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Geraderichten vom 19.12.10

Pferde unter dem Sattel werden vom Reiter gerade gerichtet. Das ist eine der Grundsätze bei fast allen Reitweisen. Hier geht man dem richtigen Ansatz nach, dass ein Pferd nur gleichmäßig belastet wird, wenn es auch gleichmäßig Gewicht aufnimmt.

 

Nun, diese Theorie stelle ich einfach mal nicht in Frage. Ich hab das so gelernt und mir fällt auch kaum ein gegenteiliges Argument dagegen ein. Höchstens noch, dass man als Mensch auch fast alles mit einer Seite macht. Ich komme mir komisch vor, wenn ich den falschen Fuß zuerst auf die Treppenstufe setze. Es bringt mich aus dem Takt.

 

Wenn ich unbewusst nach etwas greife, dann immer mit der gleichen Hand. Achte ich bewusst auf gleichhändiges Handeln, dann kommt mir das oft komisch vor. Meine falsche Seite protestiert dann auch gern mit Verspannungen. Ergo: Der Mensch ist in sich nicht geradegerichtet und das gehört sich wohl auch erstmal so.

 

Tatsächlich ist bei rechtshändern die rechte Körperhälfte auch besser auf seine Aufgaben ausgelegt. Sie ist meist kräftiger und schneller, die Bewegungsabläufe sind im Gehirn und scheinbar auch in der Muskelmasse gespeichert und gehen ohne Mühe und ohne Denken von statten. Müssen wir jetzt auch alle umdenken?

 

Meine Puppi ist Linkshänder (oder Linkshufer), ich bin Rechtshänder. Anstatt, dass das eine perfekte Mitter ergibt, behindert es uns ständig. Sie kann besser auf der linken und ich besser auf der rechten Hand arbeiten. Zusammen ergibt das Chaos. Schade. Hätte ja auch einfach sein können.

 

Eine Zeitlang hatte ich eine Bekannte da, die um Klassen besser ritt, als ich jemals reiten werde. Sie ist linkshänder und hat bei Puppi in wenigen Reiteinheiten Erfolge erzielt, die ich nicht rausreiten konnte. Dennoch bin ich ihr dankbar für jeden Ritt, denn danach war Puppi auch für mich traumhaft nachzureiten... bis uns wieder unsere Händigkeit in Schwierigkeiten brachte. Natürlich muss ihre und meine Gesundheit dadurch leiden und wir arbeiten weiter an dem Problem.

 

Und nun der Grund, weshalb ich darauf überhaupt komme (nicht lachen bitte): Ich sehe täglich Menschen mit ihren Hunden an meiner Wohnung vorbei Gassi gehen. Die Hunde werden von ihren Menschen fast immer von links geführt, weil Mensch die Leine anscheinend gern mit rechts hält. Und diese Hunde laufen GROTTENSCHIEF. Selbst an der langen Leine laufen sie, als hätte der Boden seegang oder das Schiff Schlagseite. Warum macht da niemand was gegen? Keine Katze läuft so, kein Hamster und kein Wolf. Es muss also an der Leine liegen. Ist auch logisch. Hund möchte seinem Herrn ja nicht unter die Füße kommen und läuft zu seiner Seite möglichst hohl... wie viele Hunde mit Haltungsschäden bringt das wohl hervor? Ist dies die neue Marktlücke? Bodenarbeit mit dem Ziel geraderichten für den Hund?

1.2.15 13:18


Noch ein Wintermärchen? vom 09.12.10

Dicke Schneeflocken fallen vom Himmel. Irgendwo unter dieser weißen Pracht liegt eine Straße. Wenn ich sie doch nur erahnen könnte. Die Scheibenwischer fegen unaufhörlich die Schneemassen beiseite, die in leuchtendem Weiß die Sicht nehmen. Doch die Sicht worauf? Auf noch mehr weiß?

 

Langsam bahne ich mir den Weg durch die bergigen Straßen. Kein Auto ist zu sehen. Die Menschen bleiben zu Hause, wenn sie können.

 

Die Welt ist still. Der Schnee dämpft jedes Geräusch, schluckt jeden Laut. Das Radio schweigt, ich konzentriere mich darauf, in dieser weißen Monotonie den Weg ausfindig zu machen.

 

Nach einer endlos erscheinenden Zeit bin ich am Ziel. Unter einer dicken weißen Decke liegt der Hof vor mir. Die Pferde scheinen wie Ponies, ihre Beine so tief im Schnee versunken. Auf ihren Rücken und Kruppen dick die weiße Schicht, die Mähne weiß. Leise knirscht  es unter meinen Sohlen.

 

Knietief versinken meine Beine im Schnee. Die weiße Masse sucht sich ihren Weg in meine Stiefel. Es ist eisig kalt. Die vielen Lagen Stoff meiner Kleidung halten mich warm und machen jeden Schritt so unbeweglich und mühsam, wie der knietiefe Schnee. Jede Bewegung kostet Kraft, müht sich gegen den Widerstand der dicken, schweren Kleidung.

 

Drei volle Schubkarren mit Mist suchen ihren Weg zum Misthaufen. Mühsam belade ich die Karre, noch mühsamer ist der Weg zum Misthaufen. Langsam bahnt sich die schwere Karre den Weg durch die knietiefe Schneemasse.

 

Derweil schneit es weiter. Dicke, große Flocken, dicht und unaufhörlich. Innerhalb kürzester Zeit verwischen die Spuren im Schnee. Es ist immer noch totenstill.

 

Anscheinend hatte jemand Furcht, die Pferde könnten im Schnee umfallen, erfrieren, krank werden... was auch immer. Der Mistmenge entnehme ich, dass sie erst spät am Tag draußen waren. Nun, heute hatten viele Ställe ihre Tiere gar nicht rausgestellt. Muss mich das fröhlich stimmen? Die gefühlt dreifache Mistmenge durch die dicke Schneeschicht zu schieben kostet Kraft, das ankämpfen gegen die sperrige Kleidung, die Behinderung durch die dicken Handschuhe. Das alles macht mich wütend. Der Zauber der Landschaft verblasst unter der Mühe, die er verursacht.

 

Natürlich ist das kleine Stroh- und Futterlager leer. Ich bin die letzte, die heute Futter für ihre Tiere holt. Also zum großen Heu- und Strohlager durch den Schnee gekämpft. Ich spüre, dass ich unter meiner Kleidung nass geschwitzt bin. Meine Arme, meine Schultern, alles protestiert. Die Karre muss nun voll beladen werden. Keine zwei Mal will ich die weite Strecke durch den Tiefschnee zurück legen müssen.

Ich kann kaum über ihren Rand schauen. Sie ist voll beladen. Hoffentlich reicht die Menge. Während ich mich fluchend, völlig außer Atem durch die Masse kämpfe klingelt mein Handy. Ich bin kurz davor irgendwas schlagen zu wollen.

Nein, im Schneesturm werde ich jetzt nicht ans Telefon gehen. Der Anrufer muss warten.

 

Völlig atemlos komme ich im Stall an. Der Anrufer hat aufgegeben. Ich rufe zurück. Außer Atem erkläre ich, dass ich noch einige Zeit brauchen werde, bis ich mich auf den Rückweg machen kann. Ob der Supermarkt dann noch auf hat? Ob ich dann noch Getränke kaufen kann? Verdammt, ich weiß nichtmal ob ich die Straße finde und jemals den Berg runter komme. Hier fährt seit Stunden kein Auto, fünf liegen gebliebene Fahrzeuge habe ich auf dem Hinweg schon überholen müssen.

 

Weiter gehts, denn jede Minute erhöht die Wahrscheinlichkeit, eingeschneit zu werden. Meine Beine, mein Rücken, es fühlt sich alles an wie Gummi. Jede Bewegung ist schwer, so schwer.

 

Ich hole die Heunetze rein und nehme dabei gleich die Pferde mit. Ömmchen läuft wie immer frei. Ich komme zum Stall, verteile die Pferde in ihre Boxen... doch wo ist Ömmchen? Sie war doch grad noch hinter mir.

 

Kurz die Boxen geschlossen und so trete ich wieder hinaus, in die Dunkelheit, sehe die Schneeflocken tanzen... aber kein Ömmchen. Zurück zum Paddock sehe ich die kaum verwehten Spuren. Nach einigen Augenblicken finde ich die Stute im Garten wieder. Warum lief sie nicht mit? Hat sie im Schneesturm die Orientierung verloren?

 

Wenige Augenblicke später steht auch Ömmchen im Stall. Ihr dunkles Fell ist kaum unter der dicken Schneeschicht auszumachen. Was ist das nur für ein Wetter?

 

Ich würde die wenigen Minuten mit meinen Stuten gerne genießen, doch die Zeit drängt. Jeder Augenblick verschlechtert meine Chance, heil nach Hause zu kommen. Ich verlasse den Stall hastig.

 

Auf dem Parkplatz erwartet mich ein weißer Schneehügel. Das war vor einer Stunde noch ein völlig freies Auto. Mein Auto. Nach endlos scheinender Zeit ist es freigeräumt. Man muss sich dabei beeilen. Kaum ist die eine Seite frei gelegt, ist die andere Seite wieder zugeweht. Doch irgendwann ist es geschafft und der Wagen quält sich schliddernd aus der Parklücke. Wieder ist die Straße nur zu erahnen. Gut, dass ich sie täglich fahre. So hilft mir die Erinnerung ein gutes Stück weiter.

 

Ich bin angespannt. Immer wieder rutschen die Reifen. Der Schnee kann sich nicht entscheiden, ob er uns durch seine Schneewehen bremsen will, oder sein schmierig-rutschiger Belag uns zum Schlittern bringen möchte.

 

Ich hasse den Winter!

1.2.15 13:17


Ein Wintermärchen 05.12.10

Dicke Schneeflocken fallen vom Himmel. Irgendwo unter dieser weißen Pracht liegt eine Straße. Wenn ich sie doch nur erahnen könnte. Die Scheibenwischer fegen unaufhörlich die Schneemassen beiseite, die in leuchtendem Weiß die Sicht nehmen. Doch die Sicht worauf? Auf noch mehr weiß?

 

Langsam bahne ich mir den Weg durch die bergigen Straßen. Kein Auto ist zu sehen. Die Menschen bleiben zu Hause, wenn sie können.

 

Die Welt ist still. Der Schnee dämpft jedes Geräusch, schluckt jeden Laut. Das Radio schweigt, ich konzentriere mich darauf, in dieser weißen Monotonie den Weg ausfindig zu machen.

 

Nach einer endlos erscheinenden Zeit bin ich am Ziel. Unter einer dicken weißen Decke liegt der Hof vor mir. Die Pferde scheinen wie Ponies, ihre Beine so tief im Schnee versunken. Auf ihren Rücken und Kruppen dick die weiße Schicht, die Mähne weiß. Leise knirscht  es unter meinen Sohlen. Es ist still. Wunderbar still.

1.2.15 13:16


Winterzauber? vom 04.12.10

Es ist kalt und dunkel. Ein Abend im Stall. Laut pfeift der Wind um die Häuser. Die Eiszapfen klirren und knacken an den Dächern.

 

Auf den Paddocks stehen drei Pferde. Sie schnauben laut. Der Wind, der die Bäume bewegt, sie zu lautem, hellen Knacken bringt ist unheimlich.

 

Eine geduckte Gestalt verschwindet dick vermummt im Stall und kehrt kurze Zeit später mit einer beladenen Schubkarre zurück. Die Reifen der Karre ziehen tiefe Furchen in den frischen Schnee. Die klirrende Kälte sorgt für einen pulverfeinen, glitzernden Bodenbelag, der vom scharfen Wind aufgepeitscht wird. Die geduckte Gestalt bahnt sich ihren Weg mit der Karre durch diese weiße Masse. Jeder Windstoß fegt Teile von der Karre herunter und die feinen Eiskristalle schmerzhaft in ihr Gesicht.

 

Schon lange kann sie ihre Füße nicht mehr spüren. Aber es ist besser so, denn die schmerzende Kälte nimmt sie nun nur noch an den Beinen und im Gesicht wahr. Am Misthaufen angekommen kippt sie die Karre vornüber. Eine Windbö wirft ihr einen guten Teil davon ins Gesicht.

Mit viel Mühe schafft sie es, ihren gefrorenen Griff von der Karre zu lösen. Sie zieht sie zurück und beläd sie mit Stroh und Heu. Mühsam kämpft sie sich erneut den Weg durch den Schnee zurück zum Stall.

 

Noch immer stehen drei Pferde auf dem Paddock. Sie toben herum, schauben, werfen die Hufe, buckeln was das Zeug hält. Die Eiszapfen hängen an ihren Bärten und eine feste, harte Schnee-Eisschicht bedeckt ihre Rücken.

 

Nur wenige Augenblicke später begibt sich die Gestalt zum Paddock. Die Pferde toben noch immer, der Schnee stobt unter ihren Hufen. Kaum erblicken sie den Menschen vor dem Ausgang sind sie zur Stelle. Zu aufgeregt, um sich aufhalftern zu lassen, zu aufgeregt um still zu stehen. Die Kälte dringt durch jede Pore, schmerzt in der Lunge. Doch dann ist es geschafft. Zwei angespannte Felltiere sind am Strick, das Dritte darf frei mitlaufen. Das Tor zum Hof wird aufgestoßen und wirkt wie ein Startschuss. Das freie Pferd läuft vor, trabt erhaben durch den Schnee, wirft den Kopf, schüttelt die Mähne. Sein Schweif weht hoch aufgestellt im Wind. Zwei Pferde setzen sich am Strick zeitgleich in Bewegung. Es gibt nur das Vorwärts. Der Atem dampft in der Luft, das Schnauben wird vom Schnee gedämpft. Sie werfen die Beine. Alles ist totenstill, bis auf das Atmen der Pferde. Selbst die Hufschläge sind kaum zu hören. Nur ein leises knirschen begleitet sie zum Stall und das Heulen des Windes, allgegenwärtig, wie ein hungriger Wolf.

 

Warmes Licht scheint aus dem Stall. Die Pferde stehen auf goldenem Stroh. Die Eisschicht bedeckt noch immer ihre Kruppen, doch es stört sie nicht. Genüsslich mampfen sie ihr Heu. Goldener Hafer füllt ihre Tröge. Sorgsam betrachtet sie der Mensch, streicht ihnen den Schnee von den Kruppen, holt seine letzten Reste aus ihren Hufen, entfernt die Eiszapfen aus ihren Bärten.

Dann schlägt er den Kragen wieder hoch, zieht den Kopf ein und die Schultern hoch. Ganz leise wünscht er den Pferden eine gute Nacht, als könnte seine Stimme die Ruhe dieses Momentes zerstören.

Er hält einen Moment lang inne, atmet noch einmal den würzigen Geruch des Heus und den feinen Duft des Strohs ein. Es riecht ein wenig nach Sommer. Fast so, als könnte man die Sonne auf brauner Erde riechen. Noch einmal lauscht er dem leisen Schnauben der Pferde und dem rhytmischen Kauen. Ein kleiner Seufzer kommt über seine Lippen. Dann schließt er das Tor zu dieser stillen Welt und tritt hinaus in die Winternacht. Das Heulen des Windes umpfängt ihn.

1.2.15 13:15


Männer von Pferdefrauen vom 19.11.2010

Dies ist mein hundertster Artikel in diesem Blog und ich widme ihn dem besten Freund der Reiterin: Dem Pferdefrauen-fähigen Mann.

 

Männer gibt es wie Sand am Meer. Frauen auch. Wenn sie zusammen kommen geht es gut oder eben nicht. Nur haben Männer von Pferdefrauen immer einen Nebenbuhler um die Zeit bei der pferdenärrischen Partnerin. Dieser oder diese Nebenbuhler haben vier Hufe und gegen die kann er nicht anstinken. Denn während der Herr an der Seite durchaus fähig sein sollte, sich selbst Nahrung zu beschaffen und sich selbst und seine Behausung sauber zu halten, kann ein Pferd in menschlicher Obhut dies selbstverständlich nicht. Und wie bei einem Kind ist man hier gebunden, entweder für einen Pferdesitter zu sorgen oder selbst die Betreuung zu übernehmen.Und diese Zeit fehlt beim Mann.

 

Dazu verschlingt dieses Hobby Geld, was den Partnerinnen oft für gemeinsame Anschaffungen oder Urlaube fehlt. Der Mann muss dann, möchte er mit seiner Liebsten in Urlaub fahren, viel mehr Umstände in Kauf nehmen, als bei einer Lebensgefährtin ohne Pferd.

 

Das machen nicht viele Männer mit. Nicht selten fallen dann Sätze (die man sich auch von Freunden und Kollegen anhören muss) wie: Das ist doch alles viel zu teuer... schaff doch die Pferde ab, das kostet doch viel zu viel. Du kommst außerdem ja zu gar nichts mehr etc. pp.

 

Diesen Blog widme ich nun also dem besten Mann auf diesem Planeten. Meinem! Er lernte mich mit einem Pferd und einer Versorgungsverpflichtung für einen ganzen Hof Pferde kennen und lebt nun seit vielen Jahren mit mir trotz pferdischem Anhang. Auch wenn er selbst zurückstecken muss für mein Hobby und meine Sorgen mit dem Pferd immer teilen muss, beklagt er sich nie und hilft wo er kann. Er ist ein Goldstück. Und auch dafür liebe ich ihn (unter anderem versteht sich).

 

Danke Schatz, dass Du das alles mitmachst. Dafür gebührt Dir auf jeden Fall der hundertste Artikel meines Blogs.

 

Ich wünsche allen Leserinnen meines Blogs ähnlich viel Glück und wünsche mir noch eine Ewigkeit mit diesem Helden der Pferdefrauen. Solche Männer sind rar. Wenn ihr einen findet, haltet ihn fest.

1.2.15 13:15


Nie wieder Reitbeteiligungen die zweite oder dritte? vom 13.11.10

Es ist fast so weit, denke ich. Ich habe meine RB gestern angeschrieben. Sie hat in den letzten Wochen fast jede Woche einmal von zwei Tagen abgesagt, ist seit Wochen nicht mehr geritten und wenn ich sie mit den Pferden sehe, ist sie seeeeehr vorsichtig und traut sich kaum, sich durchzusetzen.

 

Klar kann sie reiten. Aber im Umgang ist sie so unsicher und übervorsichtig, dass man meinen könnte, sie hätte Angst vor den Pferden.

 

Die letzten Tage war Puppi schwierig. Sie hat Mauke und das ständige einschmieren, einseifen, Krusten lösen etc. tut wohl auch weh. Dann ist bei dem kalten, nassen Wetter die Rückenmuskulatur kalt und so ist das Satteln wohl sehr unangenehm. Sie mag es ja nichtmal, wenn man bei nasskaltem Wetter beim Halftern an die Ohren kommt.

 

Kurz gesagt, Puppi zickt. Und noch kürzer gesagt: meine RB kommt damit nicht klar. Sie mag es nicht, ein Pferd erziehen und überreden zu müssen, ein misgelauntes Tier am Strick zu haben und entweder sie hat zu viel Respekt vor dem Tier um zu wagen, sich durchzusetzen, oder sie ist so harmoniebedürftig, dass das nicht in ihr Konzept passt. Sie ist lieb zum Tier, verlangt gar nichts, setzt ihren Willen gegenüber Puppi nicht durch und hofft, dass Puppi dann lieb und glücklich ist. Allerdings MUSS sie verarztet werden und SOLLTE geritten werden.

 

Mit dieser Vorsicht und Harmoniesucht kommt man nicht zum Reiten und gerade jetzt, wo die Pferde sich auf den befestigten Flächen weniger bewegen und kerniger werden, ist ein regelmäßiges Arbeiten einfach wichtig.

Nichts ist schlimmer als ein knackiges Vollblöd im Wintermodus (also gut aufgedreht), welches auch noch unausgelastet ist.

 

Die letzten Tage, in denen ich geritten bin, waren alles andere als entspannend.

 

Ich habe ihr also wie gesagt eine Mail geschrieben und endlich mal kritisiert, dass sie nicht mehr reitet und dass sie kaum noch kommt. Natürlich habe ich sie gefragt, warum das so ist. Habe sie gebeten, doch endlich mal ihre Probleme zu schildern, damit ich ihr vielleicht helfen kann. Ich bin gespannt, was da so kommt.

Ich fürchte, es wird die gleiche Geschichte wie mit allen anderen RBs auch. Aber ich hoffe immer noch, dass sie mich überrascht und einfach zeigt, was in ihr steckt.

 

Und wenn sie mich ohne ein Wort hängen lässt, dann verlasse ich mich ab sofort nur noch auf mich allein. Himmel, ist das alles kompliziert.

1.2.15 13:14


Der perfekte Stall... mit Boxen? vom 07.11.2010

Ich träume manchmal von einem eigenen Stall. Gut, das tun viele.

Meine Träume würde ich gern ein wenig mit Euch teilen:

Ein Laufstall mit angrenzenden Boxen und großer Freifläche, vollends befestigt und frei zugänglich, an der dann die einzelnen Zugänge zu den einzelnen Weiden abgehen.

Nur wird sich mancher fragen, warum ich Boxen dabei habe, wenn ich doch mit Laufstall und Paddock im Riesenformat eine Art Offenstall habe.

 

Nun, da muss ich vielleicht ein wenig erläutern. Im Laufstall und auf dem Paddock sollte den ganzen Tag über Futter zur Verfügung stehen. Ich möchte hier dann aber vom leichtfuttrigsten Kandidaten ausgehen. Der Unterschied zwischen leichtfuttrigen Pferden und schwerfuttrigen Pferden ist mitunter sehr groß. Wenn ich dann den Rest über Futterautomaten steuern wollte, wären manche Pferde nur noch am Automaten. Zudem bin ich da auch ein Fan von Heu und während ich im Offenstall eine Heusorte anbieten würde, die dem Energiegehalt von Binsen entspäche, würde dann gesondert eine hochwertigere Heusorte gefüttert (natürlich auch erster Schnitt und nicht so Kleereich). Unter Umständen würde hier dann auch Heulage zum Einsatz kommen.

 

Die individuelle Fütterung in den Boxen hätte für mich dann sehr viele Vorteile:

-Jedes Pferd würde gezielt die Portion erhalten, die es benötigt, ohne viel Kraftfuttereinsatz

-Jedes Pferd verbindet somit die Box als etwas positives und ist im Krankheits- oder Verletzungsfall nicht doppelt gestresst

- man kann die Pferde bei der Gelegenheit gut beim Fressen beobachten, sieht wahrscheinlich wie sie äppeln und pinkeln und kann so die Gesundheit der einzelnen Tiere besser überwachen

- Jedes Pferd wird so mindestens einmal am Tag vom Menschen begutachtet und begleitet und geht in der Gruppe nicht unter, bekommt seinen menschlichen Kontakt und sein Futter ohne Eifersüchteleien oder Streitereien

 

zudem finde ich die Fütterung über einen Automaten schrecklich unsympathisch. Klar, die Pferde hätten täglich ein bis zwei Stunden im "Käfig", aber ich finde diese Zeit sehr sinnvoll.

 

Mein idealer Stall hätte also durchaus Boxen. Und? Wer möchte beizeiten bei mir einziehen? *träum*

1.2.15 13:13


Stallbetreiber - Tyrann und Alleinherrscher aus Leidenschaft? 30.10.10

Nun, als Pferdehalter in einem Pensionsbetrieb hat man es nicht einfach. Inzwischen habe ich einige Ställe durch und möchte meinen jetzigen nicht verlassen müssen. Denn bei meinem jetzigen stimmt einfach das Verhältnis mit den Stallbesitzern. Warum das so wichtig ist? Ich plaudere dann mal ein wenig aus dem Nähkästchen:

 

Vor vielen, vielen Jahren stellte ich mein erstes Pferd in einen Pensionsstall ein. Ich kannte den Pferdezüchter, er hat sehr gute Pferde und ich habe ihm vorher ein paar Mal auf Stutenschauen geholfen und war gerne bei ihm im Stall. Dass die Pferde im Winter in Boxen standen und gar nicht raus kamen, habe ich damals nicht gefragt oder gesehen. Ich war recht naiv.

 

Nun, ich fragte damals beim Pferdekauf nach einer Box und wurde somit Einsteller in seinem Stall. Und die Tortour begann:

 

Mein Pferd durfte mit seinen teuren Zuchtstuten nicht auf die selbe Weide. Die Junghengste standen auch für sich, die Jungstuten bei den Zuchtstuten und so stand mein Pferd alleine. Ganz alleine. Er rannte regelmäßig Furchen in den Boden, immer am Zaun entlang. Er durfte nicht zu den anderen.

 

Im November wurde dann eingestallt. Die Pferde durften nun gar nicht mehr raus. Mein Pferd bekam, trotz der mehrfachen Aufforderung, es zu lassen, jeden Tag den Trog voll Hafer und da ich nach der Arbeit immer erst spät auf dem Hof war, war an Reiten nicht zu denken. Das Pferd ging permanent durch. Kein Auslauf, viel Hafer, wen wunderts.

 

Misten durfte ich auch nicht. Nur drei Rippen eines kleinen Handballens Stroh durfte ich pro Tag benutzen und keinen Mist entfernen (einen Misthaufen gab es nicht).

 

Ich suchte also so schnell wie möglich einen neuen Stall. Als ich ging, wurde ich beschimpft und bedroht. Ich solle mich ja nicht wieder blicken lassen... als ob ich das gewollt hätte.

 

Nun stand ich in einem neuen Stall und irgendwie kam ich vom Regen in die Traufe. Zu Anfang war noch alles perfekt. Die Pferde standen im Winter auch auf der Weide, ich durfte jeden Tag misten, mein Pferd stand in der Herde und die Fütterung mit Kraftfutter bestimmte ich selbst. Doch hier gab es einen anderen Knackpunkt: Die SBs waren einfach größenwahnsinnig.

 

Sie nahmen sich jedes Recht gegenüber den Einstellerpferden heraus. Wirklich JEDES. Und auch die Ausrüstung wurde je nach Laune benutzt. Wohl gemerkt, die Ausrüstung der Einsteller von den Stallbetreibern.

So war dann öfters der Sattel nicht da, wenn man selbst reiten wollte oder die Pferdedecke lag auf deren Pferden, Halfter verschwanden und tauchten in deren Verein (zu dem sie täglich in die Halle fuhren) wieder auf...

Und auch vor den Pferden wurde nicht halt gemacht. Jetzt haltet euch fest, denn sowas werdet ihr hoffentlich nicht nochmal lesen:

 

- Sie stellten die Herden nach gutdünken immer wieder neu zusammen. Ein dominanter Wallach, der nur mit rangniedrigen verträglich war, wurde einen Tag ohne Einverständnis oder Wissen der Besitzer mal eben mit einem ebenfalls dominanten, vollbeschlagenen Wallach auf die Weide gestellt. Sie wollten den Besitzern zeigen, dass diese wohl keine Ahnung hätten und die SBs im Recht seien. Der unbeschlagene Wallach war danach tot.

Sie drohten, wenn jemand erzählen würde, dass das andere Pferd auf der Weide war, würde man sehen, was man davon hat... sehr nett. Die Besitzerin des toten Pferdes hat es dennoch von mir erfahren.

 

- Als eines ihrer Pferde die Tränke so beschädigt hatte, dass seine Box und der ganze Stalltrakt unter Wasser stand, da stellten sie ihre Pferde einfach in die Boxen der Einsteller. Die Einsteller mussten sich nun mit anderen Einstellern die Boxen teilen oder sie auf der Stallgasse lassen.

 

- Als sie für einen Sankt-Martins-Umzug ein Pferd brauchten, fragten sie einen Einsteller. Der lehnte ab. Sein Pferd wäre nicht nervenfest genug. Blaskapelle, Fackeln und Laternen und viele, viele Leute... das wäre nichts für sein Pferd.

Einen Tag nach dem Umzug wurde der Einsteller angesprochen, dass ein Pferd ja toll mitgemacht hätte. Die SBs hatten es trotzdem genommen. Der Einsteller ging sofort auf die Barrikaden und meinte, es wäre unverantwortlich, da hätte alles mögliche passieren können, das Pferd wäre zu nervös für so etwas. Die SB lachte nur und sagte: "Bayer machts möglich!". Ein klarer Hinweis auf die Verwendung von Beruhigungsmitteln.

 

- Dann noch die Kleinigkeiten: Einem Wallach wurde beim Gang auf die Wiese mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen, weil er drängelte. Stoh wurde nachts aus den Boxen wieder rausgenommen, wenn es knapp war. Verletzte Pferde wurden dem Besitzer nicht gemeldet und verletzt auf der Wiese stehen gelassen. Wenn der Besitzer abends dann kam, wurde ihm vor Aufsuchen der Weide kurz mitgeteilt, dass das Tier eine blutende Verletzung habe, er solle sich das mal ansehen.

 

- Ein Pferd, welches psychisch einfach völlig durch war, wurde in Abwesenheit der Besitzer heimlich trainiert. Man sah ihn ihm eine Herausforderung und war der Meinung, das Tier brechen zu können und so seine Ängste überwinden zu können. Das Tier wurde heimlich mit Hengstkette und Steigergebiss und Gerten zum Gehorsam gezwungen... bzw. sollte gezwungen werden. Die Sache flog auf , als das Tier es trotz der Zwangsmaßnahmen schaffte, sich loszureißen und Flurschaden beim Nachbarn anrichtete.

Als dieser dann seinen Schaden anmeldete, hängten sich die SB gleich mit dran. Während dieser "Trainingsmaßnahmen" hatte das Tier deren Zäune, Zäume und einen Sattel zerstört. Nun wo es aufgeflogen war, wollten sie sowohl fürs Training als auch für die zerstörten Dinge Geld haben...

 

So etwas ist krank?

Nun, ich kenne diese Geschichten nicht nur von diesem Stall. Vielleicht ist es der Menschenschlag in meiner Gegend, die so ein Großherrentum hervorbringt. Oder eine ansteckende psychische Krankheit wird hier mit dem Pferdefutter verbreitet. Aber diese Geschichten sind wahr. Und es gäbe noch viel mehr zu erzählen...

 

Und? Sind deren Ställe leer?

Da sich hier anscheinend jeder zum Diktator aufschwingt, der einen Pferdestall vermietet oder als Stallbetreiber fungiert, ist es wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Ich wüsste außer meinem jetzigen KEINEN Stall, in dem ich stehen möchte. Dennoch, die Ställe sind besetzt. Und so dringen immer wieder neue Schauergeschichten an mein Ohr.

Die gruseligsten Geschichten schreibt doch echt das Leben selbst.

Happy Halloween.

1.2.15 13:12


Die Einstellung anderer Reiter und Pferdebesitzer vom 23.10.10

Ich erzähl jetzt mal ein wenig von mir. Ich habe zwei Bauern als Großväter, zumindest offiziell. Der eine der beiden hatte eher einen Hühnerhof, was dem Pferdemädel in mir nun nicht allzusehr nach Großtierhaltung anmutet.

 

Mein anderer Großvater war ein Pferdemann. Ein Mensch mit Pferdeverstand. Und ich war ein Wendy-Kind.

 

Was ist ein Wendy-Kind? Nun, ein Kind das Pferdecomics und Pferdebücher verschlungen hat, in denen es um Friede-Freude-Eierkuchen rund um Pferde und Ponys ging. Pferde bestrafen war böse, von Pferdeerziehung hatte man keinen Plan, brauchte man auch nicht, weil man ja Pferde und Ponys bravstreicheln konnte. So glaubte man in dem Alter noch.

 

Wie erwähnt, mein Opa war Pferdemann. Er hatte viele Pferde ausgebildet, besaß kein Auto sondern zwei Gespanne, die vor dem Wagen und den landwirtschaftlichen Geräten eingesetzt wurden. Auf sie verließ er sich. Er züchtete sich seine Pferde selbst, bildete sie aus. Und in seinem Landkreis war er für seine ruhige und sachliche Art mit Pferden umzugehen bekannt. Er hatte das Herz wahrscheinlich am rechten Fleck.

 

Nun trafen in meiner Kindheit aber zwei Welten aufeinander. Ein träumerisches Mädchen mit Wendy-Fantasien und Fury-Komplex und eben ein alter Mann mit reichlich Erfahrung. Und so muss ich leider gestehen, habe ich nicht halb so viel von ihm gelernt, wie ich hätte lernen können, eben weil mein Bild von der Pferdehaltung so ganz anders war.

 

Nun, nach einigen Jahren Pferdehaltung, viel Fachliteratur und einigen Gesprächen mit alten Pferdeleuten kam irgendwann die Erleuchtung, dass die Pferdehaltung eben kein Pferderoman mit Happy-End war. Und leider war mein Opa nicht mehr da. Ich denke es hätte ihn gefreut, dass ich endlich bereit war zu lernen und zuzuhören.

 

Wie wohl jeder Pferdemensch in einem gewissen Alter (ja, ich bin ja nicht mehr taufrisch und habe meine besten Jahre wohl auch schon gehabt) glaube ich, einen guten Weg mit den Pferden gefunden zu haben. Jede Veröffentlichung über Haltung, Pflege, Reitwissen und Verhalten habe ich verschlungen, so bald sie mir in die Finger kam. Ich speichere wissenschaftliche Erkenntnisse ebenso wie Erfahrungsberichte anderer Menschen und binde sie in meine eigene Arbeit mit den Tieren ein.

 

Natürlich kann ich das nicht von anderen Leuten erwarten.

 

Dennoch finde ich nach wie vor eine starke Diskrepanz zwischen meinen Ansichten (die ich auch fundiert begründen und belegen kann) und der Einstellung anderer Reiter und Pferdehalter. Was in meiner Welt (und der Welt der Fachliteratur und sogar einigen Pferdeforen) ein absolutes Gesetz ist, wird von der breiten Masse der Reiter und Pferdehalter meiner Umgebung entweder nicht erkannt, nicht geschätzt oder schlichtweg ignoriert.

 

Pferde als Lauftiere, die auf Weiden gehören, bei Wind und Wetter die Möglichkeit zur sozialen Kontaktpflege, wandernden Nahrungsaufnahme und freien Bewegung  haben müssen, scheinen bei denen gegen Puppen eingetauscht worden sein, die man in kleinen Schachteln unterbringen und nach belieben wegstellen kann.

 

Die Reiter, die die Reitlehren durch ihre Ambitionen, Reitlehrer und ihren Ehrgeiz kennen müssten, handeln täglich den Statuten zuwider. Auch ihre Reitlehrer und Gurus missachten dabei die eigenen Grundsätze täglich.

 

Aber es ist nicht so, dass sie Wasser predigen und Wein trinken würden, nein sie stehen voller Überzeugung hinter dem, was sie tun. Man ignoriert die gut begründeten Hintergründe und die eigentliche Reitlehre völlig und argumentiert stattdessen mit Tradition oder dem allwissenden Lehrer. Und gerade der sollte es doch wirklich besser wissen und nach Lehrbuch handeln.

 

Gut, man kann nicht immer nach Lehrbuch handeln. Das Tier ist individuell verschieden. Nur leider werden diese Regeln gerne zugunsten fragwürdiger Abkürzungen, schlechtem Umgang mit dem Pferd oder falschem aber eindrucksvollem Präsentieren ignoriert. Und zwar ganz unabhängig vom Individuum Pferd.

 

Und so kann man zwar selbst jeden Fehler erkennen, weiß wie es in den Statuten steht, wie es besser oder sogar richtig gemacht werden kann... und steht gegen eine allgemeine Einstellung, die einfach in der Praxis Tag für Tag falsch vorgelebt wird. Man rechtfertigt sich.

 

Nun, ich denke es ist wieder mal Zeit, sich aus der Pferdeszene rauszuhalten. Sollen ihre Pferde doch in dunklen Boxen versauern. Sollen sie doch jeden Hilfszügel der Welt bis zum Anschlag anziehen, sollen sie doch der Rollkur den vierten blöden Namen verpassen und diese Übung legalisieren oder verbannen... man kann die Welt nicht verbessern. Durch meine Rechtfertigung des (meines erachtens) richtigen Weges wird sich niemand ändern. Vorreiten kann ich es auch noch nicht. Also kann man auch gleich die Klappe halten.

 

Die Erde ist eine Scheibe.

1.2.15 13:11


Wie krank ist es eigentlich, ein Pferd zu reiten? vom 16.10.10

Hat sich mal einer von Euch darüber Gedanken gemacht?

 

Was gibt uns Menschen eigentlich das Recht, sich auf ein Tier zu setzen? Warum setzen wir nicht Kleinkinder auf Hunde und Schafe? Oder versuchen uns mit Hilfe von hunderten Vögeln in die Luft zu erheben?

 

Komische Frage? Ich finde nicht. Es ist schon seltsam. Wer sieht denn ein edles Tier (damals noch eher zottelig als edel) auf einer Wiese stehen und denkt ohne den kulturellen Hintergrund einer Pferde-reitenden Welt, dass man sich da drauf setzen kann?

 

Wir hätten ohne Zweifel ohne das Pferd nicht die Welt, die wir heute hätten. Viele Kriege sind mit Pferden gewonnen worden, viele Reiche erobert und die Wildnis mit ihnen erschlossen worden. Alles auf dem Rücken der Tiere.

 

Aber trotzdem, es sind Tiere. Schöne Tiere. Aber warum denkt man, man könne sich da ungestraft drauf setzen? Wer war dieser erste Reiter und wie kam er auf diese Idee? Warum hat er nach dem sicherlich schnellen Abwurf nicht ans Aufgeben gedacht?

 

Und warum hat das Pferd irgendwann mit gemacht?

 

Ich empfinde es äußerst seltsam, wenn man sich dessen bewusst macht, was man da tut. Ein Tier, welches ein anderes trägt und sich auch noch von ihm lenken lässt? Pferde sind echt zu gutmütig.

 

Ein Fohlen wird frei geboren, ohne zu wissen, in was für einer Welt es hinein kommt. Es weiß nichts von seinen Aufgaben, die der Mensch für es vorgesehen hat. Die Natur gab ihm nur mit, ein Fluchttier zu sein, ein Herdentier, ein Läufer. Wir Menschen geben ihm vor, arbeiten zu sollen. Und wenn es das nicht will? 

 

Ja, es ist eine von Menschen gemachte Welt. Wir versklaven was wir nicht essen. Und wir essen, was wir nicht versklaven können.

 

Sorry, ich bin grad echt destruktiv eingestellt.

1.2.15 13:10


Die richtige Herde vom 09.10.2010

Herdenzusammenstellung. Wer macht sich darüber schon groß einen Kopf, wenn er nicht gerade selbst Stallbesitzer ist? Inzwischen ist mir klar, wie sehr die richtige Herde über das Glück oder Unglück eines Pferdes entscheidet: sofern das Tier in der Herde und nicht in Einzelhaft lebt.

 

Nun, mein Ömmchen ist alt geworden. Die Herdenführung hat sie vor Jahren schon abgegeben und es wurmt sie sehr, sich von anderen scheuchen zu lassen. Und nun ist sie neuerdings richtig alt und kränkelt ein wenig. Die Gelenke wollen nicht mehr so und so schläft sie viel im Liegen und stakst steif über die Weiden.

Und es gibt keine weiteren alten Pferde in der Herde. Die anderen sind ihr inzwischen haushoch überlegen und ignorieren sie meist.

 

Das ist nichtmal wirklich schlimm. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mitbekommen, wie ein Pferd in einer Herde das einzige alte Tier gezielt attackiert hat. Das alte Pferd hatte nichtmal die Chance, auszuweichen, so sehr war ihm das angreifende, junge Pferd überlegen. Es ist, trotz aller Heftigkeit, eine völlig normale Reaktion. In der freien Wildbahn locken alte und kranke Tiere Fressfeinde an. Wer überleben will, darf sich die Schwäche eines alten Herdentieres nicht leisten und muss es aussondern. Zur Not mit Gewalt.

 

Nun bin ich froh, dass keiner von Ömmchens Herdenkumpels das ähnlich sieht. Sie wird ausgegrenzt, aber nicht attackiert. Wobei sie auch selbst ruhige Plätze aufsucht und den Abstand zur Herde oft freiwillig sucht. So etwas tut mir als Frauchen zwar unheimlich weh, doch es ist die Natur. Ömmchen versteht das hoffentlich. Mir tut die alte Dame inzwischen leid. Würde sie nicht so sehr an meiner Vollblöd-Dame Puppi hängen, würde ich eine neue Herde für sie suchen. Aber ist die Stallsuche im Hinblick auf die Haltungsbedingungen nicht ohnehin schon schwierig? Woher soll man vorher wissen, ob Ömmchen in der neuen Herde einen Freund fürs Restleben findet? Und ist es nicht egoistisch gegenüber Puppi, die ihre Herde liebt und braucht?

 

Was, ein junges Pferd ist flexibel? Nun, da erzähl ich jetzt mal was von Puppi. Als ich sie kaufte, war sie vorher in mehreren Herden gewesen. Als ehemalige Zuchtstute hatte sie die Privilegien genossen, die Reitpferde im Sport oft nicht haben. Sie war ein Draußen-Pferd und Boxen waren nicht ihr Ding. Dennoch war sie dermaßen unterwürfig bei jedem anderen Pferd, dass sie anfangs sogar bei den Fohlen auf unserem Hof selbst abgekaut und den Kopf gesenkt hat. Sie war das Schlusslicht noch unter den Jungpferden.

 

Sie stieg langsam auf. Erst begann sie als Gouvernante die Jungpferde unter die Fittiche zu nehmen. Dann nach und nach mit den Jahren stieg sie langsam immer weiter auf. Aus dem Hungerhaken wurde ein selbstsicheres Pferd, welches jetzt als einziges sogar der Herdenchefin auf Augenhöhe gegenübertreten darf. Und inzwischen ist auch Ömmchen, welche jahrelang Herdenführerin war, nur noch auf dem Paddock über ihrem Rang. Niemand nimmt Puppi mehr die Butter vom Brot und diese Wandlung zieht sich durch das ganze Verhalten. Sie ist stärker, selbstbewusster und energischer geworden und nicht mehr so leicht zu verunsichern. Sie wirkt ausgeglichen und ruht in sich, zeigt Energie und Kraft.

Hier hat die Herde ihr so gut getan, wie es eine Herde aus Stinkstiefeln oder stark dominanten Tieren niemals hätte tun können.

 

Die beste Möglichkeit für Ömmchen wäre, eine altersgemäße Gefährtin oder einen altersgemäßen Gefährten, der sich von ihrem Starrsinn nicht mehr beeindrucken lässt, sie aber dennoch nicht unterbuttert. Doch woher nehmen? Ein weiteres Pferd? Ein Einsteller? Wenns nur so einfach wäre.

 

Und was für eine Herde braucht dieser dann? Ich sehe einen Rattenschwanz ohne Ende. Im Verbund mit den richtigen Haltungsbedingungen und dem ganzen Umfeld, welches ebenfalls passen müsste, wäre ein sechser im Lotto wahrscheinlicher.

 

Wobei bei einem sechser im Lotto der richtige Partner für Ömmchen wohl auch kein Problem mehr wäre. Partnersuche fürs Pferd. Alles für das liebe Tier. Ich bin verrückt!

1.2.15 13:09


Volle Hafipower vom 02.10.10

Gestern bin ich geritten. Das ist nichts neues, immerhin ist dies ja ein Reiter-Blog. Aber diesmal war es ein Hafi.

 

Eigentlich war ich nur bei einer Freundin, um ihr ein Bareback-Pad zu leihen, da ihr Sattel derzeit beim Sattler liegt und er ihn wohl auch für ihren Hafi-Araber-Mix nicht passend kriegt. Nun sucht sie einen neuen und hofft, dass es sich nicht um Ewigkeiten handelt. Das Problem kenne ich. Und genau deswegen hatte ich mir damals dieses Pad gekauft. Nun kann sie es geliehen einige Zeit benutzen und so stand ich also auch wieder einige Stunden bei ihr am Stall.

 

Ich kenne die Pferdebande von ihr und ihren Freunden mittlerweile seit zwei Jahren und es ist immer wieder schön, mit ihnen zu quatschen. Und so kam es, dass ich ihrer Reitbeteiligung beim ausprobieren des Pads zusah und richtig Lust bekam, wieder einen Hafi reiten zu wollen. Als ihre Freundin mit ihrem Hafi von der Weide kam, hab ich das dann auch lautstark erwähnt und schwubs, war ich gefangen.

 

Zur Erklärung: Ich liebe Hafis. Keine Ahnung, warum ich immer wieder bei Warmblöds mit mehr oder weniger Vollblöd-Anteil lande. Schon bei der letzten Pferdesuche saß ich wieder auf meinem Traumhafi. Als ich jedoch die Fotos sah, wurde mir klar, dass ich für den kleinen Kerl einfach zu groß war (der Knirps hatte etwa 1,38 m Stockmaß und er mit seiner Ausbildung einfach ein guter Partner auch für Jugendliche und Kinder werden würde. Also suchte ich weiter und landete bei Puppi.

 

Nun, langer Rede kurzer Sinn, irgendwann gestern saß ich auf dem 1,55 m großen Hafimann, der mich tapfer auf dem Reitplatz ertrug und schon kurze Zeit später galoppierte ich freudestrahlend über den Platz. Es muss etwas unglücklich ausgesehen haben, denn er war doch etwas unmotiviert und energiesparend unterwegs und so kam ich manches Mal nicht so ganz mit den Hilfen durch. Mein Sitz hat dadurch manches Mal arg gelitten. Und dennoch, es hat einfach Spaß gemacht. Ein wenig flotter müsste mein eigener Hafi wohl sein, aber es war einfach toll...

 

Also Leute, mehr Hafis für Deutschland. Mein nächstes Pferd wird ein Haflinger! Und selbst wenn die ganze Welt aufschreit, dass das als jahrelanger Vollblödreiter unverständlich und unter meiner Würde sei... Hafis sind einfach toll! Basta!

1.2.15 13:07


Nie wieder Reitbeteiligung? vom 20.09.2010

Nun, offiziell habe ich ja noch zwei davon. Wobei die eine sich seit einigen Tagen/zwei Wochen nicht mehr meldet. Eigentlich wäre das ein Grund zu sagen, dass das nichts mehr wird. Aber ich bin ein Schaf. Mit mir können sie es machen. Also warte ich, ob da noch was kommt.

 

Ich habe allerdings ja noch eine RB. Die ist zwar schon von vorn herein nur befristet bei mir, aber auch hier denke ich, zeichet sich bereits ein vorzeitiges Ende der RB-Beziehung ab. Sie kommt mit Püppi schon derzeit nicht mehr richtig klar, vor allem am Boden. Wenn die Paddockzeit beginnt, wird es noch schwieriger. Keine Ahnung, ob sie sich da durchsetzen kann. Ich fürchte eher nicht und dann wird sich das Thema auch zwangsweise erledigen.

Vielleicht male ich das ganze auch nur zu schwarz. Wie auch immer, bei ihr weiß ich, dass es nur auf Zeit war und sie nächstes Jahr ins Ausland geht.

 

Also im Endeffekt habe ich dann demnächst wahrscheinlich wieder gar keine RB. Wie zuvor. Und wieder denke ich mir, ist es das wert? Wie viele Leute hatte ich in den letzten Jahren zum Vorreiten da? Wie viele sind schon da nie wieder gekkommen, haben aber auch nicht den Anstand gehabt Bescheid zu sagen?

 

Wie viele sind nichtmal zum ersten Treffen gekommen?

 

Wie viele sprangen dann nur wenige Wochen nach dem Vertragsschluss ab?

 

Und wie viele sind beim Vorreiten einfach nur durchgefallen?

 

Ich bemühe mich wirklich, bin fair, lasse mir sogar zu viel gefallen, glaube immer an das Gute im Menschen. So wie beim Nicht-Melden der jetzigen RB.

 

Ich tolleriere Dinge, die mich eigentlich auf die Palme bringen, weil ich weiß, dass sie unwichtig für andere sind (ich hasse es, wenn z.B. Bürsten nicht ausgeklopft werden, bevor sie wieder in der Putzkiste verschwinden).

 

Schon einmal habe ich gesagt, ich will das nicht mehr. Aber mal ehrlich, ich bin körperlich nicht fit und Puppi täglich so auszulasten, dass sie nicht auf blöde Gedanken kommt, ist mehr als ich leisten kann. Aber genau das wollen junge Mädchen doch, oder? Stundenlang reiten, reiten, reiten.

Also warum ist es so schwer, mal eine RB zu finden und auch zu behalten?

 

Die Analyse dauert nun schon einige Jahre, halt genau so lange, wie ich RBs habe und suche. Und mittlerweile denke ich, sie wissen selbst gar nicht, was sie wirklich wollen. Wie sollte ich das dann wissen?

 

Dieses Jahr ist wirklich alles voll auf die RBs ausgelegt. Sie hatten den Sommer, konnten die Tage sogar variieren wenn sie an ihren festen Tagen nicht konnten, das Wetter war meist so gut, dass man das Reiten auch richtig genießen konnte, Puppi war gesund und fit und das Sattelzeug passte. Es gab diesmal keine Ausfallzeiten wegen Sattelsuche oder gesundheitlichen Problemen.

 

Das Pferd lief angeblich für alle zufriedenstellend gut, Probleme die auftauchten wurden von allen gemeinsam wieder korrigiert. Soweit alles schön. Dennoch wird gemeckert. Übertrieben ausgedrückt liegt es wohl daran, dass sich mein Pferd seinem Reiter nicht zum Arbeiten an den Hals wirft. Sie ist schwer zu motivieren (wobei sie flott geht, aber eben auch deutlich durch ihre Mimik zeigt, dass sie grad keinen Bock hat) und das ist schon zu schwer. Außerdem ist das Wetter jetzt oft so blöd.

 

Kann mir jemand sagen, wie ich das Wetter einstellen kann? Sonst sind meine RBs nicht glücklich. Das passende Pferd muss ich auch noch stricken. Oder hilft es, wenn ich Puppi Glückskekse füttere? Nein? Dann sind meine Puppi und ich wohl nicht für eine RB geeignet.

1.2.15 13:06


Wo sind die Verlasspferde? vom 29.09.2010

Kennt ihr echte Verlasspferde? Ich meine jetzt keine halbtoten Tiere, die man zu jedem Schritt zwingen muss und die deswegen schon ungfährlich sind, weil sie lieber stehen bleiben, als sich zu erschrecken.

 

Nun, in meinem Leben bin ich schon so einigen Verlasspferden begegnet und leider begegne ich immer weniger solcher Tiere.

Wo sind die Pferde, die einfach Spaß machen, die einfach jeden Blödsinn mitmachen, ohne mit der Wimper zu zucken auch an bösen Dingen vorbei gehen, einfach weil der Mensch es richtig findet.

 

Wo sind die Ponys, die nach einem flotten Galopp auf normale Hilfen wieder runter kommen, und auch danach ohne Probleme im ruhigeren Tempo bleiben?

 

Wo sind die Pferde, die auch nach einer Stunde Schweifverlesen immer noch brav am Anbinder stehen, auch wenn der Rest der Herde über die Prärie prescht?

 

Was ist mit den Ponys passiert die auch beim zwanzigsten Kind auf dem Rücken noch anständig blieben und ohne zu buckeln oder zu beißen ihren nicht ganz einfachen Job machten.

 

In meiner Jugend sah ich viele solcher Pferde. Vielleicht weil man Jugendliche eher mit dieser Spezies Pferde allein lässt, als mit den ganzen hochgepuschten und aufgedrehten Sensibelchen. Da machte Reiten noch Spaß, da musste man sich vor dem Galopp keine Gedanken machen, ob der Bremsweg auch reicht und wenn der Heimweg an einer Hauptstraße vorbei führte, dann war das eben so. Da wurde sich kein Gedanke über eventuelles Verkehrsaufkommen gemacht, da wurde eben dort geritten.

 

Und heute? Heute denkt man über den Verkehr nach, welche Uhrzeit man gerade hat, ob Berufsverkehr unterwegs ist und ob der Bus um diese Zeit hier lang fährt. Und wenns nicht passt, geht man diesen Weg dann nicht.

 

Auch die Kuh-Frage stellte sich damals nicht. Wenn der Bauer Kühe zur Weidepflege einsetzte, dann stand das Pferd halt dazwischen. Da wurde nicht gefragt, ob es Angst davor haben könnte.

 

Und wenn die Boxen getauscht wurden, dann wurden sie getauscht. Meine Mädels haben mir bei einem ähnlichen Versuch neulich nen Vogel gezeigt.

 

Also woran liegt es, dass die Pferde heute einfach nicht mehr so einfach sind, wie damals? Warum ist alles so kompliziert?

 

Habe ich mir tendenziell schwierigere Pferde ausgesucht, weil ich mich als erfahrener Reiter nach der größeren Aufgabe sehne?

 

Ist es meine Lebenserfahrung und die damit einhergehende Vorsicht mit allen Bedenken, die sich auf meinen Umgang mit den Pferden und damit ihr Verhalten auswirkt (kurz: macht meine eigene Vorsicht die Gäule kirre?)

 

Sind die Pferde heute im Gegensatz zu damals einfach mehr auf Reaktion und Leistung gezüchtet und damit der Reiter dem nicht mehr gewachsen?

 

Wurden die Pferde damals noch professionell gezogen, erzogen und ausgebildet und ist das heutige Problem durch laienhafte Ausbildung und Defizite in der Aufzucht entstanden?

 

Man sagt mir nach, ich hätte ein Händchen für Pferde, da ich für gewöhnlich die Ruhe behalte, den Überblick habe und meine phlegmatische Art die verrücktesten Gäule wieder auf den Boden zurück holt. Ist es daher verwerflich, dass ich mir langsam wünsche, was jeder Depp haben könnte - sprich, ein ruhiges Anfängerpferd ohne Allüren?

Doch würde das Anfängerpferd bei meiner inzwischen fehlenden Unbefangenheit nicht auch wieder zu dem werden, was ich ohnehin im Stall stehen habe (sprich, ein leicht schwieriges Sensibelchen)?

 

Denke ich zu viel nach?

 

Nun, einerseits bestimmt nicht. Meine Pferde haben ihren eigenen Kopf und den hätten sie auch, wenn ich meinen alten Mut und Übermut noch hätte. Doch denke ich, würde es mir weit weniger ausmachen.

 

Junge Pferde für den alten Reiter und alte Pferde für den jungen Reiter? Nun, ich bin ein alter Reiter und sehne mich nach einem erfahrenen Pferdeveteranen. Mögen sich die jungen Reiter die Hörner an den Pferden abstoßen, die vor Energie nur so strotzen und deren Reaktionsvermögen und Kraft meine derzeit weit übersteigt. Ich wünsche mir ein wenig reiterliche Langeweile. Auch das kanns geben.

1.2.15 13:05


Der Herbst ist da, die Pferde werden munter vom 14.09.10

... und wie munter sie werden. Holla die Waldfee, die haben Pfeffer im Hintern. Selbst Ömmchen prescht seit neuestem über die Wiese, dass es eine Freude ist, ihr zuzusehen. Sie fliegt mit wehender Mähne und fliegendem Schweif über die Hügel und macht sich im Galopp so schön flach und lang, dass sie einem Windhund gleicht.

Nun, bei diesem Tempo würde ich nicht allzugerne da drauf sitzen, oder doch? Ja, diese Art zu fliegen ist eine ganz besondere. Bei diesem Tempo treibt der Fahrtwind die Tränen in die Augen und die Knie werden weich. Das Herz schlägt schneller, die Freiheit ist Grenzenlos.

 

Doch schon kommt Puppi von hinten angewetzt und stellt dieses Tempo in den Schatten. Wie ein Uhrwerk werden ihre präzisen Bewegungen immer raumgreifender, sie nimmt an Geschwindigkeit zu, ohne die Taktzahl zu erhöhen. Ihre Gänge werden flach und lang, sie streckt sich in jedem Sprung ein bischen mehr. Schnell holt sie auf und stellt bald fest, dass auch Ömmchen dieses Spiel beherrscht. Gemeinsam wetzen sie über die Weide, die Hufe fliegen, berühren kaum den Boden. Puppi packt der Ehrgeiz, die Hufe donnern über den Boden, der Takt wird schneller, die Flanken beben.

 

Mit jedem Sprung berühren die Beine den Boden schneller, bald kann man den Ton des aufsetzenden Hufes nicht mehr heraushören, es klingt wie ein gleichmäßiges aber rasches Trommeln. Und so zieht sie am Ömmchen vorbei, ein rasender Wirbelwind mit trommelnden Hufen und wahnsinniger Geschwindigkeit.

 

Vorbei sind die müden Sommertage. Der Herbst ist zurück und mit ihm die stürmischen Winde und die feurigen Pferde.

 

Ich wünsche mir die endlose Weite dieser Weiden auch im Winter. Nichts ist frustrierender, als diese Göttinnen in ihrer Bewegung einschränken zu müssen und sie sogar für Monate auf die kleinen Koppeln und Paddocks zu verbannen.

 

Und so genieße ich die Herbsttage und die noch geöffneten Sommerweiden. Ich schaue ihrem munteren Treiben zu und lausche dem Klang der schnellen Hufschläge. Mein Herz schlägt im Takt mit ihnen. Mögen sie ewig so fliegen können.

1.2.15 13:04


Springen bald noch die letzten Reitbeteiligungen ab? vom 04.09.10

Es ist deprimierend. Derzeit habe ich selbst ja kaum Zeit für meine Pferdchen. Gut, das ändert sich kurzfristig wieder, aber gerade zum Monatswechsel (die letzte und erste Woche) ist bei jedem Monat wieder kritisch.

 

Heute war ich krank, mir ging es den ganzen Tag schlecht, trotz des guten Wetters. Abends war ich dann im Stall. Eigentlich nur kurz, eben die Bande füttern, schauen ob sie okay sind und wieder raus stellen. Ich schaute in das Buch der Reitbeteiligungen. Sie haben mit Puppi ein Problem. Das Pferd zickt und ist nicht zu motivieren.

 

Gut, das Motivations-Problem kenne ich. Sie läuft gerne, da blüht sie auf. Alles andere ist doof und verfressen ist sie leider auch nicht. Da muss man sich schon was einfallen lassen und sich auch mal gegen sie durchsetzen, auch wenn sie keinen Bock auf Arbeit hat. Sonst machen wir bald gar nix mehr, außer durchs Gelände heizen.

 

Puppi hat ne schwierige Sattellage. Nach dem x-ten Sattler und dem x-ten angeblich passenden Sattel hatte ich nun endlich gedacht, es wäre alles in Butter. Sieht auch gut aus. Doch ihr Sattelzwang verschwindet nicht. Natürlich ist auch das ein Grund für die RBs daran zu zweifeln, dass meine Puppi Spaß am Reiten haben könnte.

 

Nun lese ich also die letzten Wochen, dass sie im Grunde genommen fast gar nicht geritten sind, weil Pferd einfach nicht motiviert war. An der Aufsteighilfe wird wohl jetzt nicht mehr stehen geblieben, beim Reiten versucht sie die Zügel wieder aus der Hand zu ziehen und überhaupt ist alles außer Galoppieren bei ihr doof. Nun wollen die Mädels (deswegen habe ich sie ja) nicht nur galoppieren sondern das Pferd ordentlich reiten. Nun, das tue ich ja auch. Deswegen bestehe ich ja auch darauf, dass die RBs an einem Strang mit mir ziehen, damit die Erziehung der Dame nicht flöten geht.

 

Nur anscheinend haben sie echt Probleme, auch mal gegen das Pferd zu entscheiden und sich mal durchzusetzen, auch wenn Madame dann pampig wird. Und so zickt sie gleich schon zu beginn, lässt sich schlecht von der Wiese holen und so bleibt sie dann ganz draußen. Die Mädels hoffen, sie damit zu motivieren. Allerdings lernt Pferd dabei nur eines: wer zickt, hat frei. Und frei auf der Wiese ist es noch schöner, als unterm Sattel (auch wenn man da schön lange galoppieren könnte. Meist darf sie das ja eh nicht und so blöd ist sie dann ja doch nicht).

 

Also lese ich dort im Stall zum wiederholten Male, dass sie nicht geritten sind, weil das Pferd keine Lust hatte. Ich hab mir also erstmal meine Pferdeomi geschnappt und sie einmal um den Block geritten. Puppi musste inzwischen in der Box warten. Als ich mit Ömmchen zurück war, stand Puppi schon erwartungsvoll im Stall. Sie fand es doof und langweilig so allein.

 

Also Ömmchen auf die Wiese gepackt und Puppi das Sidepull aufgezogen. Dann gings ohne Sattel zur Aufsteighilfe (die RB hatte gestern auch ohne Sattel echt Probleme mit ihren Zickereien). Puppi blieb brav stehen, lief dann aber gleich los. Nun, ein wenig Überredungskunst und ich stellte sie wieder neben die Aufsteighilfe. So ja nun nicht.

 

So bald sie brav stand, gab es ein Leckerli. Muss ja irgendwie motiviert werden, das arme Tier *rolleyes*.

 

Und dann sind wir ohne Sattel entspannt ins Gelände. Ich habe lachen können (trotzdem es mir krankheitsbedingt nicht so gut ging) und wir hatten Spaß. Sie hat nicht eine einzige Sekunde gezickt...

 

Tja, und wie erkläre ich den Mädels nun, dass sie das Pferd nur motivieren können, indem sie es nicht in Ruhe lassen? Dass das Pferd lernt, es bekommt seinen Willen wenn es unfreundlich wird und immer unfreundlicher werden wird? Und vor allem wie erkläre ich ihnen, dass die gute Stute bei mir nichtmal Anzeichen eines Unmutes gezeigt hat?

 

Ich fürchte wenn das so weiter geht, stehe ich bald wieder ohne RB da. Und dann wird Puppi wieder auf dumme Ideen kommen. War nicht genau das der Plan für eine RB? Dass das Tier ausgelastet wird und keinen Blödsinn mehr veranstaltet?

 

Der gute Wille war auf jeden Fall da. Mal sehen, wie weit der reicht.

1.2.15 13:03


Das Leben ist ein Ponyhof vom 27.08.2010

Kennt ihr Ponyhöfe. Wart ihr mal als erwachsene Pferdeleute auf so einem Hof? Und seid ihr rückwärts wieder rausgerannt?

 

Ich kenne nicht viele Ponyhöfe, aber ausnahmslos sehe ich hier eine Ponyschar die schlecht ausgebildet ist, keine passende Ausrüstung besitzt und deren Pflege oftmals nicht besonders gut ist. Da sind schief gelaufene Hufe und merkwürdiger Futterzustand noch das netteste.

 

Vor Jahren wollte ich meine Ausbildung zum Pferdewirt machen und landete auf einem dieser Höfe mit ansprechendem, wohlklingenden Namen. Und was ich sah war die Pferdehölle.

 

Die Tiere hatten einen viel gepriesenen Laufstall/Offenstall. Dieser bestand aus einer Betonfläche von etwa zehn mal zehn Metern und einem Auslauf von etwa zweihundert mal fünfzig Metern. Das Ganze für etwa vierzig Pferde und Ponies. Der Boden bestand entweder aus Beton (drinnen) oder Sprunggelenk-tiefem Matsch.

 

Nun war ich da und sollte helfen. Und ich half.

 

Ein Mädchen konnte ihr Pony nicht satteln, weil es sich wehrte. Ich nahm den Sattel und versuchte es selbst. Das Tier schmiss sich fast hin vor Sattelzwang. Ich begann mit viel Ruhe den Sattel aufzulegen, fasste unter dem Bauch durch und entdeckte eine Tennisball-große Schwellung.

 

Jedes noch so kleine Anfängerkind bekam sein Pony mit einem LTJ (Linda-Tellington-Jones)-Bit ausgerüstet. Und mit einem Chambon. Also falls das niemandem was sagt: Ein LTJ-Bit ist eine Westernkandare und ein Chambon ist ein Hilfszügel. Tolle Kombination, oder?

Sagt jemandem das Wort Kandarenreife was? Und wozu dann den Hilfszügel?

 

Die Ponys waren kaum ausgebildet. Sie schlufften lustlos hintereinander her und trugen halt Kinder durch die Halle.

 

Natürlich durften die lieben Kleinen auch mit dieser Ausrüstung an einem der vielen Geländeritte teilnehmen.

 

Nun, wenn ich mich recht entsinne war das früher in meinen Reiterferien nicht anders. Natürlich fanden wir Kinder das damals toll. Auf artgerechte Haltung oder gut gerittene Pferde, passende Ausrüstung hätten wir ja niemals geachtet.

 

Und genau das macht das Dilemma bei den heutigen Ponyhöfen aus. Die, die ich kenne sind gut besucht und haben doch derartig üble Misstände, dass ich den Hof als Amtsvet und Jugendamt sofort dicht machen würde.

 

Aber leider sind wir nicht im Wunschkonzert. Das Leben ist halt kein Ponyhof.

1.2.15 13:02


Mein Teampartner, mein Dicker, mein Sonnenschein vom 24.08.2010

heute ist es zehn Jahre her. So lange schon. Für mich ist es, als wäre es gestern gewesen. Niemals hatte ich eine solche Bindung mit einem Pferd und ich bin mir bewusst, dass es etwas ganz besonderes war. So etwas einmal erleben zu dürfen, ist schon ein Privileg, aber ein zweites Mal wird man es kaum finden. Zehn Jahre bin ich nun schon ohne Dich auf dieser Welt. Vor zehn Jahren berührte ich ein letztes Mal dein Fell. Vor zehn Jahren versprach ich Dir, dass Du bald wieder fliegen können würdest. Ich hoffe, ich habe Dich nicht angelogen und du genießt jeden Schritt ohne Schmerzen, wenn auch ohne mich. Heute ist Dein Tag. Mein 24. August wird immer Dir gehören.

 

Wir waren eine Einheit, jeder vertraute dem anderen, wir hätten die Welt erobern können.

 

Lass mich heute Nacht von Dir träumen. Flieg mit mir, mein Dicker. Nimm mich mit auf deine Schwingen und lass uns noch einmal zusammen über Feld und Wiesen und durch die Wälder streifen. Ich an deiner Seite und Du an meiner. Ich möchte meinen Kopf an deine Stirn legen und dich leise Schnauben hören. Ich möchte dein warmes Fell spüren und in deine samtig-schwarzen Augen schauen. Ich möchte sehen, wie Du deine Ohren spitzt, wenn ich leise mit Dir rede. Ich möchte die Sonne in deinem Fell riechen.

 

Gib mir einen Traum, damit ich nicht vergesse!

 

Ich liebe Dich! Ich vermisse Dich!

1.2.15 13:01


Da waren es nur noch zwei vom 16.08.2010

*sing* Drei kleine Reitbeteiligungen kriegten Zankerei, der einen war es dann zu blöd, da warens nur noch zwei *sing*.

 

Wer hätte das gedacht? Es musste noch nicht einmal Winter werden und schon ists eine Reitbeteiligung weniger. Die Begründung waren "persönliche Dinge". Naja, sie hatte wohl Streit mit der anderen RB und statt sich erwachsen zu verhalten, das Ganze zu klären oder gar einfach (wirklich einfach) um einen anderen Reittag zu bitten, wird gleich gekündigt. Wie viel kann ihr dann an meiner Pferdeomi gelegen haben?

 

Mein Ömmchen wird also wieder von mir selbst bespaßt und gekuschelt und verwöhnt. Auf ihre alten Tage hat sie den ständigen Wechsel von Menschen um sich herum nicht mehr verdient.

 

Und meine Puppi hatte viel Freude heute allein mit meiner anderen RB im Gelände. Ich hoffe, dass diese mir erhalten bleibt, denn mit Puppi kann ich die Hilfe einer RB wirklich gebrauchen.

1.2.15 13:00


Die Sache mit der Erziehung vom 08.08.2010

Meine Regeln sind klar, sie sind strukturiert und sie gelten immer. Das macht es für ein Pferd einfach, sie zu befolgen. Nein, ich bin kein Diktator, ein Pferd darf bei mir gerne Pferd sein. Allerdings erleichtern diese Regeln gerade den Umgang mit der etwas selbstbewussteren Pferdespezies.

 

Eine Regel besagt z.B., dass ich entscheide, wo das Tier hingeht. So etwas nennt man Führen. Ich führe und das Pferd folgt. Sehr einfach, oder?

Andere Leute scheinen es mit dieser Regel nicht so genau zu nehmen. Sie folgen eher am Strick dem ohnehin zufällig gerade in diese Richtung gehenden Pferd. Schlägt es mal eine andere Richtung ein, dann folgt Mensch entweder freiwillig (während er verzweifelt versucht es so aussehen zu lassen, als ob er genau dahin eh wollte) oder er wird mitgerissen.

Wieder anderen Leuten wird in dem Moment dann plötzlich wieder klar, wo sie eigentlich hin wollten und das sie sich ja durchsetzen müssen und zerren das (nun unwillige) Pferd hinter sich her.

 

Selbstbewusstere Pferde stemmen sich her gerne mal dagegen. Nun sind sechshundert Kilo Vierhufantrieb gegen sechzig Kilo Zweibeinantrieb ziemlich überlegen. Und sie können das merken und daraus lernen. Schlecht nur, wenn sie in Zukunft auch versuchen ihren Willen auf der nächsten Straße gegen ein paar Tonnen Lastwagen versuchen durchzusetzen.

 

Dafür habe ich meine Regeln. Sie gelten immer und so wird schon im Ansatz dafür gesorgt, dass sie befolgt werden. Mit dem richtigen Auftreten und je nach Pferdetyp abgestimmter Dosierung  nimmt man im täglichen Umgang gleich den Wind aus den Segeln. Und fühlt sich das Pferd schlecht dabei? Ich denke nicht, denn es kann sich in meinen Grenzen sicher und frei bewegen, kennt diese und kann einschätzen, was es tun darf und was nicht. Das gibt Sicherheit.

 

Und nun war ich heute das erste Mal nach Wochen wieder mit Puppi draußen. Sie war in Lauflaune und entsprechend kernig. Auf die alte Oma im Schlepptau wollte sie nicht so recht warten und schritt fleißig aus. Nur hieß das, dass sie alle fünf Minuten anhalten und auf die Oma warten musste. Die Regel war klar. Frauchen sagt halt und Puppi steht. Das ging etwa eine halbe Stunde gut. Dann wurde sie warm, fühlte sich in ihrem Bewegungsdrang gestört und meckerte doch sehr, was das Stehenbleiben anging. Sie war immer noch haltbar, aber man merkte klar, dass man sich bei ihr an Grenzen bewegte, die man besser nicht überschreiten wollte. Nun bestand der Balanceakt darin, sie nicht merken zu lassen, dass sie einem kräftemäßig überlegen war und man sie zum Anhalten eh kaum zwingen konnte, sie aber so lange zurückzuhalten, dass sie wenigstens kurz zum Stehen kam und man seinen Willen durchgesetzt bekam.

 

Man hatte den Eindruck bei zu viel Härte würde sie richtig fies werden. Gezickt wurde auf jeden Fall schon ordentlich.

Nun dieser Balanceakt war heute schon ein Anfang. Aber das muss weiter geübt werden. Es kann nicht sein, dass sie beim Anhalten kurz innehält und dann versucht sich mit buckeln und steigen zu entziehen, wenn sie nicht gleich loslaufen kann.

 

Der Galopp am heutigen Tag sollte daher auch kontrolliert gesetzt erfolgen. Sie wurde angetrabt und aus dem Trab heraus sollte sie in den Galopp. Die erste Hilfe ignorierte sie, da die Hand nicht vorgab (meine Schuld). Beim zweiten Mal ließ ich die Hand vor und sie buckelte sich ihren aufgestauten Frust erstmal ab. Mist. Genau das hab ich mir gedacht. Kaum hat die Dame mal ein paar Wochen eine Reitbeteiligung vergisst sie ihr gutes Benehmen.

 

Die RB war auf der Oma knapp hinter uns und ich erklärte ihr, warum es zu diesen Bucklern gekommen war. Ein Pferd verspürt bei klaren Regeln selten Frust. Es kennt seine Grenzen, testet sie mal ab und zu aus und dann wars das wieder. Ein Pferd, welches einige Tage oder Wochen diese Regeln nicht befolgen muss (weil die Mädels sie im Gelände nicht stehen und warten lassen und sie im Galopp rennen lassen), ist dann frustriert, wenn es nicht darf.

Ich hoffe die RB hat sich das gemerkt und arbeitet jetzt mit mir gemeinsam an der Erziehung. Puppi ist da zu eigensinnig und temperamentvoll, um sie ohne Bremse durchs Gelände laufen zu lassen.

 

In diesem Sinne, achtet auf die Erziehung eurer Pferde, sonst schicke ich euch ein abschreckendes Beispiel vorbei .

1.2.15 12:59


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