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Unvernünftige Entscheidungen

Ich habe einen Entschluss gefasst, auch wenn ich glaube, dass er echt unvernünftig ist. Allerdings habe ich das Gefühl, dass er meine letzte und einzige Chance sein wird, jemals wieder aufs Pferd zu kommen.

 

Vor einigen Jahren hatte ich akute Bulimie. Ich war in einigen Einrichtungen und auch wenn mich die Störung ein Leben lang begleiten wird, so habe ich keine Fasten-/Kotz- oder Fressanfälle mehr... und über 30kg zugenommen.

Die Diskussionen in Facebook über das maximale Reitergewicht triggern mich, da bin ich ehrlich. Eine Stimme in mir sagt, dass man ein Pferd mit einem hohen Körpergewicht durchaus reiten kann, halt nicht so oft und nicht so lange... aber andererseits spüre ich die Verachtung, höre die Kommentare im innern meines Kopfes, selbst wenn niemand in der Nähe ist.

 Meine Entscheidung steht fest: Ich werde meine Gesundheit, mein Leben und meine Psyche aufs Leben setzten und zulassen, dass mich der Hass aufs Essen wieder in den Griff kriegt. Ich werde die Krankheit wieder in mein Leben lassen, denn das war die einzige Zeit meines Lebens, in der ich jemals schlank war. Ich will wieder guten Gewissens reiten können und bevor ich dem Pferd schaden zufüge, weil ich zu fett bin, schade ich lieber mir selbst. Das Tier ist mehr wert, als ich es je sein werde.

Gut, dass dieser Blog anonym und kaum besucht ist. So kann ich meinen Vorsatz hier niederschreiben und für mich selbst bekräftigen und werde kaum einen Sturm der Entrüstung ernten.

 Warum ich das dann doch ins Internet stelle? Vielleicht, weil ich einfach möchte, dass manche wissen, was sie mit ihren Äußerungen auslösen können und als Bitte an Andere, das nicht zu tun. Ich WEISS, das es ein FEHLER ist und es gesundheitsschädlich sein wird, aber es ist MEIN Leben und ich kenne das schon, begebe mich also auf erprobtes Gebiet. Also nicht nachmachen und wenn ihr selbst so etwas vorhabt, dann lasst es. Ich bin ohnehin verloren.

 

 

19.4.17 12:24


Öffentliches Internet

In den letzten Tagen habe ich diesen Blog wieder aktiviert, doch ich bin mir nicht sicher, ob er das ist, was ich möchte. Ich wollte Kontakt und Austausch, aber der Blog ist immer eine Einbahnstraße. Seid also nicht enttäuscht, wenn ich hier wieder seltener poste.

Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen lege ich keinen Wert auf öffentliche Auftritte, Ruhm und Präsenz. Bloggen ist da wohl mit Sicherheit der falsche Ansatz.

1.3.17 13:13


Undank ist der Welten Lohn.

Nicht dass ich erwartet hätte, dass man sich vor mir verneigt und mir huldigt oder in Freudenjubel ausbricht, aber ein wenig mehr hätte ich schon erwartet.

Gestern stehe ich auf dem Paddock und sammle gerade die Pferdeäpfel ab, als die Aufmerksamkeit der Pferde plötzlich zum Tal gerichtet ist. Ein einzelner Reiter kämpft dort gerade damit, seinem reitbaren Untersatz zu erklären, dass es doch bitte geradeaus gehen soll. Besagtes Pferd zirkelt, hüpft auch mal, doch der Reiter bleibt hartnäckig und bringt es so Meter für Meter weiter an die "böse" Stelle heran. Schließlich knallt es dann doch und das Pferd entledigt sich auf ziemlich gelenkige Weise dem Menschen obendrauf.

Seiner neuen Freiheit bewusst, legt es los, buckelt und galoppiert zurück in die Richtung, aus der es kam... in Richtung der Hauptverkehrsstraße.

Ich hab alles fallen gelassen und bin zum Auto gerannt und nicht einmal eine Minute später stand ich im Tal an der Straße und sammelte das Pferdchen ein bzw. wollte es daran hindern, in den Verkehr zu rennen. Inzwischen war jedoch schon die Stallbelegschaft dort versammelt und nahm mir diese Aufgabe dann ab. Der Reiter kam hinzu, etwas dreckig und außer Atem, aber offensichtlich unverletzt. Er nahm das Pferd, redete mit den Stallkollegen (ich geh dann nochmal auf den Platz, etc.pp) und man ließ mich stehen.

Ich meine, es ist toll, dass die Stallkollegen zeitgleich mit mir da waren, aber dass man mich einfach so stehen ließ und sich nicht einmal dafür bedankt hat, dass ich mich um die Sicherheit des fremden Pferdes gesorgt habe und losgefahren bin, um es einzufangen und von der Straße zu holen, sondern ich mich eher wie ein Störfaktor fühlen musste, lässt tief blicken. Reiter sind echt ein asoziales Volk.

27.2.17 10:17


Handarbeiten

Hallo nochmal,

 

nachdem ich den Look des Blogs ein wenig geändert habe, komme ich auch gleich zum neuen Thema: Handarbeiten.

Langweilig wollt ihr sagen? Ich finde es eher entspannend.

Mit großem Spaß suche ich Borten und Material im Internet, setze mich an die Nähmaschine oder knüpfe und bastle und so habe ich nach und nach immer mehr Dinge für mein neues Pony angesammelt.

Bortenhalfter, Stricke, Flechtzügel, Nasenbänder,... mein Spint im Stall quillt quasi über.

Dann gibt es noch die Plüschponys/Einhörner, die ich nähe und derzeit versuche ich mich in selbst hergestellten Hundehalsbändern.

Ich mache Menschen gerne eine Freude und so biete ich die Sachen auch immer gern beinahe zum Selbtkostenpreis an, manchmal sogar darunter und ich habe gern ein paar Auftragsarbeiten angenommen.

 Nun würde ich hier gerne den Blog nutzen, um ab und zu einige meiner Werke vorzustellen. Wenn ihr wollt, kontaktiert mich gerne und wenn ich Euch gewogen bin, könnt ihr eines meiner Hobbywerke erhalten. Das ist hier keine Bestellseite, kein Auftragsservice, kein Geschäft, sondern einfach eine nette Geste für Leute, die ich mag (und sei es auch nur virtuell). 


25.2.17 12:26


Ist bloggen die Alternative? Abschied vom Forum.

Es ist ja schon eine Weile her, dass ich hier gepostet habe. Es ist viel passiert seitdem.

Ömmchen ist nicht mehr unter uns. Ich vermisse sie schmerzlich. Es ist jedoch eine neue Fellnase eingezogen. Es hat lange gedauert, bis ich so weit war und die Suche wurde von einem Pferdeforum begleitet.

Schon damals zeichnete sich ab, dass einige Dinge einfach nicht ins Internet gehören und nicht öffentlich diskutiert werden sollten. Habe ich daraus gelernt? Nein. 

Vor einem Monat gab es den nächsten Moment, wo mir hätte klar werden sollen, dass es nichts mehr wird, mit mir und einigen Forumsteilnehmern. Dennoch, ich hab es versucht. Nun bin ich endlich so weit, das Forum hinter mir zu lassen und ich trauere um die vielen netten Leute, die ich dort kennenlernen durfte. 

Es gab eben auch die andere Seite und die werde ich sehr vermissen. 

 

Nun stehe ich hier und überlege, diesen alten Blog zu reaktivieren. Natürlich werden mich einige Leute hier finden und gerade das ist es ja nicht, was ich im Forum suchte. Ich wollte kein öffentliches Besprechen meiner Person oder meiner Erlebnisse, sondern ich wollte mein Hobby mit anderen Leuten teilen und mit ihnen Gespräche führen, einfach nur so, weil ich hier nicht gerade viele Pferdeleute habe, mit denen ich mich austauschen könnte.

 

Naja, ich hab mich entschieden. Nach etwas Trennungsschmerz wird es mir hoffentlich endgültig besser gehen.

Lebt wohl ihr lieben Forumsfreunde mit all Euren Katzen, Hunden, Kindern, Sorgen, Freuden und allem, was Euch so liebenswert macht. Danke, dass ich ein Stück weit in Euer Leben schauen durfte, dass ihr bereit gewesen seid, Euch meine Sorgen durchzulesen, danke für Eure Freundlichkeit, für jedes Lächeln, dass ich durch Euch erfahren durfte und auch danke für die Tränen, die ich für Eure Lieblinge vergießen durfte. Ich habe mit Euch gebangt und gelitten, gelacht und gelebt. Es tut mir leid, dass das nun vorbei ist. 

 

Lebt wohl. Ich werde Euch vermissen.

 

 

 

24.2.17 21:58


Ich bin ein schlechter Miteinstaller geworden

Für gewöhnlich hatte man mich sehr gerne in seinem Stall als Stallkollegen. Ich lästere nicht (was beim Reitervolk schon echt eine Ausnahme ist), bin zuverässig, vertrete auch mal kranke Stallkollegen freiwillig und habe immer gern ein Auge auf die anderen Pferdchen, benachrichtige jeden, wenn etwas mit seinem Liebling nicht stimmen sollte.

 Allerdings bin ich in letzter Zeit ein wenig schwierig geworden. Ich erwarte nämlich Rücksicht und auch wenn ich weiß, dass meine Miteinstaller nichts von dem absichtlich tun, so ist doch ihr gedankenloses Verhalten für mich ein Grund, giftig zu werden.

Beispiel gefällig?

Mein Ömmchen wurde operiert, der Tierarzt hatte sich angekündigt zum Fäden ziehen. Der Termin wurde lange vorher angekündigt und mit den Miteinstallern abgeklärt, falls ich aufgehalten werden würde oder jemand noch etwas vom Tierarzt benötigen würde.

Am besagten Nachmittag stehe ich also mit Ömmchen im Stall und gerade DANN beschließt der eine, die Pferde schonmal vom Paddock zu holen und die anderen reiten mal eben locker flockig aus. Mein Pferdchen bleibt also allein zurück, während der Rest der Herde außer Sichtweite weggeht. Nun erwartet man, dass der Tierarzt Fäden zieht und ich das Ömmchen ruhig halte, während um sie herum alles verschwindet und sie alleine lässt. Wollen die meinen Tierarzt absichtlich herausfordern? Seine Aufgabe mal ein wenig schwieriger machen? Ich muss nicht erwähnen, dass das Stillstehen in so einer Situation nicht so einfach für ein Pferd ist, Erziehung hin oder her.

 Dann die Sache mit dem Stroh. Komme ich als letztes in den Stall, bin ich darauf angewiesen, dass sie mir genug Stroh liegen lassen, das ich verwenden kann. Die letzten paar Male haben sie es vergessen und schwubs konnte ich nicht misten.

 

Klar machen die das nicht absichtlich, aber ich bin gerade nicht in der Lage, mich nicht darüber aufzuregen.

7.2.15 11:21


Bilder und Auszüge

Hallo,

wie ich ja schon schrieb, sind die bisherigen Einträge aus einem anderen Blog hierher kopiert worden und leider sind dabei sehr viele Bilder und Screenshots verloren gegangen. Ich werde versuchen, sie in den nächsten Wochen wiederherzustellen, allerdings kann ich nichts versprechen.

 Bis dahin.

 LG

1.2.15 15:09


Pferdepapiere

Ich werde heute mal ein wenig sachlich. Vielleicht liest hier jemand, dem meine Ausführungen helfen können, denn wie ich in verschiedenen Foren lesen kann, gibt es immer noch gewaltige Unklarheiten im Bezug auf Papiere und Equidenpässen.

 

Durch die vielen Veränderungen der letzten Jahre gibt es viele verschiedene Konstellationen, die für einen Pferdekäufer, Verkäufer oder Eigentümer interessant sein könnten.

 

Zunächst einmal möchte ich bei den Papieren zwischen drei Dingen unterscheiden: dem Equidenpass, dem Abstammungsnachweis (auch Fohlenpapier genannt) und der Eigentumsurkunde (fälschlicherweise gern Besitzurkunde genannt).

 

Der Equidenpass darf dem Tierarzt, der Klinik, dem Stallchef oder wem auch immer übergeben werden, da er zum Pferd gehört. Er kann bei Verlust ohne Probleme ersetzt werden. Er bescheinigt nicht das Eigentum an einem Pferd.

 

Der Abstammungsnachweis wird bei Rassetieren vom Zuchtverband ausgestellt. Je nach Alter des Pferdes und je nach Zuchtverband ist dieser entweder im Equidenpass eingeheftet (und entsprechend abgestempelt "Abstammungsnachweis ist bestandteil des Equidenpasses" oder er wird getrennt vergeben. Bei älteren Pferden und wenigen Zuchtverbänden liegt der Abstammungsnachweis noch getrennt vor. Meist ist er teil des Equidenpasses.

 

Eine Eigentumsurkunde muss nicht existieren, wenn der Abstammungsnachweis NICHT Bestandteil des Equidenpasses ist, also extra vorliegt (gerade bei älteren Pferden der Fall).

 

Hier also die Aufzählung von Fallkonstellationen ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

 

- Fall 1 - Das Pferd ohne jegliche Papiere

Diesen Fall sollte es eigentlich nicht mehr geben. Zumindest ein Equidenpass ist vorgeschrieben und sollte zu jedem Pferd existieren. Hier wird die Medikamentengabe, Schlachtfähigkeit (Schlachtpferd oder Nicht-Schlachtpferd) und für gewöhnlich auch die Impfungen eingetragen.

Hat das Pferd KEINEN Zuchtverband, KEIN Brandzeichen und gehört demnach KEINER Rasse an, dann wird ein Equidenpass von der FN (Reiterlichen Vereinigung) ausgestellt. Der Tierarzt muss dazu die Wirbel und Abzeichen, Farben und das geschätzte Alter auf einem Formular eintragen und damit wird der Pass dann erstellt. Die FN gibt bei dieser Gelegenheit dann auch die Eigentumsurkunde aus.

Es gibt noch immer Pferde, die ohne jegliche Abstammung und ohne Pass existieren. Das ist kein Drama, aber eine Ordnungswidrigkeit. Also wenn man so ein Pferd hat oder kaufen möchte, bitte einen Pass beantragen.

 

- Fall 2 - Brandzeichen aber keine Papiere

Hier hat es zumindest irgendwann einmal Papiere gegeben. Eine Zweitschrift kann ausgestellt werden, wenn zweifelsfrei belegt ist, dass es sich um das entsprechende Pferd handelt. Ein Brandzeichen kann hilfreich sein, oft ist aber auch hier keine genaue Zuordnung mehr möglich.

Im Falle, dass die Identität zweifelsfrei geklärt werden kann, muss eine eidesstattliche Erklärung beim Zuchtverband abgegeben werden und es werden automatisch Equidenpass, Eigentumsurkunde und Abstammungsnachweis erstellt (Abstammungsnachweis für gewöhnlich eingeheftet in den Equidenpass). Dies ist Aufgabe des entsprechenden Zuchtverbandes.

Im Falle einer nicht geklärten Identität wird das Brandzeichen wie ein Wirbel oder ein Abzeichen in die Beschreibung des Pferdes aufgenommen und ein normaler Equidenpass und eine Eigentumsurkunde ausgestellt. Dies ist wiederum die Aufgabe der FN.

 

- Fall 3 - Equidenpass aber keine Eigentumsurkunde oder Abstammungsnachweis

Hier muss wieder zwischen Pferden unterschieden werden, die einem Zuchtverband angehören oder ohne Abstammung sind.

Die Eigentümer von Pferden ohne Abstammung können bei der FN eine neue Eigentumsurkunde beantragen. Hier ist der Verlust durch Eidesstattliche Erklärung zu bescheinigen und ein schriftlicher Kaufvertrag ist hilfreich, um das Eigentum zu belegen.

Bei Pferden mit Abstammung muss wieder der Zuchtverband zu Rate gezogen werden. Dieser erstellt eine Eigentumsurkunde und (wenn der Abstammungsnachweis NICHT Bestandteil des Equidenpasses ist) einen neuen Equidenpass mit eingeheftetem Abstammungsnachweis. In seltenen Fällen stellt er auch eine Zweitschrift der Abstammungsurkunde aus, die nicht eingeheftet ist.

 

- Fall 4 - Eigentumsurkunde aber keinen Equidenpass oder Abstammungsnachweis

Gehört das Pferd keinem Zuchtverband an, ist der Fall am einfachsten: Ein neuer Equidenpass wird beantragt. Zur Antragstellung wird wieder das tierärztliche Formular mit Wirbeln, Abzeichen und Co. verwendet. Zudem sollte eine Kopie der Eigentumsurkunde mitgeschickt werden, damit eine Zuordnung erfolgen kann und keine weitere Eigentumsurkunde ausgestellt wird. Hier ist wieder die FN gefragt.

 

Bei Rassepferden ist der Zuchtverband zuständig. Hier muss wegen dem fehlenden Abstammungsnachweis unter Umständen eine schriftliche Erklärung des Verlustes erfolgen. Aber meist reicht es auch hier eine Kopie der Eigentumsurkunde zuzuschicken und um Zweitschrift des Equidenpasses und der (eingehefteten) Abstammungsurkunde zu bitten.

 

- Fall 5 - Equidenpass und getrennter Abstammungsnachweis (also ungestempelt), aber keine Eigentumsurkunde

Alles ganz in Ordnung. Keine Aufregung. Der eigenständige Abstammungsnachweis ist genau so gut wie eine Eigentumsurkunde, hat die gleiche Funktion und in diesen Fällen wird gar keine Eigentumsurkunde vergeben.

 

- Fall 6 - Equidenpass und gestempelter Abstammungsnachweis, keine Eigentumsurkunde

Da hat jemand doch tatsächlich gewagt den Abstammungsnachweis wieder aus dem Equidenpass zu entfernen. Das ist eine Ordnungswidrigkeit. Wer sicher gehen will, keinen Ärger möchte und gerne Papiere neben dem Equidenpass möchte, der sollte den ganzen Mist komplett an den Zuchtverband schicken mit einer netten Erklärung, (meist bekommt man solchen Mist gerne von Voreigentümern, die die Eigentumsurkunde verbummelt haben). Meist möchten die Mitarbeiter vom Zuchtverband dann noch eine Eidesstattliche Erklärung und eine Kopie des Kaufvertrages und schon bekommt das Pferdi einen kompletten Satz neu ausgestellter Papiere in Zweitschrift.

 

- Fall 7 - Equidenpass, Abstammungsnachweis ungestempelt und ungeheftet und Eigentumsurkunde

Ja, auch das gibt es. Doppelt gemoppelt sozusagen. Da haben die Behörden teilweise ein wenig geschlafen. Oft passiert das, weil jemand den Eigentümer umschreiben lassen will und nur den Equidenpass zuschickt, den Abstammungsnachweis aber behält oder nur in Kopie wegschickt. Es wird dann ein neuer Equidenpass ausgestellt und dabei dann oft automatisch die Eigentumsurkunde mitgeliefert.

 

- Fall 8 - Zwei Equidenpässe, ein eigenständiger Abstammungsnachweis, eine Eigentumsurkunde.

Dieses Pferd ist definitiv überversorgt und vermutlich bei der FN als auch beim Zuchtverband eingetragen (Turnierpferd mit Zuchtbucheintragung). Zumindest ist das in den beiden  Fällen der Fall, die mir mit dieser Konstellation bisher unter gekommen sind.

Der Zuchtverband stellte hier den Equidenpass aus und entschied sich in dem Fall für die Version ohne Eigentumsurkunde mit getrennt ausgestelltem Abstammungsnachweis. Wird nun dieses Pferd bei der FN mit einer Turniereintragung versehen, bekommt es bei Eintragung einen neuen Equidenpass von der FN und dabei oft auch eine Eigentumsurkunde.

Das passiert, wenn man so dösbaddelig ist und seine Papiere bei der FN-Tuniereintragung nicht abgibt.

Was man da macht? Nun, richtig wäre es, die Papiere der FN oder dem Zuchtverband gesammelt zuzuschicken. Sie heften dann den Abstammungsnachweis in den Equidenpass, stempeln ihn ab und schicken ihn mit der Eigentumsurkunde zurück.

Kostet Geld und ist unnütz. Die Alternative wäre, einfach ehrlich den Kram behalten, nur den einen Equidenpass als Impfpass und Medikamentennachweis zu nutzen, den anderen Equidenpass mit den restlichen Papieren wegzuschließen und sollte man das Pferd jemals verkaufen, alle Papiere gesammelt zu übergeben.

 

Alles klar, oder? Und keine Sorge, es ist noch kein Pferd erschossen worden, nur weil der Equidenpass fehlte ;-)

1.2.15 14:03


Flotter Kaltblüter

ups, da habe ich noch etwas vergessen:

 

 

Wow. Ich habe hier echt ewig nicht mehr geschrieben.

 

Tja, meine Pferde sind noch immer gesund und munter. Alles ist gut. 

 

Ist sonst irgend etwas passiert?

 

Nunja, halt das übliche. Eine Bekannte hat sich ein neues Pferd gekauft. Einen Kaltblüter. Zweijährig. Sie hatte schon einen Jährling. Aber der war ja noch zu jung zum Reiten.

 

Na, habt ihr mitgedacht? Einen zweijährigen Kaltblüter kaufen, weil der andere zu jung zum Reiten ist? Genau so ist es.

 

Letztens erwähnte sie, dass er sich weigerte vorwärts zu gehen. Sie trägt jetzt Sporen. Alles wieder gut. Mit ein wenig Stecherei geht er jetzt schön flott.

 

Ich hoffe ihr hört den triefenden Sarkasmus heraus. Ich möchte ganz laut AAAAAAARRRRGH schreien.

1.2.15 14:02


Neustart

So, nachdem ich den ganzen alten Blog hier herüberkopiert habe, kann ich wieder anfangen, zu bloggen.

 Nach langer Abstinez war der alte Blog gesperrt, aber da ich wieder was mitzuteilen habe, wollte ich gern wieder loslegen. Nachdem ich nun also den ganzen Vormittag damit verbracht habe, meine alten Beiträge zu kopieren und neu zu posten wurde mein Postfach, mein Gästebuch und mein Feedbackbereich zugespamt. Daher ist diese Funktion jetzt ausgeschaltet. Nun, Feedback wird ohnehin überbewertet.

 Also nun auf ein Neues. 

 

1.2.15 13:41


Der Equidenpass vom 22.07.11

Es ist unglaublich, welche Geschichten sich um dieses kleine Verwaltungsschriftstück ranken. Aber das heute hat internettechnisch den Vogel für mich abgeschossen. Ich werde Euch daran teilhaben lassen:

 

 http://www.pferd.de/threads/552220-sb-fordert-pferdepass-equidenpass-oder-kopie-davon/page2?p=8870806&viewfull=1#post8870806

 

Genau, deswegen darf ich sie einem Spediteur auf keinen Fall mitgeben, denn der wird sofort Eigentümer *ironie*.

 

Nee, jetzt mal ehrlich. Glaubt das wirklich jemand? Die Tierklinik behält ihn, der Spediteur muss ihn für den Transport haben und dann muss man ihn auch ab und zu zum Ändern zur FN oder dem Zuchtverband schicken. Komisch, auf meinen E-Pässen steht eindeutig, dass der Pass NICHT zum Nachweis des Eigentums dient. So kenn ich das und so ist das geregelt worden. Aber wie gut, dass die Forenmitglieder immer alles besser wissen. So wie hier zum Beispiel:

 

http://www.pferd.de/threads/552220-sb-fordert-pferdepass-equidenpass-oder-kopie-davon/page2?p=8871499&viewfull=1#post8871499

 

Ähm ja, erschossen also. Persönlichkeitsrechte, Eigentumsrechte, Tierschutzgesetz, normaler Menschenverstand, all das tritt außer Kraft, so bald man einen Flughafen betritt oder wie?

 

Werden Japaner demnächst auch erschossen, wenn sie ohne Pass in ihre Heimat reisen wollen? Glaubt das wirklich jemand?

 

Ich bin immer wieder fassungslos, welche merkwürdigen Dinge manche Menschen glauben.

1.2.15 13:45


Rückmeldung und artenübergreifende Freundschaften vom 20.07.11

Mir ging es lange Zeit nicht sehr gut, war viele Wochen im Krankenhaus.

 

Nun, auch pferdetechnisch bin ich wieder da. Meine Pferdis haben mich ganz schön vermisst. Egal wie wir es drehen und wenden, ob wir glauben, dass die Pferde uns lieben oder unsere Freunde sind oder ihnen solche Gefühle sogar absprechen: Pferde mögen uns. Sie sind gern mit uns zusammen (oder wir haben etwas echt falsch gemacht) und ihre Zuneigung geht über das Leckerli geben hinaus.

 

Sie haben sich sichtlich gefreut, als ich wieder da war. sie sind mir hinterher gelaufen, haben mich, wenn auch zärtlich, von allen Seiten beschnuppert, berührt, beleckt und vorsichtig ihre Nasen an mir gerieben. Ein Pferd ist mehr als eine Sammlung an Instinkten. Seine Gefühle, gerade als soziales Wesen, machen es möglich, auch zum artfremden Menschen eine Beziehung einzugehen. Ist das Liebe? Freundschaft? Es ist egal wie man es nennt, aber es ist eindeutig eine positive Empfindung uns Menschen gegenüber. Und sie sind nicht so blöd, dass sie jedem Menschen diese Empfindung gegenüber hätten. Sie können uns jederzeit unterscheiden. Warum glauben wir, dass sie keinen Unterschied machen, ob Person x oder y sich kümmert? Sie vergeben ihre Sympathieen auch an andere Menschen, wenn diese sie gut behandeln. Dadurch steigt DIESER MENSCH wieder in der Beliebtheitsskala. Sie können sich ihren Menschen nicht immer aussuchen, aber sie können lernen diesen Menschen lieb zu gewinnen. Und ich finde es nur natürlich, wenn dieser Mensch für sie mit mehr Freude verknüpft wird, als andere Menschen. Warum soll es also so abwegig sein, dass Pferde IHREN Menschen mögen, eine artenübergreifende Freundschaft bilden?

 

Und als langjähriger Besitzer geben wir dem Pferd Sicherheit, sind für ihn verlässlich, fast täglich sind wir da, sorgen für saubere Hufe, ausgewaschene Augen, ein paar Streicheleinheiten und oft sogar fürs Futter. Ein paar liebe Worte bekommt es von uns und so entsteht eine Vertrautheit, die man sich nicht ausreden lassen sollte.

Und wenn ihr nun sagt, dass ihr und eure Pferde Freunde seid, dann glaube ich das gerne. Denn auch wenn einer von Euch der bestimmende Part in der Beziehung ist (ich hoffe, dass das der Mensch ist), so heißt das ja nicht, dass man nicht sogar dafür gemocht werden darf. Sicherheit durch Führung, sanfte Führung, klare Strukturen und ja, auch Sanktionen.

 

Ein Pferd mag nicht das hellste Licht sein, aber es versteht oft mehr, als man ihm zutraut. Ich fürchte in Beziehungsfragen ist es uns weit überlegen.

 

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Ich geh dann mal neue Fliegennetze kaufen. Bis die Tage!

1.2.15 13:31


Reiterlicher Starrsinn vom 02.04.2011

Ja, auch privat habe ich leider mit dem ein oder anderen Reiter zu tun. Warum leider? Nun, weil ich die Meinungen vieler Leute einfach nicht teilen kann und gerade mit meiner Einstellung über einen bestimmten Guru ecke ich sehr oft an.

 

Er, der berühmteste Pferdeflüsterer, Popstar unter den Pferdeflüsterern und Gurus, der Heilige, das Allheilmittel für jedes Pferd.

 

Jedesmal spule ich die Argumente gegen diesen Mann wie eine kaputte Schallplatte ab und stoße auf Menschen, die diesen Mann mit Zähnen und Klauen verteidigen. Warum denn eigentlich? Weil es so einfach ist? Weil man sein Pferd nur ein paar Minuten im Kreis schicken muss, damit das Tier sich "freiwillig" anschließt und ALLES für einen tut?

 

Meine Einwände sind klar, oder? Es ist keineswegs freiwillig, denn allein, isoliert, in einem Round Pen eingesperrt und ohne Ausweg ist es genau so freiwillig, wie eine Androhung mit vorgehaltener Waffe. Auch das tut nicht weh, verletzt das Gegenüber nicht... aber es macht Angst und baut Druck auf, wie man ihn schlimmer nicht aufbauen könnte. Ein Pferd allein in der Wildnis überlebt nicht. Sein wichtigster Instinkt ist der Herdentrieb. In der Herde wird es kurzfristig weg gejagt, wenn es unglaublich respektlos war, allerdings nur wenige Meter und auch nicht auf lange Sicht. Es gibt Fälle, in denen ein wirkliches Verjagen statt findet: Alte Tiere oder dauerhafte Konkurrenten werden gezielt ausgesondert. Hier ist es dem Dominanten Herdenchef egal, was mit dem Tier danach passiert. Das alte Tier ist hier ein Überlebensrisiko für die Gruppe, lockt Fressfeinde an und muss raus. Läuft es nicht schnell genug weg, wird es sogar mitunter getötet. In jedem Fall stirbt es aber später allein. Ohne die Herde kann man sich nicht zum Ruhen und Schlafen hinlegen, was schnell zur totalen Erschöpfung führt oder so weit schwächt, dass Fressfeinde leichtes Spiel haben.

 

Also jagt der Mensch das Pferd in diesem Areal immer und immer wieder von sich fort, bis das Tier starke Signale der Unterwerfung zeigt. Der Mensch ist in dem Fall die einzige Person, die einer Herde ähnlich ist und es will sich anschließen. Der Mensch lässt dies so lange nicht zu, bis das Tier sich unterwirft. Der Mensch hat sich bis dahin in keiner Weise als geeignet erwiesen, eine Herde zu führen. Er besitzt nicht das Vertrauen des Tieres sondern lässt ihm einfach keine Wahl. Dies funktioniert, allerdings bei so manchem Pferd nur so lange, bis ein würdiger Chef vorbei kommt oder eine Situation entsteht, in der der Mensch beweist, dass er doch nicht zum Führen taugt.

 

Nun, natürlich ist die Natur kein Kinderspielplatz und die Tiere müssen nunmal folgen. Dennoch ist es ein Unding, dies als sanft oder freundschaftlich zu verkaufen.

 

Und nicht nur das: Fiese Methoden wie Masken mit kleinen Sehschlitzen und Seilkonstruktionen, die das Tier schmerzhaft am Buckeln hindern (sogenannte Buckstopper), Halfter, die auf Zug und Druck setzen, das Abschneiden von Fluchtwegen durch enge Panelsysteme... all das zwingt das Tier in eine Ausweglosigkeit und sind das Gegenteil einer fundierten und richtigen Pferdeausbildung.

 

Meine Pferde bekommen bei Fehlverhalten mal einen Klaps auf den Po oder vor den Bug und ich werde auch mal kurz laut. Der Rest läuft über Motivation. Und wenn mir noch einer kommt und meint, ich sollte doch nach diesem Pferdeflüsterer arbeiten, weil der macht das ja viel sanfter... dann dreh ich durch.

1.2.15 13:29


Vollgas ins Leben zurück vom 21.02.2011

Mein Ömmchen war die letzten Wochen eigentlich recht gut drauf. Nachdem sie im Herbst so stark abgebaut hatte, dass ich sie in Rente geschickt habe, ist sie wieder genesen und wesentlich fitter, als sie es noch vor ein paar Monaten war. Nur ist halt jetzt die blöde Paddockzeit angebrochen und Ömmchen steht mit den anderen auf begrenztem Raum. Bei Schnee und Frost werden die Weiden geöffnet, aber ein warmes Hoch hatte die letzten Wochen für Matsch gesorgt. Die Wiesen blieben gesperrt.

 

Gestern war es dann so weit. Der Frost hatte den Boden wieder befestigt. Trocken und kalt war es, als ich gestern die Pferdeäppel vom Paddock sammeln wollte. Die Pferde rannten auf dem kleinen Stück hin und her, gaben kurz richtig Gas, um vor der nächsten Ecke wieder abrupt zu bremsen. Dabei kamen sie sich immer wieder selbst in die Quere und wären mir fast in die Schubkarre gehüpft. Tatsächlich hatten sie den Hintern ein paar Mal so hoch geworfen, dass mir Angst und Bange um meine und ihre Gesundheit wurde. Die Hufe flogen manchmal arg eng an mir oder einem Pferdekumpel vorbei. Ich machte der Enge dann ein Ende und öffnete das Tor zur Weide.

 

Die Pferde gaben Gas. Richtig Vollgas. Mein Ömmchen flog tiefergelegt durch die Kurven und fetzte an den anderen vorbei, schlug einen Bogen und überholte sie erneut von Hinten ankommend. Wow war die schnell. Vom Alter keine Spur, ein Energiebündel und schnell wie ein Hase. Für die Meisten ist der Anblick einer tobenden Herde schön, für mich aber umso schöner, da ich weiß, wie schlecht es noch vor kurzem um mein Ömmchen stand und wie wenig man ihr ihr Alter gestern angemerkt hat. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie diese Energie und diese Lebensfreude mich ansteckt. Das allein ist es schon wert, ein Pferd zu haben.

 

Mein Ömmchen ist immer noch die Beste. Möge sie noch ewig leben und so über die Wiesen fliegen können.

1.2.15 13:29


Sollte eine Reitbeteiligung für ihren Job bezahlt werden? vom 17.02.11

Neulich im Netz. Ein Forentroll gibt an, sie (offensichtlich ein weiblicher Troll) würde ihre vier M-Pferde vier HartzIV-Empfängern zum Reiten zur Verfügung stellen und ihnen den Reitunterricht zahlen.

 

Überhaupt würden die Mädels ja so viel für einen tun. Man verlangt ja sooo viel von ihnen. Pünktlichkeit, guten Umgang mit dem Tier, die Pferdepflege vor dem Reiten und dann auch noch Stallarbeit. Also das alles wäre ja sooo viel, da müsse man ja die Reitbeteiligungen noch bezahlen, sonst würde man sie ja ausnutzen *ironie*.

 

Also ehrlich, wer so denkt, der hat doch echt nen Knall. Der mag gern selbst mal auf die Suche nach ein paar RBs gehen und sich den Stress und die Undankbarkeit der Leute antun.

 

Aber wie seht ihr das? Bin ich zu borniert? Beute ich andere Leute aus, nur weil ich ihnen nicht den Hintern nachtrage und evtl. noch Geld haben möchte?

 

Ich muss wohl doch noch ein wenig weiter ausholen. Ein Leser dieses Blogs schien die Situation nicht ganz erfasst zu haben:

 

Da ist eine junge Frau, die angibt, dass sie fünf M-Pferde hat. (allein das ist ja schon außergewöhnlich)

Diese Frau stellt diese fünf HarzIV-Empfängern zur Verfügung. Sie dürfen die Pferde reiten und müssen dafür nichts bezahlen. Sie verlangt dafür, dass die Reitbeteiligungen die anfallenden Aufgaben rund ums Pferd erledigen (Pflegen, Misten, Putzen) und dafür bekommen die Reitbeteiligungen qualifizierten Reitunterricht dazu. Die Besitzerin bezahlt also auch diesen. Für alle fünf Pferde und alle fünf Frauen.

 

Und dann stellt sie die Frage, ob die Frauen eigentlich was dafür zahlen sollten. Denn immerhin würden sie ja so viel für die Pferde tun (es eben jeweils versorgen und reitfertig machen). Aber sie fände es nicht fair, wenn die Frauen dafür zahlen sollten, denn immerhin tun sie ja anschienend soooo viel für die Besitzerin, indem sie sich einfach nur um die grundlegendste Versorgung kümmern und die Pferde zum Reiten und nach dem Reiten fertig machen (was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist in meinen Augen. Wer reitet muss das Pferd doch schließlich dafür bereit machen und anschließend wieder Stall- oder Weidefertig machen).

 

Die Diskussion wurde recht abstrus. So war jeder, der einen Geldbetrag nimmt (und sei er noch so gering) angeblich nicht im Stande, sein Pferd selbst zu finanzieren. Er würde also sein Pferd durch die RB finanzieren.

Und die RBs wären doch schließlich auch noch eine riesige Entlastung.

 

Pffft. Ich hatte so viel Ärger, so viel Aufwand und habe meistens sogar nicht einmal Geld genommen. Und was hatte ich davon, außer viel mehr Arbeit, Magenschmerzen und Tierarztrechnungen?

 

Ich denke ich würde dann eher einen Bereiter bestellen, wenn ich für eine RB so einen Affenzirkus machen müsste.

1.2.15 13:27


Meinem Pferdepsychopathen - Der Abschied Teil II vom 05.02.2011

Mein Prinz, mein Schatz, mein Freund,

 

Du warst mein Stolz und meine Freude, meine Aufgabe und ein Teil meines Lebens. Ich habe Dich sehr geliebt und liebe Dich noch heute. Ich vermisse Dich und ich habe mich lange selbst verurteilt. Es ist so viel schief gelaufen. Ich habe alles versucht, was mir in diesem Moment möglich war. Ich habe meine Grenzen nicht gesehen und intuitiv reagiert. Manchmal richtig, manchmal falsch. Ich bin nicht unfehlbar und das weisst Du. Ich habe mein Bestes getan und trotzdem in vielen Momenten einfach falsch beurteilt, falsch gedacht und falsch gehandelt.

 

Ich habe mir Hilfe gesucht und auch diese Menschen konnten uns nicht helfen. Vielleicht habe ich die falschen Menschen gefragt. Vielleicht habe ich an den falschen Orten nach ihnen gesucht.

 

Du warst so freundlich und vertrauensvoll. Bei vielen Dingen, die für Dich fremd waren, warst Du so cool und souverän, einfach weil ich dabei war. Du schautest mich an und alles war in Ordnung für Dich. Wenn es Dir schlecht ging, suchtest Du meine Nähe und ich half Dir jedesmal. Ich linderte deine Schmerzen, behandelte deine Verletzungen und war einfach nur für Dich da.

Du hast mich oft in Gefahr gebracht, mich oft beinahe getötet. Doch Du wolltest es nie. Es waren Unfälle und Du konntest nichts dafür. Ich hätte Dich nie dafür bestraft.

 

Viele Leute glauben, ich hätte Dich töten lassen, weil ich Angst vor Dir gehabt hätte oder weil ich mich für die Verletzungen und Gefahren rächen wollte. Das ist falsch und ich weiss, das Du es weisst.

 

Wir waren Freunde, waren eine Familie. Also was konnte mich dazu bringen, Dich töten zu lassen? Stellst Du Dir nicht genau diese Frage?

Du konnstest nichts für deine Anfälle. Kein Arzt, kein Trainier und kein Guru konnten sie Dir nehmen. Zumindest nicht die, die es probierten. Auch ich konnte es nicht. Jeden Tag erlebte ich ein traumhaftes Bündnis zu einem traumhaften Tier. Nur wenige Momente waren es, in denen Du nicht Du selbst warst und ich es nicht verhindern konnte.

 

Die Angst um meine Mitmenschen und die anderen Pferde, die Du in Panik nieder gerannt hast, hat mich dazu gebracht und die Hoffnungslosigkeit, weil ich niemanden finden könnte, der erfolgreich gegen deine Panik gewinnen könnte, sie für immer zum Schweigen bringen könnte.

 

Es ist der denkbar schlechteste Grund. Es ist nichts handfestes, nur eine Wahrscheinlichkeit, nur etwas, was sein könnte. Und genau deswegen sitze ich hier nach wie vor und weine.

 

Doch es macht mich fertig, kaputt und unfähig, weiter zu leben. Manche mögen sagen, es war ja nur ein Pferd. Woanders werden sie einfach geschlachtet. Da macht auch niemand so ein Problem draus. Doch Du warst mein Freund. Und so habe ich meinen besten Freund getötet. Nicht wegen dem, was war, sondern wegen dem, was hätte sein können. Und DAS war mein größter Fehler. Mag sein, dass ich meinem Umfeld gegenüber richtig gehandelt habe, aber DIR gegenüber nicht.

 

Ich habe täglich mein Leben aufs Spiel gesetzt, habe in den brenzligsten Situationen an Dir festgehalten. Du hast mir so viel bedeutet. Heute bin ich älter, erfahrener und würde manches Mal anders handeln.  Es tut weh, Dich nicht mehr bei mir  zu haben. Viele Jahre kann ich schon nicht mehr an Dich denken, ohne diesen Schmerz  zu spüren. Doch das kann so nicht weiter gehen. Es frisst mich auf und das hast Du nicht verdient. Ich sollte genau mit der gleichen Liebe und dem gleichen warmen Gefühl im Inneren an Dich denken können, wie an den Dicken. Ohne Schmerz, ohne Schuldgefühle, ohne Angst.

 

Daher hier nun das, was längst überfällig war: Der Abschied von Dir. Es tut mir leid. Jeder meiner Fehler tut mir leid und der letzte Fehler war der schlimmste, den ich in meinem Leben je begangen habe und ich kann nichtmal mit völliger Sicherheit sagen, dass ich ihn nicht wiederholen würde. Denn nach wie vor fehlt mir jede Alternative. Doch ich muss mir selbst verzeihen, denn es zerstört mich langsam aber sicher.

 

Ich lass Dich los mein Schatz. Ich liebe Dich und werde Dich immer lieben. Du bist immer noch der Eine für mich und wirst es immer bleiben. Du bist und bleibst der Gleiche, meine Gefühle für Dich bleiben gleich. Und doch muss ich sagen, dass die Tötung einfach richtig war und  werde meine Entscheidung nicht mehr in Frage stellen. Was getan ist, ist getan. Alle Tränen dieser Welt werden es nicht ändern können.

 

Keine Fragen mehr. Keine Suche nach Antworten, die ich nie finden werde. Keine Schuldgefühle mehr. Kein Selbstzweifel. Genug geweint. Fast 6 Jahre. Das sind genug der Tränen.

 

Ein Teil von mir ist damals mit Dir gestorben. Es wird Zeit, dass der übrige Teil nun endlich wieder lernt, dass er nicht gestorben ist. Es wird Zeit, wieder zu leben.

 

Leb wohl mein Freund. Ich werde an Dich denken und ich werde versuchen dabei zu lächeln. Das hast Du verdient.

1.2.15 13:26


Ein paar Gedanken zur Pferdetelepathie und meinem Pferdepsychopathen- Der Abschied vom 29.01.2011

... wie ihr euch denken könnt, habe ich vor einigen Jahren alles ausprobiert. Mein kleiner Pferdepsychopath brachte mich an meine Grenzen und in meiner Hilflosigkeit habe ich wohl alles ausprobieren wollen und ausprobiert. Dennoch, ich bin ein Mensch der Beweise braucht, der einen Handwerker auch erst einstellt, nachdem er weiß, dass er gut arbeitet.

 

Also suchte ich damals nach einem TK (Tierkommunikator). Und da es ja doch Foren gab, schaute ich auch in den Threads nach vertrauenswürdiger Hilfe. Ich nahm ein Foto von einem Pferd, von dem ich alles wusste, das ich auswendig kannte und ließ einige TKs ihre Gespräche führen. Doch sie haben versagt. Nicht einer von ihnen hat in der Nähe gelegen. Natürlich hatte ich meine Fragen und Schilderungen so gehalten, dass man nichts daraus erdenken und erahnen konnte und so mussten sie im dunkeln tappen. Bei einem richtigen Gespräch hätten ich das Pferd aus den Antworten erkennen müssen. Und ich erkannte es nicht.

Nicht auszudenken dies wäre bei meinem Pferdepsychopathen gewesen. Ich hätte keine Chance gehabt, Fragen zu stellen, ohne von unserem Problem zu berichten. Ich hätte ihn fragen wollen, warum er vor allem so viel Angst hat und warum so plötzlich. Warum Dinge den einen Tag so normal waren und er mir doch so vertrauen konnte und am nächsten Tag in Todesangst absolute Panik bekam, nur weil ein Vogel aufflog. Ich wollte ihn verstehen, ihm helfen und einfach wissen, was ich tun sollte. Und diese Möglichkeit, einfach mit ihm sprechen zu können, war einfach verlockend und schien unsere Lösung zu sein... wenn da nicht dieser Zweifel gewesen wäre. Und dieser Zweifel bestätigte sich mit jedem TK, den ich nach dem anderen Pferd befragte.

 

Warum beweisen sie ihr Können nicht? Warum können sie nicht einfach sagen, was es zu sagen gibt und so für die ganze Welt klar stellen, ob sie Blender oder Könner sind? Wäre es nicht in ihrem eignen Interesse, die schwarzen Schafe auszusortieren? Oder sind sie vielleicht doch alle schwarze Schafe und bilden sich vielleicht auch nur ein, dass sie es wirklich können?

 

Ich habe ein Gespür für fast alle Tiere. Mit Empathie und Beobachtungsgabe erkenne ich die Gedanken meiner Lieben. Und auch bei einigen Menschen ist mir dies nicht fremd. Doch Menschen sind falsch. Ihre Masken sitzen fest und täuschen mich das ein oder andere Mal. Aber Tiere sind ehrlich, gerade heraus. Und damit kann ich umgehen. Sie verstehe ich.

Und warum konnte ich ihn nicht lesen? In jedem normalen Moment, jeden Tag, wusste ich was er dachte. Wir waren trozt allem sehr verbunden und ja, ich konnte in diesen Zeiten in ihm lesen, wie in einem Buch. Und er las mich. Und da uns beiden der andere vertraut war, waren wir eine Familie, ein Team. Und dann passierte wieder irgend etwas und ich war plötzlich nicht mehr in der Lage, ihn zu erkennen, zu lesen und zu wissen, was er tat und warum. Ich versuchte mich in Schadensbegrenzung, versuchte ihn aufzuhalten, zu beruhigen, nicht unter die Hufe oder unters Pferd zu kommen und auch ich schien ihm in diesen Momenten fremd zu sein. Jedes Vertrauen, das ihn noch Augenblicke zuvor mit mir durch die Hölle hätte gehen lassen, war komplett weg. Als hätte es mich nie gegeben.

 

Dann war er tot und ich fühlte mich schlecht. Nicht nur seine gefährliche Seite war dort gestorben, sondern vor allem seine geliebte und vertraute Seite.

 

Und ja, ich wüsste heute gern, ob er mir verzeihen kann. Mein Verrat, mein Mord an ihm. Gründe hin oder her, aber ich tötete ihn an einem guten Tag, tötete ihn mit seiner guten Seite vor Augen. Ich las ihn bis zuletzt. Sein Vertrauen, seine Freundschaft, seine Zuneigung hatte ich vor Augen. Ich bin mir sicher, dass auch er bemerkte, dass etwas nicht stimmt. Aber er blieb bei mir, brav und folgsam. Im einzig gefährlichen Moment seines Lebens hatte er keine Angst. Und ich war die jenige, die ihn nun nicht mehr beschützte, sondern die Gefahr zu ihm gebracht hatte.

 

Ich weiß heute, dass ich einen Fehler gemacht habe. Und es tut mir leid. Ja, es tut mir leid. Ich habe einen riesen Fehler begangen und er hat meinem besten Freund das Leben gekostet. Ich habe ihn töten lassen, habe ihn ins Messer laufen lassen.

 

Ich bin nicht perfekt. Ich habe das Beste getan, was ich tun konnte. Ich kann nicht sagen, ob jemand anderer ihn hätte heilen können. Ich habe niemenden gefunden, der es konnte. Vielleicht hätte jemand anderer mehr Glück oder mehr Können bewiesen. Ich weiß es nicht.

 

Ich weiß nicht, ob es jemand anderer geschafft hätte, aber besser hätten es bestimmt viele machen können. Ich bin nicht schlecht, aber ich war nicht gut genug. Es hat nicht gereicht. Und er musste dafür bezahlen.

 

Viele Jahre hat es nun gedauert, bis ich mit ihm und mir einigermaßen im Reinen bin. So lange ich mich damit gequält habe, was ich hätte besser machen können, war ich blockiert. Ich kann die Vergangenheit aber nicht ändern. Davon wird er nicht mehr lebendig.

 

Aber ich kann ihm sagen, dass ich ihn geliebt habe und wohl immer noch liebe. Er war mein Freund und ich kann sagen, dass es mir leid tut. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich weiß immer noch nicht, was ich hätte besser machen können, anders machen können. Doch diese Frage führt zu nichts. Ich kann nur noch eingestehen, dass all mein Können und all meine Bemühungen nicht gereicht haben und dass ich viele Fehler gemacht habe. Und das tut mir leid.

 

Wenn ich heute einen TK finden würde, falls es wirklich einen gibt, dann wüsste ich nur eines gern: Kannst Du mir verzeihen?

1.2.15 13:25


Das eine einer Reitbeteiligung vom 23.01.11

Heute wird es mal wieder ein wenig ernster in diesem Blog. Ich habe das erste Mal eine Reitbeteiligung beendet.

 

Während die anderen RBs ja immer von allein abgesprungen sind, hat es meine letzte ja nun doch eine ganze Weile bei mir ausgehalten. Allein dafür könnte man sagen, habe sie einen Orden verdient. Oder nicht? Warum sind die letzten nochmal abgesprungen? Ich weiß es nicht. Bis auf eine hat mir keine gesagt, wo das Problem lag.

 

Und genau das war nun auch wieder das Problem. Die letzte RB war von zwei Tagen in der Woche nur noch einen Tag da. Die Versorgung klappte mäßig. Mal vergaß sie die Heunetze zu füllen, mal war zu wenig eingestreut, mal nur halbes Futter bereitgelegt. Reiten, Spazieren gehen, Tüddeln, Putzen, Bodenarbeit oder Longieren war ein Fremdwort geworden. Im Grunde genommen war sie einen Tag in der Woche da und erledigte mäßig ihre Pflicht und verschwand dann wieder. Das Pferd hatte nichts von ihr. Keine Aufmerksamkeit, keine Zuwendung, keine Abwechslung im Alltag und erstrecht keine Auslastung. Und nun kommen wir zu dem Problem der Kommunikation: Ich habe sie so oft gefragt, woran es liegt. Teilweise konnte ich sie gar nicht erreichen. Wenn irgendwelche Besonderheiten zu beachten waren, musste ich ihr einen Zettel schreiben, da werder Mails noch Anrufe beantwortet wurden. Und auch auf den Zettel hin bekam ich oft keine Antwort. Ich konnte nur raten, ob sie den Zettel gelesen hat.

 

Sie sagte, wenn ich sie mal zu einem Gespräch bekommen habe, dass alles in Ordnung sei. Aber warum machte sie dann nichts mit dem Pferd?

Ich habe dann mehrfach versucht sie zu erreichen, auf die Zettel im Stall antwortete sie nicht, übers Telefon erreichte ich sie nicht ("the person you are calling ist not available at present..." und inzwischen kamen auch die Emails zurück ("please contact your internet service provider since part of their network is on our block list" und ich kam mir langsam ziemlich vereimert vor. Sie hatte meine Festnetznummer, hat den Vertrag über ein halbes Jahr bei sich und nicht unterschrieben zurück gegeben, sie sagt es ist alles in Ordnung, zeigt aber kein Engagement oder Einsatz und zuletzt versiegen alle meine Möglichkeiten, die Sache mit ihr im Gespräch zu klären?

 

Das blöde ist, wenn ich eine Nachricht hinterlasse (egal wie), dann ist das nicht unwichtig. Und wenn man sich dann nicht verlassen kann, dass das, was auf dem Zettel steht, beachtet wird, dann sitzt man auf glühenden Kohlen. Benutzt sie jetzt die neue Salbe, oder hat sie es überlesen? Füttert sie jetzt Hämolytan oder nicht? Mischt sie das neue Kraftfutter nun zum Übergang mit dem Rest des alten Futters?

 

Es ist wirklich nervenaufreibend und Spannung gibt es genug in meinem Leben.

Ende November hatte ich sie gesprochen, ihr gesagt, sie muss mehr mit mir reden, kommunizieren, die Zähne auseinander kriegen... und es hat sich nichts geändert. Ich sagte damals, ich wollte sie als RB gerne behalten, aber es müsse sich was ändern. Waren diese Worte nicht klar genug als letzte Chance zu verstehen?

 

Ich musste jetzt per SMS schluss machen. Per SMS! Natürlich ist da nicht genug Platz für Erklärungen. Aber sie ging nicht ans Telefon, Emails kamen zurück, abfangen am Stall geht nicht, weil ich nie weiß, wann sie kommt und wo sie wohnt weiß ich immer noch nicht WEIL ICH DEN VERTRAG NICHT ZURÜCK BEKOMMEN HABE. Aber zumindest weiß ich dank der Empfangsbestätigung meines Telefones, dass sie die SMS bekommen hat.

 

Und was glaubt ihr? Richtig, ich habe keine Reaktion bekommen. Warum auch. Scheint ja alles nicht so wichtig zu sein.

 

Ich habe meinem Stallchef gesagt, er soll mir die Schaufel übern Schädel ziehen, sollte ich jemals wieder auf die Idee kommen, ich wollte eine Reitbeteiligung. Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen.

1.2.15 13:24


Trends in der Pferdeszene vom 09.01.2011

Damit meine ich ausnahmsweise mal nicht die Eskadron-Fuzzies mit ihrem Deckchen- und Fliegenmützchen-Wahn.

 

Wobei, einen kleinen Abstecher kann ich ja auch mal dahin einlegen.

Es ist Winter und was braucht man da zum Ausreiten? Genau, eine Fliegenmütze. Gerade im Winter ist das sehr wichtig! *Achtung ironie*

Das ist nur eines von ganz vielen Fotos, die ich gefunden habe. Und genau darum geht es. Neuerdings gibt es den Kollektionen-Trend. Dass dies vor einigen Jahren noch peinlich gewesen wäre, dass man sich völlig overdressed niemals auf einen Ausritt begeben hätte und lieber dafür gesorgt hätte, dass das Ross glänzt und vernünftig in Form ist... das hatte ich ja schonmal geschrieben.

 

Aber es gibt auch sonst sehr viele Trends, denen die Pferdeszene unterworfen ist. Ritt vor vielen Jahren noch jeder Englisch (damals hieß es noch deutsch. Mittlerweile hat sich nur durch die Bezeichnung englisches Reithalfter und englischer Sattel diese Bezeichnung auch auf die Reitweise erweitert), kam irgendwann das Ponyreiten auf Isländern und somit das Gangpferdereiten auf. Dann wurde Westernreiten zum Trend und es kamen auch weitere Randgruppen hinzu. Die Barockreitweise und die französische Legerte gesellten sich hinzu... und jede Reitweise bekam einmal ihren Platz ganz oben in den Berichterstattungen. Jede Reitweise hatte ihre berühmten 10 Minuten.

 

So bekam auch Horsemanship seinen Ruhmeszeitraum. Angefangen bei Linda Tellington-Jones über Pat Parelli und Monty Roberts. Sie alle wurden bejubelt und durften sich im Ruhm sonnen. Einige, wie Linda, bekamen Kritik wegen leicht esoterischer Züge, wieder andere wurden als zu konsumorientiert abgestempelt.

 

War zu Anfangszeiten meines Pferdepsychopathen noch der erste Tip, es mit Guru xy zu versuchen, so würde mir heute davon abgeraten. Nun, da auch Gurus dem Tier nicht zu helfen wussten und ich eh nach jedem Strohhalm gegriffen habe, hätte es keinen Unterschied gemacht. Dennoch bin ich verwundert, wie sich eine Meinung von damals heute so grundlegend ändern kann.

 

Und ebendies ist auch z.B. beim Sattel der Fall: Vor einigen Jahren gab es einen Trend: Die Auflagefläche bei fast allen Sätteln wurde wie beim Trachten- oder Wanderreitsattel vergrößert. Dies traf seltsamerweise gleichzeitig mit dem Höhepunkt der Westernpopularität zusammen. Obwohl, so seltsam scheint es in dem Zusammenhang gar nicht, denn gerade Westernsättel zeichnen sich durch ihre große Auflagefläche aus.

 

Tatsächlich hatte ich damals einfach einen passenden VSD-Sattel mit recht kurzen Kissen. Eigentlich war ich mit ihm zufrieden, schielte aber dennoch immer öfter zu den Wanderreit- und Trachtensätteln. Ein Militärsattel, mit dem meine damalige Reitbeteiligung geritten wurde, schien für mich das Optimum.

 

Und heute ist es genau umgekehrt. Waren die letzten Jahre Keilkissen der letzte Schrei (egal ob sie zur Rückenform passen oder nicht), sind es nun die Bananenkissen (bzw. kurzen Kissen). Die Auflagefläche soll nun so kurz wie möglich und der Kissenkanal so breit wie möglich sein. Dadurch verkleinert sie sich aber nicht unerheblich. Der Preis für die große Freiheit im Wirbelbereich und dem Bereich der hinteren Rippen ist eine sehr viel höhere Belastung auf dem restlichen Auflagebereich. Ob dies so gut ist? Nun, nach wie vor fragt hier niemand nach. Die Argumente sind ja auch logisch. Übrigens genau so logisch, wie damals die Argumente FÜR eine größere Auflagefläche.

 

Die gleichen Trends findet man ständig, sei es beim Reithalfter (Hannoversche sind ja sooooo böse und verschleiern ja nur schlechtes Reiten), den Gebissen (heute sind es anatomisch geschwungene, dünne Gebisse aus Aurigan) und Bandagen und Gamaschen (eine Zeitlang waren es feste Gamaschen, dann Kunststoff, dann Neopren, dann Fesselkopfgamaschen und heute Lammfellunterlegt).

 

Der Trend geht auch immer mehr ins Extreme. Die Flauschereiter sind auf ihrem Höhepunkt. Reitweisen werden nun nicht mehr mit Disziplin, Gymnastizierung, Gesunderhaltung und Gehorsam definiert, sondern mit Pferdefreundlichkeit, Freundschaft, Gleichberechtigung mit dem Pferd. Wer wirft mit den weichesten Wattebällchen? Wer streichelt sein Pferd am Besten zum Sieg?

Ich hoffe, dass diese Trends ganz schnell wieder verschwinden. Den Pferden zu liebe.

1.2.15 13:21


Eine Ode an unflauschige Foren-User vom 02.01.2011

Vor einiger Zeit gab es in einem Pferdeforum ein paar User, die waren recht unflauschig. Sie waren schonungslos ehrlich, manchmal sarkastisch, ironisch und brutal direkt.

 

Wann immer man das Gefühl bei einem Beitrag hatte, dass der Kopf gleich heftig auf die Tischplatte schlagen müsse, haben sie mit Sicherheit ihre Ansichten dazu dargelegt und so manchen Threadersteller getroffen. Zurecht, wie ich finde.

 

Jahrelang konnte man sich darauf verlassen. Kam irgendwann ein gewisses Pensum an Schreibmüll zusammen, waren sie da um ein paar klare Takte zu sprechen. Böse, grausam, aber treffend.

 

Und dann nahm irgendwann der Kindergarten und die Flauschefraktion zu. In der virtuellen Welt wurde nur noch in Freakshows um Lob und Gegenbesuch gebettelt und Kritik war auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten nicht mehr erwünscht. Alles sollte rosa-flauschig laufen. Die Dummheit nahm zu. Jeder noch so idiotische Fall musste erörtert und der Weite des Internets präsentiert werden. Jedes noch so kranke Foto wollte bejubelt werden. Und wenn statt Jubel und Zuspruch die harte Meinung einer dieser Forumsteilnehmer auf dem Bildschirm erschien, gab es Diskussionen, man verteidigte sich, traf sich zum Kaffeeklatsch und bildete Kriegsgräben. Auf der einen Seite die schonungslosen Forumsposter, auf der anderen Seite die rosa-Wolken-Fraktion.

Das Forum wurde aufgeräumt. Die unbequemen User mussten gehen bzw. wurden gegangen.

 

Einige gab es noch, die in alter Manier weiter machten. Doch auch die sind inzwischen nach und nach gegangen oder gegangen worden. Lieber zweihundert lustige Kinder, die sich ihre Wendy-Lügengeschichten um die Ohren hauen und sich dabei mit rosa Glitzer streicheln als eine Hand voll kritischer und fachkundiger User. Denn die Userzahlen machen die Werbekraft aus, nicht die Qualität der User.

 

Und wie sieht es heute aus in diesem Forum? Wie läuft es ohne diese Höllenhunde der Forumswelt? Laufen jetzt die Wendys über die Glitzerlandschaft und freuen sich?

 

Weit gefehlt. Nun, der Anteil von Fachkunde ist offensichtlich zurückgegangen. Aber es ist ein Forum und so spiegelt es jeher nur die breite Masse der Bevölkerung wider. Es sind nach wie vor noch fachkundige Menschen vorhanden, doch inzwischen nimmt die Zahl der Kiddies stetig zu. Und anscheinend auch die Zahl derer, die eine Lese-Rechtschreibschwäche haben. Kaum ein Beitrag ist nun von Beginn an klar zu lesen. Teilweise braucht man Entschlüsselungsprogramme oder Decodierer von der CIA um überhaupt aus einem Text schlau zu werden.

 

Aber ist denn jetzt wenigstens jeder Wendy? (Wendy, das einzige Adjektiv, welches groß geschrieben wird!)

Weit gefehlt, denn inzwischen ist jeder ein bischen mehr wie die Aussätzigen von damals. JEDER Thread wird auseinandergenommen. Jede Schwäche gesucht. Gingen die damals so kritischen User noch mit dem nötigen Fachwissen im Hintergrund an die Sache, wird jetzt kategorisch gegen alles gehauen. Als Ausgangsbasis wird hier das Ideal der Pferdehaltung, des Pferdereitens und des Pferdezüchtens genommen. Ein Ideal, welches es mit Sicherheit nirgends so gibt, welches aber immer gern hochgehalten wird. Frei nach dem Motto, man kann es selbst nich besser aber so solle es sein und so hätten sich alle anderen daran messen zu lassen.

 

Pferdehaltung in der Box? Tierquälerei. Egal ob nur eine Stunde am Tag oder 24 Stunden am Tag. Es gibt nur ein Ideal und diese heißt Offenstall.

Den Offenstall hat man, aber nicht ausreichend Weide? Auch das ist nicht das Optimum und somit verwerflich. Man füttert Heulage statt Heu? Böse! Man füttert Heu, aber nur zwei Mal täglich statt ad libidum? Böse! Das Pferd wird beschlagen? Böse! Man reitet nur auf A-Niveau und das Pferd wird nicht einmal die Woche vom Profi korrigiert? Nicht das Optimum. Hier muss mehr Unterricht und Beritt her.

Der Bereiter hat eigene Ansichten? Darf er nicht. Er muss den Richtlinien für pferdeschonendes Reiten entsprechen. Was das für Richtlinien sind? Nun, die wurden in diesem Forum entworfen und lassen sich aus jedem Beitrag erlesen...

Und jeder, der diesen unglaublichen Richtlinien nicht entspricht wird kategorisch nieder gemacht. Das Pferd geht durch und so wird nach Reitvideos gerufen, die Haltung, Fütterung und Co. untersucht und man macht sofort die ganzheitliche Analyse und misst alles am Ideal. Leider warte ich noch heute auf den Fall, in dem das Ideal besteht und es trotzdem ein Problem gibt oder noch schlimmer, das Ideal hergestellt wird und die Probleme nicht aufhören.

 

Wie konnte das passieren? Wie konnte eine fachkundige und sehr kritische Userschaft damals entfernt werden, aber diese Hexenjagd geduldet werden? Wie kann diese kranke Atmosphäre geduldet werden, wenn damals gegen den Ton so weniger User so viel schärfer geschossen wurde?

 

Dieses Forum ist krank. Damals gab es sie schon, die User, die immer die Klappe hielten und so bald sich einer der Kritiker von damals in einem Thread meldeten mit ähnlichem Wortlaut zur stelle waren. Die üblichen Nachläufer. Ob damals diese User das Kritikvirus gestartet haben und es nur mutiert ist oder ob das fehlen der Meinungsgeber von damals diese Hexenjagd gestartet hat? Ich weiß es nicht. Aber diese alte Frau hier vor diesem Bildschirm muss mal wieder sagen: Früher war es einfach besser!

1.2.15 13:19


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