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Pferdeschutz und Geld vom 01.08.2010

Pferde kosten Geld. Viel Geld. Und es gibt Pferde, die bei Tierschützern landen. Soweit so klar. Nun kann man auf die Frage kommen, wie ein Tierheim, eine Pflegestelle oder ein Privatmann die doch recht zahlreichen beschlagnahmten oder geretteten Pferde so bezahlt. Denn schon bei Katzen- und Hundepflegestellen summieren sich die Kosten weit über die Möglichkeiten vieler Tierschützer hinaus. Dabei handelt es sich hier doch gegen die Kosten, die ein Pferd verursacht, oft um Peanuts.

 

Ein bischen gestöbert und schon findet man heraus, dass es sich bei Pferderettern zu einem Großteil um engagierte Privatleute handelt. Hier wird die Sache aber wieder komplizert. Während vom Vet-Amt beschlagnahmte Pferde für gewöhnlich einfach nur extern untergebracht und vom Staat bis zur Vermittlung oder Erlösung bezahlt werden (das Amt holt sich die Kosten auch gerne vom Ex-Halter wieder), werden viele Pferde von Privat auch auf eigene Kosten gehalten.

 

Und während schon die staatlich unterstützte 'Tierschutzorganisation ein Problem mit den Kosten hat, sind diese Leute auch noch von staatlichen Hilfen abgeschnitten. Eine noch schlechtere Ausganglage.

Staatliche Unternehmen können offiziell Spenden annehmen und Spendenquittungen fürs Finanzamt ausstellen, versteuern ihre Einnahmen soweit nötig und bewegen sich im rechtlich einwandfreien Rahmen. Bei Privatleuten wird es da etwas schwieriger.

 

Wofür spende ich da überhaupt? Dafür, dass ein Mensch mit Helfersyndrom und Gottkomplex ein Pferd nach dem anderen aus dubiosen Verhältnissen anschafft und diese doch eigentlich eh nicht bezahlen kann?

 

Wie ich jetzt darauf komme? Nun in einem meiner vielen Pferdeforen gibt es den Fall eines Jungpferdes. Es kam vom Züchter und hatte mehr als einen offensichtlichen "Mangel". Es wäre daran nicht gestorben, doch angenehm war sein Leben damit nicht wirklich. Ein chronisch krankes und unerwünschtes Fohlen (so ein Züchter bangt auch immer gern um seinen Ruf) wurde nun gekauft und im Forum um Hilfe gebeten.

 

Was für Hilfe denn? Man hat das Tier doch offensichtlich privat gekauft, weil man es retten wollte. Also musste man die Kosten im Vorfeld kalkuliert und eingeplant haben, sonst hätte man es wohl kaum getan. Nun gibt es wohl die Option einer Operation. Es wird im Forum ausdrücklich betont, dass das Pferd die Operation derzeit nicht bekäme, weil es die Chance hat, auch ohne OP ein ziemlich normales Leben zu führen. Man würde das Geld dafür aber haben... nicht dass jemand denkt, sie würden die OP aus Kostengründen dem Pferd vorenthalten.

 

Nun wurden einige Sachspenden von einigen Usern bereits getätigt. Auf die Frage, was die "Retterin" denn noch bräuchte, wurden diverse Decken (z.B. eine Regendecke) genannt. Wohl gemerkt, es handelt sich hier um ein Jungpferd, welches im Normalfall mit seinen Altersgenossen auf einer Jungpferdeherde stehen sollte... ohne Decken und sonstigen Firlefanz.

Und mal ehrlich: Kein Geld für eine (unnötige) Regendecke, aber die OP-Kosten locker in der Hinterhand? Das Widerspricht sich meiner Meinung nach total.

 

Also meinetwegen rettet alle Pferde dieser Welt... aber bitte auf eigene Kosten.

1.2.15 12:58


Rechtlich heikel, aber tierärztlich okay? vom 22.07.2010

Puppi hat Probleme mit Grasmilben. Und nein, es sind keine Herbstgrasmilben, die im Herbst kommen und den Sommer über Ruhe geben... nein, die sind schon ab Juni spätestens voll aktiv. Und so lebte ich jedes Jahr mit offenen Beinen meiner Puppi.

Zunächst gingen wir von Mauke aus (aber warum im Sommer?). Zink-Lebertran-Paste, Waschungen mit Schmierseife, Heilsalbe, Wundsalbe, Zinksalbe, Zinkpaste, Rivanolsalbe... nichts brachte Linderung. Bis zu den Sprunggelenken war alles offen, krustig und nässend.

 

Dann kam der Versuch mit Ivermectin (eine Wurmkur auf die Beine aufgetragen), weil der Verdacht auf Grasmilben bestand. Warum das nicht half, kann ich nicht sagen. Und so kamen wir vom Befund Milben ab und dachten an photoaktivierte Dermatitis. Sie bekam luftige aber lichtdichte Gamaschen... es half nicht.

 

Ein Bericht im Landwirtschaftlichen Wochenblatt half. Hier konnte man auf der Weide Grasmilben nachweisen, in dem man ein Blatt Papier (weiß!) auf die Wiese legte und abwartete. Tatsächlich sprangen kleine Insekten auf das Papier und der Vergleich mit der Beschreibung und Abbildung von Grasmilben brachte eine recht hohe Population dieser Tiere auf meiner Weide zu Tage. Da Puppi weiße Beine hat, konnte ich mir jetzt auch vorstellen, warum gerade sie Probleme mit diesen Viechern hat.

 

Ein anderer Tierarzt half: Er verordnete Butox. Und nun kommts. Butox ist nicht für Pferde zugelassen. Dennoch versuchte ich es (damals noch nichts ahnend) und es half perfekt. Seitdem befinde ich mich auf dem Pfad der illegalen Verwendung von Medikamenten - tierärztlich abgesegnet.

 

Und wenn man weiter forscht, stellt man fest, dass das Rivanol (welches die Pferde hier alle nach wie vor bei Entzündungen oder Hufgeschwüren bekommen) ebenfalls nicht mehr für Pferde zugelassen ist.

 

Das gleiche gilt für ebenso viele andere Hausmittel, die sofort vom Tierarzt und befreundeten Tierhalter als Mittel der ersten Wahl empfohlen werden. Blauspray ist hier ein gutes Beispiel.

 

Also bewegen wir uns weiter auf dem Weg der illegalen Medikamentenumwidmung oder suchen wir weiter... und lassen unsere treuen Vierbeiner inzwischen mit halb- oder unwirksamen Medikamenten unter ihren Wehwehchen und Läsionen leiden? Entspricht das denn dem Tierschutzgesetz? Muss ich nicht sofort versuchen Linderung zu verschaffen und verstößt es nicht auch gegen das Gesetz, ein Tier unnötig leiden zu lassen, wenn man doch weiß, das etwas da ist, was hilft?

 

Wie auch immer, lasst euch nicht erwischen!

1.2.15 12:57


Das Reiten genießen vom 18.07.10

Neulich mit Puppi im Gelände. Wir arbeiten am "Zügel aus der Hand reißen" und ich bin weiterhin dabei, sie auf gebissloses Reiten umzustellen. Mit Sidepull stellt sie sich auch ganz gut an und so wagten wir den ersten längeren Ausritt auf Sidepull.

 

Es lief wie immer sehr gut. Wir waren uns immer einig, sie hatte Freude an der Sache und ich auch. Und dann kamen wir an DEN BERG. Ein schöner Berg, wenig Steine, federnder Boden, Schatten, hohe Nadelbäume rechts und links... etwa zwei Kilometer leicht bergauf. Puppi zog an, doch ein leichtes zupfen und einsitzen und schon ging sie brav im Schritt weiter. Für ein Vollblöd lässt sie sich meist ganz gut zurückhalten.

Nach dem ersten Drittel war der Weg gerade, man konnte bis zur Höhe hinaufschauen. Kein Mensch weit und breit, kein Hindernis, alles frei.

 

Ein leichter Impuls mit den Beinen, ein Küsschen und schon war Puppi im Galopp. Man merkte, wie viel Energie da in dem Pferd war und diese Energie wollte heraus. Das Knie schien sie wohl immer ein wenig gedrosselt zu haben. Doch davon nun keine Spur. Ja, ihre Kniescheibe ist wieder in Ordnung. Zeit das auszunutzen. Und während ich sonst auf Ordnung und Disziplin und Sicherheit achte und immer schön jeden Galoppsprung kontrolliert reite, fühlte ich mich plötzlich mutig, jung und frei und gab Puppi die Zügel, lehnte mich weit nach vorn im leichten Sitz und feuerte sie an.

Wow, was für ein Galopp. So ein Tempo. Es war Wahnsinn. Der Fahrtwind wehte mir ins Gesicht und ließ die Augen tränen, der Helm wäre, wenn er nicht so perfekt passen würde, nach hinten gerutscht (ich merkte den Druck vom Wind gegen den kleinen Helmschirm schon enorm). Sie rannte aus voller Lebensfreude ... und ich kann mich nicht erinnern, jemals einen schnelleren Galopp geritten zu sein (und eigentlich stehe ich ja auf hochblütige Pferde, die im Tempo durchaus schon beeindruckend waren).

 

Wie lange ist es her, dass ich das Reiten so in vollen Zügen genossen habe. Den Rausch des Tempos so verspürt habe. So lange Puppi sich weiterhin daran erinnert, dass man auch ruhig Galoppieren kann, ist alles in Butter.

 

Ihr seht also, dass ich länger hier nicht schreibe liegt nicht an neuen, größeren Katastrophen, sondern am schönen Wetter und der Ereignislosigkeit der letzten Tage.

 

Im Übrigen: Sie zieht die Zügel fast nicht mehr aus der Hand. Nun wäre es schön, wenn sie konstant über den Rücken gehen würde und bei Aufregung nicht vergessen würde, dass sie keine Giraffe ist.

1.2.15 12:56


Gegen den Frust 03.07.10

Zuletzt hatte ich ja von dem "Zügel-aus-der-Hand-reißen-Problem" berichtet. Ich habe jetzt einiges probiert, bin aber nicht einen Schritt weiter.

 

Also zunächst habe ich einen gebisslosen Zaum unter die Trense geschnallt. Ich habe sie vor einigen Jahren schonmal versucht zum Spaß auf Gebisslos umzustellen, aber das klappte gar nicht. Sie wird dann unruhig und guckig. Irgendwie sucht sie diese permanente Verbindung zur Reiterhand und wenn diese Anlehnung nicht gegeben ist, wird sie unsicher. Nun, man kann das weiter probieren, hilft aber leider auch nicht gegen das Ziehen. Sie tut es nämlich auch mit zwei Zügelpaaren und Druck auf der Nase und unter dem Kinn. Mein Bein ist dran, ich reite konstant weiter und dennoch, fünfhundert Meter von Zuhause immer an den gleichen Stellen, beginnt sie mit dem Mist.

 

Ich war frustriert und habe so verkrampft weiter daran gearbeitet. Zuletzt ging dann gar nichts mehr. Puppi wurde bockig, richtig pampig, ging nur noch rückwärts, seitwärts, vorwärts gegen den Schenkel wie sie grad wollte und reagierte gar nicht mehr. Ich wurde zum Beifahrer degradiert. Als Quittung wurde ich wieder ärgerlich, ließ sie jetzt eine Wendung nach der Anderen machen, ging in Schlangenlinien und Seitwärtsgängen durch die Pampa... und sie wurde maulig. Zog wie verrückt bei jedem Handwechsel die Zügel, drängelte gegen den Schenkel und ließ sich schon im Schritt nicht mehr halten. Ganze Paraden wurden ignoriert.

 

Sie ist manchmal wirklich der büffelige Typ. Tja und nun? Seitdem hab ich sie nicht mehr geritten, denn es tat mir mehr als leid (und meine Finger taten mehr als weh). Sie macht das bei allen Reitern und es ist echt übel. Die Idee mit dem Kimblewick oder einer Springkandare habe ich verworfen. Sie würde auch dort einen Weg finden, sich zu wehren. Zur Not wahrscheinlich nur noch Rückwärts gehen und das Steigen anfangen oder so.

 

Also was tun gegen den Frust? Warum ist sie überhaupt so wehrig? Die Tierärzte und Reitlehrer sprechen von einer Marotte. Aber warum sieht sie nicht ein, dass sie sich damit nur selbst weh tut, wenn ich mich einfach nur versuche durchzusetzen? Sie könnte die letzten zehn Minuten auch einfach genauso locker in Anlehnung gehen, wie sonst auch.

 

Nun hatte ich eine neue Idee: Einfach mal wieder auf Spaß beim Pferd setzen. Sie hat die Nase vom Reiten inzwischen voll und das will ich nicht und wollte ich nie. Also einfach mal locker durchs Gelände und die Gymnastizierung vernachlässigen. Und an dem Punkt, an dem sie wieder zieht, bekommt sie den Zügel komplett. Hoffentlich mach ich es damit nicht noch schlimmer. Denn im Grunde genommen hat sie dann gewonnen.

1.2.15 12:55


Und nochmal Reitbeteiligungen vom 25.06.2010

Ja, jetzt sind es drei. Noch nicht so schnell, feste dabei mit Vertrag und Co ist noch keine. Aber sie sind auf einem guten Weg. Ich bin beeindruckt. Und so langsam wird Puppi auch wieder. Reiten geht ja schon wieder und bald wird sie wohl auch wieder voll einsatzfähig sein.

 

Meine Omi, für die sich ja auch ein Reitermädel interessiert hat, geht leider immer noch nicht klar. Ich bin mir nicht sicher, in wie weit ich sie bald wieder reiten kann. Eine volle Runde mit Puppi wird sie momentan nicht schaffen. So lange sie nicht ganz klar geht, werde ich mich da nicht drauf setzen. Das macht man einfach nicht.

 

Tja, derzeit stellen sich die Reiterinnen auf jeden Fall recht gut an. Wenns so weiter geht, sind sie vielleicht wirklich bald eine Entlastung.

 

Nun, ich bin nicht der Typ Reiter, der mit Hauruckmethoden beim Pferd vorgeht. Puppi hat jedoch jetzt eine sehr unangenehme Unart entwickelt: Sie reißt einem die Zügel aus der Hand. Ein Martingal hilft nicht, denn sie zieht nach unten. Andere Hilfszügel sind im Gelände tabu. Bein dran heißt die Devise, das Pferd beschäftigen. Weich mit der Hand sein. Ich hab jetzt viel versucht, aber sie kommt mit dieser Marotte zu oft durch. Der Sattel passt, der Rücken ist in Ordnung und das Gebiss sitzt. Die Zähne sind kontrolliert, sie wird nicht zu eng geritten... soweit alles wie es sein sollte. Aber auf den letzten Minuten des Heimweges zieht sie jeden Reiter fast aus dem Sattel und reißt die Zügel aus der Hand.

 

Nun habe ich die Idee beim Reiten auch die letzten Minuten voll zu reiten. Also Schenkelweichen, Schulterherein, Rückwärtsrichten, Volten...biegen und stellen, hauptsache das Pferd bleibt bei der Sache. Dennoch versucht sie es (wobei wir ja noch nicht das volle Programm fahren dürfen, wegen der Gesundheit).

 

Die zweite Idee wäre eine gebisslose Zäumung. Das ist neu für sie und der Überraschungseffekt könnte helfen.

 

Nun, meine dritte Idee ist die blödeste Notlösung, die man sich denken kann. Da keiner von uns am Zügel zieht, wäre eine Springkandare mit  zwei Paar Zügeln eine Lösung (Kimblewick heißt das Ding auch, für die, die sich sonst nichts darunter vorstellen können). Sollte SIE ziehen, lasse ich die Kandarenzügel anstehen. Sie dürfte dann keine Lust mehr haben, sich auf die Hand zu legen. Blöde Idee, oder?

1.2.15 12:54


Ein schwergewichtiges Problem vom 17.06.10

Reiter wiegen. Jeder Reiter wiegt etwas. Würde er nichts wiegen, könnte er sich nicht auf dem Pferderücken niederlassen, sondern würde davonschweben.

 

Nun wiegen einige Reiter mehr als andere. Und wieder andere Reiter wiegen weniger als andere. Und dann gibt es noch welche, die wiegen zu viel fürs Pferd.

 

Zu viel fürs Pferd? Wie kommt man denn auf die Idee?

 

Nun, grundsätzlich ist es wohl eine individuelle Geschichte. Es gibt Richtlinien (die einen gehen von 10 % des Pferdegewichtes aus, andere von 20 %, wieder andere von der Mitte, nämlich 15 %...) aber die gelten für das Individuum Pferd nunmal nicht immer. Und so bleibt genau das, was die meisten als Pauschalantwort nicht mögen: man muss hinsehen.

 

Als erstes wird mal das Hirn angeschaltet. Das ist wichtig. Ohne kriegt man das nicht hin.

 

Als zweites wird geschaut. Sieht man nun ein Pferd und einen Reiter, die schwungvoll durch die Bahn schweben, der Schweif pendelt locker, die Beine treten federnd unter, dann kann das noch so behämmert aussehen, dann sagt das Pferd trotzdem sehr deutlich: "Hier fühle ich mich gut, hier kann ich laufen, arbeiten, mitmachen..." Es ist ein großes JA zum Reiter und das schließt auch sein Gewicht ein.

 

Sieht man einen schlagenden Schweif, einen schlagenden Kopf oder einen durchhängenden Rücken, dann ist das ein Indiz für schlechtes Reiten oder... einen  zu schweren Reiter.

 

Schwitzt das Pferd schneller, wehrt es sich beim Aufsteigen, bleibt es ungern stehen? Dann ist auch dies ein Indiz.

 

Was macht man nun mit diesen Indizien? Genau, man benutzt sein Hirn und denkt nach und kommt zu dem Schluss: Ein wenig Abnehmen und Reitunterricht könnten hier nicht schaden.

 

Abnehmen ist schwer und ich spreche niemandem das Reiten und sein Hobby ab, doch Reiten ist auch ein Sport, der mit einem Partner verübt wird. Und genauso, wie ich von einem Ballett-Tänzer nicht verlangen kann, eine zwei Zentner-Partnerin in die Hebefigur zu heben, so sollte ich vom Pferd keinen ähnlichen Kraftakt verlangen. Das geht auf seine Gesundheit. Und entgegen des Ballettänzers hat das Tier auch keiner gefragt, ob es seine Gelenke diesem Sport opfern möchte oder nicht.

 

Also tut euch allen und vor allem euren Pferden einen Gefallen: je leichter ihr seid, desto mehr wird es sich über diese Erleichterung freuen. Tut was ihr könnt um ihm diese Freunde zu machen. Sein verlängertes Leben und seine weniger verschlissenen Gelenke werden es Euch danken. Und ihr habt länger was von ihm.

 

In diesem Sinne, passt auf Eure Pfunde auf.

1.2.15 12:53


Das Internet des Grauens vom 09.06.10

Hier findet man alles, was es nicht geben sollte. Ehrlich. So nun also auch die Umfrage, in welchem Alter das Fohlen der User war, als sie sich draufgesetzt haben. Ja, wir lesen richtig. Sie fragte nach Fohlen. Da es eine Umfrage war gab es einige Auswahlmöglichkeiten: Punkt eins war unter sechs Monaten. Hallo? Gehts noch? Gut, die anderen Zeitangaben waren ähnlich böse. Es gab mehrere Abstufungen und die älteste Pferdealtervariante war dreijährig.

 

Wie kommt man auf solche Ideen? Geh ich mit einem Baby gebirgswandern und lasse es nebenher laufen? Werfe ich ein Ei von der Brüstung und warte darauf, dass das Küken im Fallen schlüpft und gleich losfliegt?

 

Gerade in Verkaufsanzeigen findet man es immer wieder. Jedoch scheint sich die Reiterwelt hier einmal weitestgehend einig zu sein. So zumindest bei meiner Bekannten, die ihren Jährling ja auch schon ritt und das Pferd zweieinhalbjährig verkaufte. Sie hatte in der ersten Anzeige geritten angegeben. Daraufhin hagelte es wohl scharfe Kritik. Sie nahm das Wort geritten dann raus. So schnell kommt die Einsicht, wenn man das Pferd verkaufen will. Warum hat sie das ganze Jahr vorher nicht auf die Proteste gehört? Warum tolerieren ihre Stallfreunde so etwas?

 

Wenn wir schonmal bei Verkaufsanzeigen sind: Ich fand eine Anzeige zu einer wunderschönen Hafi-Stute (nein, ich habe genug Pferde, aber schauen darf man ja noch). Sie war außergewöhnlich billig und so schaute ich nach, ob der Einsteller der Anzeige in irgendwelchen Foren über dieses Pferd geredet hatte. Denn laut Anzeige war alles optimal. Ein Haken an der Sache war nicht im geringsten erwähnt.

 

Nun sie hatte so einige Dinge zu berichten gehabt (in den letzten Jahren): So hatte die Stutenmutter Hufrehe bekommen. Die Stute selbst ebenfalls. Es wurde geröntgt und beschlagen. Es war wohl in beiden Fällen fütterungsbedingt. Nun, wenn schon ein Pferd vom Gras Rehe bekommt, warum dann das zweite (mit den gleichen Genen) dem Risiko aussetzen?

 

Desweiteren mussten wohl in beiden Hinterbeinen die Kniebänder gekappt werden. Blistern oder auswachsen lassen war wohl wegen der Schwere der Problematik nicht möglich.

 

Tja, dann ist mir klar, wo der Haken liegt. Ich bin gespannt, ob das Pferd noch lange in der Anzeige so drin steht. Gut, nicht jeder Käufer liest sich erst dutzende Forumsbeiträge durch oder recheriert überhaupt. Und nicht jeder Verkäufer, der in der Anzeige nichts negatives schreibt, erwähnt dies auch beim persönlichen Gespräch nicht. Aber dennoch habe ich das Gefühl, die Anzeige steht so nicht lange drin. Entweder SOLL sie die Krankheiten verschweigen und dann wird auch im Gespräch nichts erwähnt. Hier würde das Pferd sauschnell verkauft.

ODER es rufen dutzende Schnäppchenjäger an und sorgen für so viel Wirbel (wobei dieses Interesse wohl beim Wort Rehe und Knieoperation schlagartig erlöschen wird), dass sie die Anzeige zumindest ändern wird.

 

Schade, die Stute gefiel mir recht gut. Wird schwer für sie werden.

1.2.15 12:52


Reiter oder Pferdepfleger? vom 03.06.10

Ich suche nach wie vor nach einer Reitbeteiligung oder bzw. einem Pflegemädel. Inzwischen weiß ich, dass sich hier nicht nur die Angelegenheit mit dem Zahlen und dem Arbeiten anders verhält.

 

Zunächst ging ich davon aus, dass ich eine Reitbeteiligung gegen geringes Geld anbiete. Mithilfe war mir damals fast egal. Und kamen da die guten Reiter? Anscheinend nicht. Obwohl ich sagen muss, das drei Reiterinnen in drei Jahren wirklich für meine Ansprüche (etwa Reitpass-Niveau, also nicht sehr hoch) entsprochen hätten. Nun, damals ohne die Forderung von viel Mithilfe kam nichts bei herum. Und da ging es wirklich speziell um eine Reitbeteiligung.

 

Nun dachte ich vergangenen Winter oft, dass eine Pflegebeteiligung mit Reitmöglichkeit vielleicht besser passt. Meine Pferdis fallen anscheinend öfter aus und so kann man argumentieren, dass die Mädels ja nicht zahlen müssen und weiter tüddeln dürfen.

Beim Wort umsonst gegen Mithilfe meldeten sich dann auch gleich einige Leute mehr. Dennoch, es bleibt dabei. Es ist sauschwer.

Die eine finde ich gar nicht mal so schlecht, wobei sie mit ihrer hellen Reitsportkleidung beim Stalldienst bestimmt nicht lange sauber bleibt und ich mich jedesmal wundere, dass sie sich nichts handfesteres anzieht. Aber da merkt man die wenige Erfahrung mit dem Stalldienst. Keine Ahnung, ob sie einschätzen kann, was Stallarbeit bedeutet und wie kalt und ungemütlich es im Winter noch werden wird. Leider kann ich hier nicht abschätzen, ob sie es reiterlich packt.

 

Die zweite haut derzeit schon bei drei Tropfen Regen in den Stall ab und Fliegen und Bremsen sind ihr auch so lästig, dass sie immer wieder in den Stall verschwindet. Ob das im Winter was wird? Oder im Hochsommer bei Hitze und Bremsen? War ich anfangs noch so sehr von ihr begeistert, sind es immer mehr Kleinigkeiten, die mir aufstoßen. Sie kommt wann sie will, ruft vorher nicht an, sagt nicht bescheid. Sie bekommt das Pferd nicht von der Gruppe weggeritten, manchmal auch nicht angaloppiert oder angetrabt, setzt sich also nicht wirklich durch. Dazu bleibt sie nicht auf den Wegen sondern immer mal wieder auf den Wiesen, die an den Wegen liegen (wenn auch nur am Rand).

 

Verlange ich denn so viel?

1.2.15 12:51


Tragödie und kein Geld vom 29.05.2010

Vorhin kamen mir die Operationsbilder einer offensichtlich verpfuschten Operation an einem im Bauchraum liegenden Hoden auf den Bildschirm. Ich habe sie ausgiebig betrachtet und mir die Hintergrundgeschichte noch einmal genau durchgelesen. Ganz großer Mist muss man sagen und nicht nur in einer HInsicht. Nun, hier mal von Anfang an:

 

In einem großen Pferdeforum schrieb vor einiger Zeit eine junge Frau, sie habe sich ein Pferd gekauft (Klopphengst, also ein Hoden noch im Bauchraum vorhanden) und dieser hätte in der ersten Nacht gleich den Zaun nieder gemacht und ein Pony schwer verletzt. Sie wolle das Pferd wieder zurückgeben.

 

Im laufe dieses Threads meldete sich die Ex-Besitzerin und Verkäuferin. Sie könne das Pferd nicht zurücknehmen. Ein Streit entbrannte. Irgendwann hatten sich auch neue Kaufinteressenten in diesem Thread eingefunden.

 

Das Pferd kam also erstmal in den Stall eines Händlers, wurde von den Forums-Kaufinteressenten wegen einer Lahmheit nicht genommen und mir tat das Tier irgendwie leid. Damals fand ich schon, dass mit dem richtigen Zaun und der richtigen Eingliederung (und einer völligen Kastration) eine Eingliederung hätte klappen können. Aber da waren wohl auch finanzielle Gründe im Spiel. Das Pferd war billig, die Operationskosten schienen überschaubar, also her mit dem Tier, werden sie sich evtl. gedacht haben.

 

Nun stand das Tier also beim Händler und da fand ihn dann wohl jemand. Sie kaufte das Pferd und ließ es kastrieren. Dem Tier ging es nach der Kastra jedoch schlecht. Sie setzte sich noch ein paar Mal drauf, so weit das Pferd gerade konnte, insgesamt baute das Tier jedoch weiter ab und bekam schließlich eine Kolik.

 

In der Klinik bei der Kolikoperation kam dann heraus, dass der Hoden immer noch im Bauchraum war, dafür einige Löcher in Leiste und Bauchgewebe waren. Ich habe die Fotos gesehen, da hat jemand wirklich schlecht operiert und auch mir erschließt sich nicht, was er denn da um HImmels willen gemacht und entfernt hat. Durch das Loch in der Leiste ist der Darm gerutscht und abgeklemmt worden, was zur Kolik führte. Das Pferd hat die Kolikoperation nicht überlebt.

 

Es ist eine üble Tragödie, die meiner Meinung nach nicht nur am schlechten Tierarzt hängt. Ein wenig mehr Geld bei der ersten Verkäuferin und sie hätte ihn bei sich kastrieren lassen können in einer Klinik ihrer Nähe. Der Tierarzt wäre hoffentlich ein anderer gewesen. Nun gut, sie hat das Pferd ja auch aus Geldnot verkauft. Eine ansich weise Entscheidung. Großer Mist natürlich, weil so eine Operation vorher hätte gemacht werden sollen. So ein Pferd verkauft man wenn möglich eher nicht oder erst nach der OP.

 

Dann die erste Käuferin. Der schlechte Zaun, das übereilte zurückgeben wollen und zurückgeben... das alles war Stress fürs Pferd und sowas von unnötig. Ob sie das Geld für diese OPs gehabt hätte? Ich fürchte eher nicht. Gut, dass das Pferd hier nicht operiert wurde und wieder eine Chance auf ein Zuhause bekam. Schlecht, das es den ganzen Stress erst mitmachen musste.

 

Die neue Käuferin hat eigentlich nicht viel falsch gemacht. Ich hätt mich zwar auch auf tierärztliches okay nicht auf ein Pferd gesetzt, welches nicht wirklich fit ist, aber das ändert ja auch nichts mehr an dem Ergebnis. Sie hat ihr Auto verkauft um die Klinik zu bezahlen, muss jetzt jeden Pfennig umdrehen, für den Anwalt. Den schlechten Tierarzt hat sie schon bezahlt, den Kaufpreis wohl auch. Sie steht nun ohne Pferd mit ihrer Trauer und einem Berg von Rechnungen ganz allein da und daher trifft sie mein volles Mitgefühl.

 

Eine Tragödie sondergleichen.

 

Hier zeigt sich aber nebenher wieder eines: Wer kein Geld übrig hat, sollte das mit den Pferden wirklich lassen. Schnell sind tausende Euros verschlungen. Sie ist finanziell grad am Ende der Fahnenstange. Andere wären es weit früher gewesen. Andere hätten jetzt noch Luft. Ich bin dann doch lieber derjenige, der ein wenig Luft hat und kalkuliere nicht zu knapp. Besser ist das. In so einem Fall wäre die Trauer und Wut genug um mich zu belasten. Auf die finanzielle Tragödie zusätzlich werde ich hoffentlich (sollte mich ein solcher Schicksalsschlag treffen, was der HImmel verhüten möge) verzichten dürfen.

 

Ein weiser Spruch: Als Pferdehalter kann man nur ein kleines Vermögen haben, wenn man zuvor ein großes Vermögen hatte.

In diesem Sinne, passt auf eure Pferde auf und freut euch an ihnen. Lebt und genießt den Tag. Das Leben ist vergänglich.

1.2.15 12:50


Reitbeteiligungen die x-te vom 28.05.2010

Oh Mann, ist das schwer. Nun muss ich mich schon als Kontrollfreak bezeichnen lassen. Dabei meine ich es doch nur gut - mit meinen Pferden.

 

Puppi fällt noch eine Weile aus und so kommt das Mädel für sie auch weiterhin zweimal die Woche zum Tüddeln, Spazierengehen und Putzen. Sie ist echt lieb... wenn sie doch nur einen Zacken besser reiten könnte.

Gut, bisher hat sie sich ganz gut gehalten. Nur an der Durchsetzungskraft zweifle ich dann manchmal doch.

 

Und nicht nur das, für meine Oma hat sich ja auch eine junge Frau begeistert. Die liegt mir seltsamerweise schwerer im Magen. Am Anfang war ich noch begeistert und sie war überaus stürmisch. Sie half mit, zeigte sich im Umgang gut, aber es gibt Dinge, die finde ich sehr bemerkenswert ... und das leider nicht im positiven Sinne.

 

Sie soll mit der alten Dame ins Gelände gehen und es ruhig angehen lassen. Am zweiten Probetag kam sie schon aus dem Galoppieren nicht heraus. Also sie ermahnt und weiter geschaut, wie es mit der Kombi Pferd-Mädchen so klappt.

 

Nun, dass sie geschniegelt in den Stall kommt und eher nach Dressurviereck und Herrenreiter ausschaut als nach Buschreiter... gut, auch damit kann man leben.

Nun kann sie die arme Pferdeomi aber tatsächlich nicht von den anderen Pferden trennen. Gut, sie trennt sich nicht gern von den anderen, aber mit ein wenig Überzeugungskraft (und damit meine ich wirklich nur einen sanften Hinweis, dass es nicht zurück zu den anderen geht) und sie ging immer brav allein.

 

Nun habe ich zwei Befürchtungen: Entweder laufe ich den Rest meiner Tage neben meinem Pferd her und habe null Entlastung (und dafür wunde Füße), dazu erzieht sie meine Omi noch zur Terror-Kleberin, oder sie erzählt mir demnächst einen vom Pferd, nur damit ich sie weiter reiten lasse, egal ob sie klar kommt oder nicht.

 

Die junge Frau hat dazu anscheinend Probleme mit Insekten und Regen. Blöde Kombi bei einem Geländepferd.

 

Ich warte ab, was der Montag bringt. Bis dahin bleibt mir gewogen. Nichts ist unmöglicher, als einen passenden Reiter für meine verzogenen Gäule zu finden. Es verspricht also spannend zu bleiben.

1.2.15 12:49


Zombies und Pferde vom 19.05.10

Ja, ich hab länger nichts von mir hören lassen. Eine gewisse Schreibblockade wird da wohl Anteil dran haben. Hier also zu meinem neuesten geistigem Werk:

 

Ich bin ein kleiner Horror-Freak. Manchmal liebe ich es, mich zu gruseln. Und während die Welt derzeit auf kitschige Glitzer-Vampire abfährt, habe ich ein Faible für die Untoten anderer Art.

 

Und ich habe Fantasie. Leider kommen so merkwürdige Gedanken heraus, und an diesen Merkwürdigkeiten lasse ich Euch heute teilhaben:

 

Was ist ein Zombie (für die, die es nicht wissen)? Ein Zombie ist ein toter Mensch. Für gewöhnlich wird in Zombiegeschichten ein Patient Null mit einem Virus infiziert. Dieser Virus tötet den Menschen, sorgt aber gleichzeitig für ein Weiterleben des verwesenden Körpers und dem brennenden Wunsch nach Menschenfleisch. Dies ist auch durchaus nicht so unlogisch, wie es scheint. Der Virus möchte weiterleben, sich vermehren. Er überträgt sich durch Blutkontakt und nimmt seinen Wirt im Tode erst so richtig in Besitz. Also auf gehts zum munteren Zombie-Erschaffen.

 

Nun haben diese Geschichten auch immer einen gewissen Apokalyptischen Charakter. Irgendwann fehlt es an Strom, an Lebensmitteln und an Benzin. Waffen sind schon lange rar (hier in Deutschland ohnehin) und so gilt es, diesen Menschenfressern anders zu entkommen. Hier kommen wir dann zu den Pferden.

 

In so einigen Romanen, Comics oder Filmen greifen die Protagonisten auf Pferde zur Fortbewegung zurück. Tiere sind in fast allen diesen Werken kein Opfer des Virus und daher stellen sie eine billige Varante des Motorrades dar. Sie können von dem Leben, was sie beim Rasten an Gras und Heu finden und ansonsten helfen sie einfach nur, den Menschen schnell von der Horde Zombies wegzuschaffen.

 

Soweit die Theorie in Film und Fiktion.

 

Nun, ist schon einmal jemand mit dem Pferd allein im Wald gewesen und eine Horde Pilzsammler bewegte sich außerhalb des gewohnten Schemas des Pferdes im Gebüsch? Hat schonmal jemand einen Jäger oder ein Liebespaar im Unterholz per Pferd aufgeschreckt?

Wenn ja, dann ist euch wahrscheinlich das Gleiche passiert wie mir: Dem ach so treuen Roß ging nämlich der Arsch auf Grundeis. Stellt man sich dann vor, diese Typen würden komische Laute von sich geben, schwankend auf einen zukommen und vermutlich noch abartig stinken, dann wäre MEIN Pferd (egal welches von ihnen) über alle Berge.

 

Nun sind meine Pferde nicht repräsentativ, doch ich denke dem normalen Freizeithafi geht es hier ebenso, wie auch dem Vollblöd in meiner Obhut. Ich kenne insgesamt drei Pferde, die ich in so einer Situation sehen möchte. Zumindest traue ich ihnen zu, stehen zu bleiben. Ob sie es dann tun würden, steht auf einem anderen Blatt.

 

Was macht diese Tiere nun so anders? Tja, ein Blick in die Zitate des Reiters klären auf: "Der Gaul soll nicht denken, soll sich nicht bewegen, es sei denn ICH sage es. Der hat nicht mal zu atmen, wenn ich ihm das nicht erlaube."

Ah ja. Nun, in meinen Kreisen wird so etwas Kadavergehorsam genannt. Das Tier wird dazu erzogen, keinen eigenen Willen mehr zu zeigen.

Dies wird im Bereich des Voodoo übrigens als Zombie bezeichnet: Jemand, der den Willen eines anderen ausführt und keinen eigenen Willen mehr besitzt.

Also keine Virusinfektion von Zombies. Die wahren Zombies in Pferdegestalt sind schon längst unter uns... und gerade sie sind die einzige Möglichkeit, einem Pulk von menschlichen Zombies sicher zu entfliehen. Ironic, isn´t it?

1.2.15 12:49


Barfuß auf dem Longierplatz vom 11.5.10

Ja, ihr lest richtig. Barfuß. Das stimmt so und heißt nicht barhuf.

 

Heute habe ich longiert. Meine Puppi war auch wirklich gut drauf und hat viel richtig gemacht. Die zwei kleinen Patzer seien ihr verziehen.

 

Nun haben wir etwa 8 Grad Celsius draußen und die Dame war auch durch die Kälte etwas munterer. Ich stellte sie dann zum Ausbocken nochmal auf die Wiese und sammelte sie erst später mit den anderen wieder ein.

 

Da ich direkt vom Büro in den Stall gefahren bin, habe ich mich natürlich auch im Stall umgezogen. Damit ich dann nun aber wieder in meinen guten Klamotten nach Hause komme, müsste ich mich auch im Stall wieder umziehen. So schlenderte ich also in guter Kleidung zum Auto... und stellte fest, dass ich vergessen hatte, den Longierzirkel zu harken.

 

Ich habe hin und her überlegt, ob ich mich für die fünf Minuten noch einmal umziehen soll. Ich entschied mich dagegen. Nur um meine Schuhe machte ich mir doch ein wenig Sorgen. Wildleder nimmt den Geruch von Pferdeäppeln und dazu den Sand sehr gut auf. Also habe ich das getan, was wohl kaum jemand bei dieser Kälte getan hätte: Ich habe barfuß den Hufschlag geharkt. Und es war toll!

 

Ich konnte mich ganz auf das Harken konzentrieren, setzte meine Schritte ohne hinsehen zu müssen, ob dort ein Stein oder etwas anderes spitzes liegt. Der Sand war weich und wenn auch kühl, so war er doch trocken und angenehm.

 

Es war wie ein wenig Urlaub, wie ein Strandspaziergang. Und nun weiß ich auch, dass die Pferde unbeschlagen, also barhuf, ohne Probleme hier laufen können. Denn wo ich keine Steine in die Sohle eintrete, da werden sie es auch nicht tun.

 

Ich empfehle diesen Test jedem Barhufgänger. Wer blind über die Traningsböden gehen kann, ohne befürchten zu müssen, sich etwas einzutreten, wer dazu barfuß auf dem Platz rennen kann, der kann unbesorgt sein Pferdchen hier trainieren lassen.

 

Einen weiteren Barfußtest empfehle ich zudem: Den Gemistete-Boxen-Test. Wer es wagt, in seiner gemisteten Box für längere Zeit barfuß zu laufen, der mistet wahrhaft sauber... oder hat keine Angst vor vollgesifften Füßen.

 

In diesem Sinne. Mehr Mut zum Nackt-Sein. Lasst Luft an eure Sohlen... aber Vorsicht vor den Pferdehufen.

1.2.15 12:48


Warten im Stall

Viele Leute wohnen ja nicht direkt am Stall und wenn sie dann einen Termin mit Tierarzt, Sattler oder sonstigen Pferdehandwerkern haben, dann sind sie gezwungen vor Ort zu warten.

 

Gut, in großen Ställen gibt es da ein Reiterstübchen und noch etwas mehr Gesellschaft, aber ich bin halt auch hier mit der einsamen Robusthaltung irgendwie gestraft. So auch gestern.

 

Ich hatte einen Sattlertermin um 12.15 Uhr. Dazu war ich dann um 11.45 Uhr am Stall. Weil ich wusste, ich habe noch Zeit, habe ich begonnen die Ställe zu misten und Futter bereit zu stellen und da begann das kleine Drama:

 

Die Pferde werden bei uns langsam angeweidet. Gestern früh lag eine dünne Schneeschicht auf der nassgeregneten Erde und weil ein Sattler gern saubere Pferde hat, habe ich früh morgens schon Regendecken aufgezogen.

 

Meine Puppi und meine Omi waren dann so gallig aufs Rauskommen, dass sie das Fressen gleich wieder eingestellt haben. Gut, von Puppi kenne ich das. Komme ich morgens früh nach dem Füttern in den Stall, dann denkt sie, es geht raus und stellt immer die Nachrungsaufnahme ein. Bei Omi war das neu.

 

Also die Pferde allesamt rausgestellt. Der Wallach der Stallkollegin stand schon draußen und auch er hatte sein Heunetz nicht angerührt. Er stand am Tor zur Weide und wollte aufs Gras. Heu war langweilig.

 

Das gleiche Bild erwartete mich dann auch mittags. Alle  Pferde rannten bei meinem Anblick sofort zum Tor zur Weide, dachten wohl, ich würde sie auf die Weide lassen.

Nun hatten sie alle nicht viel gefrühstrückt und weil Omi und Puppi eh zum Sattler mussten, sammelte ich die beiden nach dem Misten ein, stellte sie in ihre Boxen und nahm die Decken ab.... und wartete.

 

Die Mädels waren immer noch nicht der Meinung, dass man Heu fressen kann. Sie wieherten den Kollegen draußen zu und weigerten sich, sich zu beruhigen. Puppi zitterte sogar vor Aufregung. So lange ich im Stall war, schlug Puppi mit dem Huf vor die Boxentür und scharrte auf dem Boden. Also konnte ich auch nicht im Stall warten. Ab zum Parkplatz.

 

Hier stand ich dann erneut, setzte mich zwischendurch ins Auto, lief in den Regenpausen ziellos auf dem Hof herum, immer bemüht einen Bogen um die Pferde zu machen. Denn die Pferde auf den Paddocks wurden bei meinem Anblick unruhig, weil sie hofften, auf die Weide zu kommen und meine Mädels versuchten bei meiner Anwesenheit die Boxen zu verlassen...egal wie.

Das ist doch bescheuert, oder? Irgendwann rief der Gute dann an, er stünde im Stau. Er käme fast eine Stunde später. *seufz*

Ich war genervt. Einmal vom verspäteten Termin und zum anderen von der Reaktion meiner Pferde. Dass sie tatsächlich das Fressen einstellen, nur weil sie ihren Willen (Gras) wollen, ist mir unbegreiflich.

 

Also weiter ziellos auf dem Hof herumgewandert. Schließlich reichte es mir und ich habe einfach die Schubkarre geholt und schonmal die Paddocks abgeäppelt und, oh Wunder, die Mädels in den Boxen hatten auch endlich das Fressen angefangen.

 

Der Sattlertermin ging recht ruhig von statten. Erstaunlich für so einen Anfang.

Der Sattel von Puppi soll jetzt passen, die Kissen müssen sich noch setzen. Jetzt heißt es reiten, so weit die Kniescheibe mitmacht. Und so weit ihre Nerven mitmachen. Omi kriegt nen neuen Sattel. Also die Tage gibt es einen neuen Termin. Wieder warten.

Hoffentlich ist es dann wenigstens warm, trocken und die Pferde haben dann hoffentlich schon den halben Tag auf der Weide verbracht und sind nicht mehr so gallig.

1.2.15 12:47


Ein delikates Männerthema: Wallache vom 05.05.2010

Ein Wallach ist ein armes Pferd, oder nicht? Seiner Männlichkeit beraubt ist er nicht Fisch und nicht Fleisch. Die Stuten baggern ihn an und er kapiert nicht mal, warum. Die anderen Männer nehmen ihn nicht für voll... armer Eunuch.

 

Aber ist das wirklich so schlimm? Nun, was macht einen Hengst zum Hengst? Was macht sein Leben lebenswerter? Ganz einfach: Fast nichts! Hat der Hengst die Möglichkeit zu decken, lebt er oft (nicht immer!) in seiner kleinen Box, evtl. mit einem Paddock oder einer eigenen kleinen Parzelle und hat so viel Herdenleben wie der Knastbruder Hengst nebenan, der in der letzten vergitterten Box vor sich hinvegetiert.

 

Hengstgruppen, Hengst-Wallachgruppen? Das sind nach wie vor immer noch große Ausnahmen. Und nicht selten hat eine schlechte Planung dieser Weidegemeinschaft auch die Folge, dass der Hengst irgendwann wieder in Einzelhaft verschwindet.

Armer Hengst muss man da sagen.

 

Aber was nimmt man ihm, wenn man ihm die Hoden nimmt? Ganz klar nimmt man ihm eine Menge Testosteron. Und damit auch oft den übermäßigen drang, sich zu reproduzieren und herumzustreiten. Denn wo man sich nicht vermehren will, da muss man auch nicht drum kämpfen. Je nach Persönlichkeit des einzelnen Tieres ist dies mal mehr und mal weniger von den Hormonen abhängig, aber ein wenig leichter wird es auf jeden Fall... denn nun steht einer artgerechten Haltung nicht mehr viel im Wege. Die Reproduktion ist ausgeschlossen, das Tier muss nicht wegen seiner Triebe von anderen (vor allem Stuten) ferngehalten werden.

 

Nimmt man ihm damit die Lebensfreude? Nun, das Leben jeder Spezies ist auf Reproduktion ausgelegt. Wer hier den einzigen Sinn eines Lebewesens sieht, der müsste auch seine Stute jedes Jahr decken lassen, seine Hunde hundert Mal werfen lassen und jedem bischen Tierschutz und Geburtenkontrolle den Rücken kehren.

 

Nun kommt das delikate an dem Thema: Die Lust am anderen Geschlecht und dem Akt an sich. Und ob ihrs glaubt oder nicht, selbst kastraten, also Wallache, haben durchaus immer mal wieder das bedürfnis, ihre Stuten zu decken oder sich das Rohr freizuschütteln. Nur leider nicht mehr so oft.

Warum leider? Nun, ein solches "Rohr" reinigt sich beim Ausfahren und Abschütteln selbst. Jeglicher Dreck und alte Hautschuppen werden hierbei entfernt. Und gerade weil ein Wallach das entgegen der Natur nicht mehr ganz so oft tut, bildet sich vermehrt Smegma, welches durch einfaches ausfahren nicht mehr abfällt.

 

Unter Umständen setzt es sich unter der (Achtung, nicht Jugendfrei!) Vorhaut fest und dann geht das Ausfahren gar nicht mehr.

Und? Machen sich die lieben Frauchen und Herrchen jetzt Sorgen um die Sauberkeit des Piephahns ihres Wallachs? Nun, gerade heute durfte ich in einem Forum wieder das geballte Wissen lesen:


und zwar hab ich seit 3 Wochen einen Hafi Wallach...nun ist mir aufgefallen, dass er zum Pinkeln nie seinen Schlauch ausfährt.

 

Die Antwort erfolgt promt:

 

ich habe jetzt meinen wallach seit knapp 10 jahren und die ersten 2-3 jahre hat er auch noch ausgefahren zum pinkeln. ab dann hat er merkwürdigerweise dann nicht mehr ausgefahren. Aber bei uns am stall ist eigentlich so gut wie kein wallach,der dazu ausfährt.

 

Ich finde das sehr bedenklich. Wenn er gar nicht ausfährt, pinkelt er sich unter die Vorhaut. Ob das so gesund ist? Ich denke eher nicht.

 

Dann doch lieber ab und zu mal reinigen, auch wenns unangenehm und vieleicht ein wenig peinlich ist.

1.2.15 12:46


doch lieber stricken vom 02.05.2010

Heute gibt es mal was interessantes zu lesen. Wie ich schon angedeutet habe, Pferdeleute haben einen an der Waffel. Hier also mal ein paar Sammlungen der Ergüsse meiner lieben Reiterschaft.

 

Vor einigen Jahren stand ich mit meinem Pferd in einem Stall. Der gehörte den Eltern einer ehemaligen Schulfreundin.

Mein Pferd war ein Wallach und wohl der bravste Knopf, den man sich vorstellen kann. Auf Wanderritten konnte ich ihn zu jedem Pferd stellen, die dominantesten Stuten und Wallache kamen mit ihm klar, er war einfach nur ein gut sozialisierter Schatz.

In diesem Stall gab es einen Hengst und ein paar Stuten. Diese kamen auch damals auf die Weide... nicht der Hengst, denn ein Hengst gehört in die letzte Box, vergittert und vernagelt... böse Viecher angeblich (schon das war mehr als bescheuert). Und was war mit meinem Wallach? Der musste alleine stehen. Angeblich vertragen sich Stuten und Wallache ja nicht. Und so eine Aussage von einem langjährigen Pferdezüchter?

 

Gemistet wurde nicht. Angeblich hält eine Mistmatratze ja schön warm von unten. Und im Winter (ab November) raus? Um Gottes Willen, die werden doch sofort krank. Nein, bis Mai bleiben die Pferde im Stall... na danke schön. Ich bin schneller geflüchtet, als die stop sagen konnten.

 

Natürlich bin ich nur unter den üblichen Drohungen vom Hof gekommen. Sie würden mich fertig machen, meinen Ruf ruinieren... blablabla.

 

Also auf zur nächsten SB. Reizende Zicke. Hätte sie sich nicht jahrelang aus dem Stall rausgehalten und uns paar Einsteller einfach wuseln lassen, ich wäre nicht so lange da geblieben. Im Grunde war ihr recht schnuppe, was wir da so auf dem Hof anstellen. Zumindest die ersten Jahre. Irgendwann wollte sie den Hof ausbauen, mehr daraus machen, ihn in einen richtigen Reitbetrieb verwandeln... und schon begann der Stress.

 

Sie lieh sich meinen Sattel ungefragt aus (gut, soweit so harmlos), ich durfte eine tote Katze, die über meiner Box im Kabelschacht steckte nicht bergen (und der Verwesungsgeruch im Stall war mörderisch), sie stellte ungefragt Pferdegruppen neu zusammen, was einem Pferd das Leben kostete. Sie war es auch, die drei junge gesunde Pferde zum Schlachter geben wollte, als ihr Ego angeknackst war. Sie vergriff sich zuletzt ungefragt an meinem Pferd, wollte ihm benehmen beibringen, mit Kette und Gerte und Zwang. Das Pferd überschlug sich mehrmals, riss sich los... ich sollte die Rechnungen für die zerstörten Sachen tragen und Trainingsgebühr verlangte sie auch noch... als Druckmittel wurde ein Vorhängeschloss an die Box gehängt und dem Tier das Wasser verweigert...

 

So etwas krankes gibt es nicht? Oh ja, und wie. Auch von diesem Hof bin ich nur mit Drohungen und Beschimpfungen gekommen.

Diese beiden Pferdeställe stellen aber heute die einflussreichste Pferdeszene der Gegend. Ich kenne viele, die ähnliche Probleme mit diesen lieben Mitmenschen hatten. Eine Stute wurde von der Dame für eine Veranstaltung von einer Einstellerin ausgeliehen - ohne die Einstellerin zu fragen. Das heißt nicht ganz, denn sie hatte gefragt und ein eindeutiges "Nein" zum leihen bekommen. Weil die Stute nicht Wesensfest genug für die Veranstaltung war, bekam sie etwas Beruhigungsmittel. Die Einstellerin erfuhr es direkt nach der Veranstaltung und hat den Stall gewechselt. Sonstige Konsequenzen blieben aus.

Die Dame benimmt sich wie die Axt im Walde und nimmt, was sie will, ohne zu fragen, ohne Anstand. Und tut jemand etwas dagegen?

Nun, auf meinen Versuch bekam ich die volle Breitseite zu spüren (und werde sie wohl auch wieder zu spüren bekommen, so bald jemand dieser Spähren wieder über diesen Blog stolpert). Wort gegen Wort, Beweise sind schwer zu sichern, der Ruf dieser Leute ist in Stein gemauert und unerschütterbar.Der Heiligenschein leuchtet über ihnen.

 

Wie ich heute darauf komme? Nun, ich las im Forum von den Schwierigkeiten einer Einstellerin, ihre Pferde trotz Kontoauszug-Beleg in den neuen Stall mitzunehmen. Der alte Stallbetreiber behauptete, die Miete nicht bekommen zu haben und griff (wie oben in meinem Fall) zu verbaler Einschüchterung und Schlössern. Die Einstellerin schrieb grade, dass sie es nach einem nervenzerfetzenden Nachmittag geschafft habe, die Pferde da raus zu holen. Auch hier ging es nicht ohne Androhung von Polizeigewalt und dem Verlust von sehr vielen Nerven.

 

Machen Pferde krank im Hirn? Was hat dieses Hobby, dass es so viele Cowboys und selbsternannte Alleinherrscher hervorbringt? Nirgends kenne ich mehr Psychopathen, als im Pferdebereich.

Vielleicht hätte ich lieber stricken sollen...

1.2.15 12:44


Turnier or not to be vom 01.05.2010

Heute ist Turniertag. Nicht für mich, aber für einige Freunde von mir. Sie werden sich um diese Uhrzeit herum auf dem Turnierplatz treffen und dem Pferd der einen Freundin bei seiner ersten Dressur-Prüfung zusehen. Ich wäre unter Umständen gerne dort gewesen, hätte gern mit eigenen Augen gesehen, wie sich das gute Pferdchen denn schlägt.

 

Ich befürchte, es wird weniger gut laufen. Dennoch werden die Berichte am Ende wohl wieder subjektiver eingefärbt bei mir ankommen, als ich sie selbst wahrgenommen hätte. Ich bin halt sehr kritisch, was alles rund um Pferde angeht. Ich kann da nicht aus meiner Haut. Auf dem ersten Turnier erwartet man (zumindest ich) auch gar nichts anderes. Für mich geht es da vorwiegend um das Gewöhnen des Tieres an die unbekannte Atmosphäre und den Trubel, ganz ohne Leistungsdruck, damit man bei einem späteren Auftritt die volle Leistung zeigen kann, da Pferd und Reiter einfach entspannter dabei sind.

 

Eine andere Freundin macht das genau richtig. Erst einmal wird nur zum Turnier MITGEFAHREN (mit dem Pferd versteht sich), ein wenig auf dem Abreiteplatz geübt, ein wenig das Pferd schauen lassen und anschließend mit dem begleitenden Turnierpferd wieder nach Hause. Der junge Hüpfer lernt vom alten Hasen und man muss noch keine Prüfung laufen. Weniger Stress fürs junge Pferd, mehr Nutzen für den Reiter. Eine gute Sache.

 

Ich weiß nicht, ob die heutige Reiterin schon irgendwas erwartet. Manche Sätze könnte man so deuten. Dennoch kenne ich sie als sehr vernünftigen Menschen und ich denke / hoffe nicht, dass sie allzuviel Erfolg erwartet. Ich drücke ihr die Daumen... und zwar dafür, dass ihr Pferd entspannt durch den Tag kommt, sich vom Rummel nicht beeindrucken lässt und dass er ein positives Lernerlebnis vom Turnierplatz mitnimmt.

 

Warum ich nicht da bin? Nun ein Magen-Virus hält mich in Schach. Schon gestern musste ich die Pferde meiner Stallkollegin überlassen. Das tut mir immer sehr leid. Wenn sie ausfällt, dann versorge ich EIN fremdes Pferd. Wenn ich ausfalle, hat sie die halbe Herde an der Backe.

 

Ich hoffe ich kann heute Abend wieder halbwegs entspannt in den Stall. Da sein oder nicht da sein, das ist hier die Frage. Wer denkt da schon ans Gewinnen?

1.2.15 12:44


Doofe Pferde vom 29.04.2010

Ich glaube Puppi ist nicht besonders helle. Das ist noch nett ausgedrückt. Manchmal glaube ich, sie hat irgendwo eine Vogelscheuche in der Verwandschaft, die beim Zauberer von Oz vergeblich nach Hirn gesucht hat.

 

Dank ihrer Kniescheibe versuchen wir ja Stangenarbeit... und daraus wird Stangenkegeln. Sie sieht den Grund nicht, warum man diese Dinger übersteigen sollte. Sie schaut nicht einmal hin. Wenn die Dinger fallen, fliegen oder rollen, ja dann rollen, fliegen oder fallen sie halt. Sie hat tatsächlich den Ausdruck vom Achselzucken und läuft weiter ihren Trott.

 

Beim Versuch mit Bodenarbeit sollte sie lernen, auf Antippen der Gerte zu weichen oder einen Fuß zu heben. Ich habe inzwischen gefühlte fünf Millionen Mal geklopft und getippt... auf die Idee, mal den Huf zu heben oder sich dem nervigen geklopfe durch einen Schritt zur Seite zu entziehen, kommt sie gar nicht. Sie steht wie ein Fels in der Brandung.

 

Überhaupt ist Bodenarbeit sehr spannend. Irgendwann fällt die Unterlippe herab (ein Sabberfaden hängt bis fast zum Boden), die Ohren gehen auf Halbmast, die Augen schließen sich halb ... und die Dame hält ein Schläfchen. Mach ich sie wieder aufmerksam, gähnt sie einfach herzhaft um hinterher genauso unschlüssig zu stehen und mich fragend anzusehen. Schließlich, weil man einfach nicht kapiert was der Mensch da will, zieht sie den Halbschlaf vor. Die Ohren beginnen zu hängen, der Blick schweift ab, die Augen fallen zu, die Lippe baumelt, der Sabber läuft...

 

Gestern hat sie den Vogel abgeschossen. Eines der Heunetze war abends noch voll. Sehr ungewöhnlich, aber ich konnte keinen Grund feststellen, warum die Pferde dies nicht leer gemacht haben. Also bin ich hin und kaum hatte ich das Netz in der Hand, kam die ganze Herde und wollte etwas essbares Abstauben. Ich öffnete das Heunetz an der oberen Seite und hielt es wie eine offene Tüte oder einen Sack. Alle Pferde bedienten sich abwechselnd aus dieser Öffnung. Ich hielt sie Puppi drei Mal hin. Jedesmal zog sie es vor, an den Maschen am unteren Ende des Sackes zu zupfen. Warum einfach, wenn es auch umständlich geht? Warum eine große Öffung benutzen, wenn Frauchen sie schon hinhält und die anderen Pferde hier unmengen von Heu auf einmal abgreifen können?

 

Vielleicht ist es aber auch genau das Gegenteil: Sie ist super Intelligent und will mit solchen Aktionen MEINEN Intelligenzwert testen. Oder ich muss mich damit abfinden. Ein bischen doof ist ja bekanntlich niedlich.

 

Himmel ist die niedlich!

1.2.15 12:43


Kinder, Teenager und Pferde Teil 2 vom 27.04.2010

Wer kennt das nicht (von sich selbst in frühen Jahren oder von den Kindern der Umgebung)? Der pferdeverrückte Teenager möchte doch uuuuuunbedingt ein Pony. Schon ist dieser Wunsch Teil einer IKEA-Reklame geworden. Und tatsächlich ist die erste Antowort auf die Frage "was wünscht Du Dir denn zum Geburtstag?" zu 99% "ein Pony!"

 

Eigentlich wollte ich bei der Suche nach einer Reitbeteiligung eher auf die etwas ältere, erfahrene Reiterschaft zurückgreifen. Unter 14 hatte ich irgendwie die Befürchtung, hier würde mein Pferd mit einem Barbiepferd verwechselt und die Realität des harten Pferdealltags zugunsten Wendy-Träumereien nicht wahrgenommen. Nun, wie wir ja schon gemerkt haben ist Wendy keine Frage des Alters.

 

Die wohl jüngste Bewerberin war 13. Diese ist heute 16 und schrieb mich heute erneut an. Ich hatte damals schon kein gutes Gefühl bei der Sache. Sie war mir zu ehrgeizig. Ehrgeiz ist manchmal nicht schlecht, verschont einen von den Träumereien in Rosa. Aber Ehrgeiz an meinen Tüddelpferden ohne Trainingsmöglichkeit ausleben zu wollen, ist eine sehr fragliche Angelegenheit. Welchen Blumentopf will man hier schon gewinnen?

 

Und während alle Teenager Stein und Bein schwören, dass sie ihr Hobby reiten niemals vernachlässigen und immer auf Pferde stehen werden, erlebe ich täglich die gegenteilige Realität. Leider trifft es auch die Tochter meiner besten Freundin. Sie ist 14 und ich hatte tatsächlich die Hoffnung, dass ich sie als Reit- und Pflegebeteiligung in meinen Stall holen könnte. Sie ist nett, ich weiß wo sie herkommt, sie hatte einige Reitstunden und leider ist sie derzeit in einem Freundeskreis, der ihr nicht gut tut. Ein wenig eigenes, verantwortungsvolles Hobby sollte sie von allzu großen Schwierigkeiten fernhalten.

 

Doch sind diese trendigen Abenteuer mit Großstadtfreunden mehr wert, als die Freude am Tier. Sie hat mit dem Reiten aufgehört und widmet sich nun dem Spaß von Partys, Jungs und illegealen Abenteuern. Ein Teenager-Rebell halt. Ich hätte gerne das alte Mädel wieder und meine Freundin, ihre Mama, bestimmt auch.

 

Aber so sind Teenager leider. Sie wenden sich zu 80 % von den Pferden ab. Und glaubt mir, wenn ich vor einem halben Jahr dieses Mädel gefragt hätte, ob sie beim Reiten und den Pferden bleibt, dann hätte sie Stein und Bein drauf geschworen, dass sie niemals ohne Pferde sein wollte und immer dabei bleiben würde.

 

Sie hat sogar nicht mitbekommen, dass ihr Lieblingsschulpferd verkauft worden ist. Es war ihr schlichtweg egal. Wisst ihr was? So eine emotionale Abkapselung von etwas, was vorher noch überlebenswichtig schien, macht mir Angst. Wie soll man da noch auf irgendeinen Teenager vertrauen?

Gut, wenn Mama und Papa da noch nicht das Scheckbuch für das eigene Pony gezückt haben. Traurig, aber wahr.

1.2.15 12:42


Reitbeteiligung ohne Halle? vom 26.04.2010

Ich begegne diesem Satz immer wieder. Du hast keine Reithalle, also wirst Du auch keine vernünftige Reitbeteiligung finden. Vernünftige Reiter, die was können, reiten nicht in Ställen ohne dauernde Trainingsmöglichkeiten.

 

Mich wurmt das ehrlich gesagt sehr. Vor nicht allzu langer Zeit (okay, ich bin alt, also vielleicht doch vor so einiger Zeit) waren Reithallen die Ausnahme. In den 80 er Jahren wurden diese vermehrt gebaut. Dennoch war als Privatreiter ohne Vereinsanschluss hier eher kein Bedarf zu sehen. Jahrhunderte reiten wir Menschen schon Pferde. Sie waren sogar mal Verkehrsmittel Nummer eins. Wenn man nun sagt, dass man ohne Halle im Winter ja nicht reiten kann, dann frage ich mich ersthaft, wie die Menschheit dann früher von A nach B gekommen ist, wenn die Tiere die Wintermonate keinen Fuß vor die Tür setzen konnten.

 

In meinem Stall wird im Winter draußen geritten. Und da ein geeigneter Platz (auch den gab es damals eher selten) fehlt, dient das hügelige Gelände zum ordnungsgemäßen Trainieren des Reitpferdes. Der Nachteil: Es wird im Winter sehr früh dunkel und meine alten kaputten Knochen tun im Winter öfter weh.

 

Nun, man betreibt die Reiterei ja als Hobby und so reicht  es ja, wenn man sich im Winter dann nur mal kurz aufs Pferd schwingt und es ruhig angehen lässt. Der sportliche Aspekt weicht hier eher dem Erhalten der Form und der Rittigkeit. Wenns dann mal nicht ganz so intensiv und viel ist, wie im Sommer, ist das durchaus nicht schlimm.

 

Aber womit ich mich als Pferdebesitzer (und so einige andere Pferdebesitzer) abfinden muss, scheint für Reitbeteiligungen unmöglich zu sein. Im Winter weniger reiten? Mal nass werden? Unmöglich. Ohne Halle geht da anscheinend gar nichts. Immerhin bezahlt man ja fürs Reiten und nicht fürs rumjuckeln.

 

Und so schlage ich mich mit den wenigen Reitern herum, die sich auch im Winter nicht zu schade sind, nass zu werden. Hier werden aber schon Einschränkungen gemacht. Denn auch diese Reiter sind ja erst gegen Abend im Stall. Dazu maximal ein Mal in der Woche, weil sie sonst länger arbeiten müssten. Was bringt mir dann diese Reitbeteiligung? Soll ich erst warten, bis sie im Winter feststellen, dass man kaum noch raus kommt, weil man zu spät im Stall ist? Dass ab einer gewissen Uhrzeit der Wald dem Jagdpächter gehört und man im stockfinsteren auch nicht ganz so schön reiten kann, wie bei Tageslicht? Dazu scheint das reiterliche Können tatsächlich bei den Hallenreitern zu liegen. Bei diesen wetterfesten Buschreitern ist reiterliches Können anscheinend doch eine Ausnahme.

 

Was bin ich denn dann? Ein Alien? Weil ich eine reiterliche Ausbildung genossen habe und mir für Unterricht nicht zu schade bin und war? Weil ich ein Pferd auch im Gelände gymnastizierend über den Rücken reiten möchte?

 

Und um der Schwierigkeit eine RB zu finden noch einen Härtegrad mehr zu verleihen, muss meine Puppi auch noch Knieprobleme haben. Wer soll denn unter den Bedingungen noch jemanden finden, der genügsam, wetterfest, reiterlich und zeitlich geeignet ist?

Verzweifelte Grüße

1.2.15 12:41


Gelassenheit oder Gewöhnung vom 24.04.2010

Viele werden jetzt denken, dass ist doch das Gleiche. Nein, das ist es nicht. Also tasten wir uns mal langsam heran, was eine GHP (Gelasseneheitsprüfung) bringt, was ihr Bestehen aussagt und inwieweit sich das auf Eigenschaften des Pferd-Mensch-Paares übertragen lässt.

 

Was ist (für unkundige) eine Gelassenheitsprüfung (kurz GHP)?

Kurz gesagt werden hier Pferde mit ihren Menschen durch mehrere Aufgaben geschickt. Diese Aufgaben bringen das Pferd und den Menschen mit verschiedenen visuellen Reizen, verschiedenen Untergründen und Geräuschen zusammen und zudem werden in einzelnen Aufgaben einfach nur Geduld und Aufmerksamkeit mit entsprechendem Gehorsam abgefragt. Gezeigt werden soll ein Pferd, welches bei visuellen und akustischen Reizen keine unsichere Reaktion zeigt, sich am ruhigen Halter (oder Reiter) orientiert, welches aufmerksam seinen Anweisungen folgt und geduldig an seiner Seite verharrt.

 

Aber was ist diese Gelassenheit, die hier gezeigt werden soll?

Wikipedia hilft hier weiter: 

"Gelassenheit, Gleichmut, innere Ruhe oder Gemütsruhe ist eine innere Einstellung, die Fähigkeit, vor allem in schwierigen Situationen die Fassung oder eine unvoreingenommene Haltung zu bewahren. Sie ist das Gegenteil von Unruhe, Aufgeregtheit und Stress.

 

Während Gelassenheit den emotionalen Aspekt betont, bezeichnet Besonnenheit die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen oder heiklen Situationen den Verstand die Oberhand behalten lässt, also den rationalen Aspekt von innerer Ruhe."

 

Aha. Also soll hier eine innere Einstellung geprüft werden, eine emotionale Gemütslage, eine Grundfähigkeit. Warum das Ganze?

Ein unsicherer Reiter (oder Pferdebesitzer) wünscht sich oft ein Pferd, welches wie ein Fels in der Brandung steht. Diese Pferde werden nicht gezielt gezüchtet, sind daher in unterschiedlichster Form und Rasse anzutreffen und werden doch geziet gesucht. Durch diese Prüfung soll das Augenmerk auf diese Eigenschaft gerichtet werden und so wieder das Zuchtziel "verlässlich und ausgeglichen, nervenstark und gelassen" in den Vordergrund gerückt werden. Damit auch Pappnasen und unsichere Hampel wie ich manchmal einer bin, ein Pferd finden können, das bombensicher und einfach verlässlich ist. Für Anfänger auch ein wichtiger Aspekt.

 

Nun gibt es in meinem Bekanntenkreis jetzt einen neuen Boom dieser GHP und so werden die einzelnen Aufgaben bis zum abwinken geübt. Aber spiegelt denn dann die Prüfung noch die Gelassenheit der Pferde wider? Immerhin wird das Pferd gezielt an die Herausforderungen gewöhnt und darauf trainiert. Es ist eine antrainierte Reaktion auf eine viel geübte Situation. Mit Gelassenheit hat das doch nicht mehr viel zu tun, oder?

 

Auch wenn man grundsätzlich flatterig und schreckhaft ist, wird man bei der tausendsten Wiederholung von bunten Ballons hinter einer Hecke irgendwann keinen Schreck mehr bekommen. Was nicht heißt, dass der knallende Auspuff oder der Rasenmäher nicht immer noch beängstigend wirken. Man würde also durchaus mit so einem Tier durch eine geübte GHP kommen und sogar mit Auszeichnung bestehen, während das gleiche Pferd beim Geräusch eines zuschlagenden Tores oder dem Auftauchen des Hofhundes einen Herzkasper bekommt.

 

Was also bringt diese GHP denn noch? Ist hier wieder ein erfolgloser Versuch unternommen worden, die Pferdewelt ein wenig besser und sicherer zu machen und ist dieser Versuch grundsätzlich als gescheitert anzusehen?

 

Nun birgt diese Gewöhnung gottseidank einen Nebeneffekt. Er ist nicht sehr groß, verfehlt aber nicht seine Wirkung. Und zwar werden diese Pferde tatsächlich gelassener. Mit jeder Wiederholung einer vorerst beängstigenden Situation, aus der Mensch und Pferd sicher und entspannt herausgehen, wird das Pferd weniger in seiner Angst bestärkt und verliert so nach und nach tatsächlich einen Teil davon ganz. Wenn hundert schreckliche Situationen im Nachhinein nicht schrecklich waren, dann wird es beim hunderteinsten Mal nicht gleich davonrennen.

 

Diese Tendenz ist da, doch überschätzen sollte man sie nicht. Daher mein Fazit:

 

Auch wenn das Üben dieser Lektionen zur Gelassenheit beiträgt, so wäre ich für eine ungeübte GHP ohne feste Aufgaben. Denn nur ungeübt kann man die wahrhaft Gelassenen von den Antrainierten unterscheiden.

1.2.15 12:40


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