte noch einmal genau durchgelesen. Ganz großer Mist muss man sagen und nicht nur in einer HInsicht. Nun, hier mal von Anfang an:

 

In einem großen Pferdeforum schrieb vor einiger Zeit eine junge Frau, sie habe sich ein Pferd gekauft (Klopphengst, also ein Hoden noch im Bauchraum vorhanden) und dieser hätte in der ersten Nacht gleich den Zaun nieder gemacht und ein Pony schwer verletzt. Sie wolle das Pferd wieder zurückgeben.

 

Im laufe dieses Threads meldete sich die Ex-Besitzerin und Verkäuferin. Sie könne das Pferd nicht zurücknehmen. Ein Streit entbrannte. Irgendwann hatten sich auch neue Kaufinteressenten in diesem Thread eingefunden.

 

Das Pferd kam also erstmal in den Stall eines Händlers, wurde von den Forums-Kaufinteressenten wegen einer Lahmheit nicht genommen und mir tat das Tier irgendwie leid. Damals fand ich schon, dass mit dem richtigen Zaun und der richtigen Eingliederung (und einer völligen Kastration) eine Eingliederung hätte klappen können. Aber da waren wohl auch finanzielle Gründe im Spiel. Das Pferd war billig, die Operationskosten schienen überschaubar, also her mit dem Tier, werden sie sich evtl. gedacht haben.

 

Nun stand das Tier also beim Händler und da fand ihn dann wohl jemand. Sie kaufte das Pferd und ließ es kastrieren. Dem Tier ging es nach der Kastra jedoch schlecht. Sie setzte sich noch ein paar Mal drauf, so weit das Pferd gerade konnte, insgesamt baute das Tier jedoch weiter ab und bekam schließlich eine Kolik.

 

In der Klinik bei der Kolikoperation kam dann heraus, dass der Hoden immer noch im Bauchraum war, dafür einige Löcher in Leiste und Bauchgewebe waren. Ich habe die Fotos gesehen, da hat jemand wirklich schlecht operiert und auch mir erschließt sich nicht, was er denn da um HImmels willen gemacht und entfernt hat. Durch das Loch in der Leiste ist der Darm gerutscht und abgeklemmt worden, was zur Kolik führte. Das Pferd hat die Kolikoperation nicht überlebt.

 

Es ist eine üble Tragödie, die meiner Meinung nach nicht nur am schlechten Tierarzt hängt. Ein wenig mehr Geld bei der ersten Verkäuferin und sie hätte ihn bei sich kastrieren lassen können in einer Klinik ihrer Nähe. Der Tierarzt wäre hoffentlich ein anderer gewesen. Nun gut, sie hat das Pferd ja auch aus Geldnot verkauft. Eine ansich weise Entscheidung. Großer Mist natürlich, weil so eine Operation vorher hätte gemacht werden sollen. So ein Pferd verkauft man wenn möglich eher nicht oder erst nach der OP.

 

Dann die erste Käuferin. Der schlechte Zaun, das übereilte zurückgeben wollen und zurückgeben... das alles war Stress fürs Pferd und sowas von unnötig. Ob sie das Geld für diese OPs gehabt hätte? Ich fürchte eher nicht. Gut, dass das Pferd hier nicht operiert wurde und wieder eine Chance auf ein Zuhause bekam. Schlecht, das es den ganzen Stress erst mitmachen musste.

 

Die neue Käuferin hat eigentlich nicht viel falsch gemacht. Ich hätt mich zwar auch auf tierärztliches okay nicht auf ein Pferd gesetzt, welches nicht wirklich fit ist, aber das ändert ja auch nichts mehr an dem Ergebnis. Sie hat ihr Auto verkauft um die Klinik zu bezahlen, muss jetzt jeden Pfennig umdrehen, für den Anwalt. Den schlechten Tierarzt hat sie schon bezahlt, den Kaufpreis wohl auch. Sie steht nun ohne Pferd mit ihrer Trauer und einem Berg von Rechnungen ganz allein da und daher trifft sie mein volles Mitgefühl.

 

Eine Tragödie sondergleichen.

 

Hier zeigt sich aber nebenher wieder eines: Wer kein Geld übrig hat, sollte das mit den Pferden wirklich lassen. Schnell sind tausende Euros verschlungen. Sie ist finanziell grad am Ende der Fahnenstange. Andere wären es weit früher gewesen. Andere hätten jetzt noch Luft. Ich bin dann doch lieber derjenige, der ein wenig Luft hat und kalkuliere nicht zu knapp. Besser ist das. In so einem Fall wäre die Trauer und Wut genug um mich zu belasten. Auf die finanzielle Tragödie zusätzlich werde ich hoffentlich (sollte mich ein solcher Schicksalsschlag treffen, was der HImmel verhüten möge) verzichten dürfen.

 

Ein weiser Spruch: Als Pferdehalter kann man nur ein kleines Vermögen haben, wenn man zuvor ein großes Vermögen hatte.

In diesem Sinne, passt auf eure Pferde auf und freut euch an ihnen. Lebt und genießt den Tag. Das Leben ist vergänglich.

1.2.15 12:50
 
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